Zum Inhalt springen
Inhalt

Nein zu Volksinitiative Zersiedelungs-Initiative ist laut Bundesrat wirtschaftsfeindlich

Legende: Video Zersiedelungs-Initiative geht Bundesrat zu weit abspielen. Laufzeit 01:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.11.2018.
  • Der Bundesrat empfiehlt ein Nein zur Zersiedelungsinitiative.
  • Ein «starrer Bauzonen-Stopp» ignoriere die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft, so Umwelt- und Verkehrsministerin Doris Leuthard heute an einer Pressekonferenz.
  • Diese Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» will die Gesamt-Bauzonen-Fläche in der Schweiz einfrieren.

Die Schweiz hat laut Doris Leuthard bereits genügend Regeln, um die Zersiedlung im Schach zu halten. Dafür sorge das revidierte Raumplanungsgesetz, das vom Volk angenommen wurde. Ein kompletter Bauzonen-Stopp würde es hingegen erschweren, die Schweiz als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu halten.

Mit der Verknappung von Bauland könnten weiter die Grundstücks- und Wohnungspreise steigen. Zudem steige das Risiko, dass sich die Bautätigkeit dorthin verlagere, wo es noch Bauland gebe. Dies wiederum verstärke die Zersiedlung, so Leuthard. Bundesrat und Parlament empfehlen deshalb ein Nein zur Zersiedelungsinitiative.

Bauzonen-Fläche einfrieren

Die Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» will einen faktischen Bauzonen-Stopp in der Verfassung verankern. So dürften bei einer Annahme neue Bauzonen nur entstehen, wenn mindestens gleichgrosse Flächen ausgezont werden. Die Gesamt-Bauzonen-Fläche würde also eingefroren.

Zusätzlich will die Initiative festschreiben, welche Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone noch gebaut werden dürfen. Damit wolle man erreichen, dass der «Druck zugunsten des Bauens ausserhalb der Bauzone» bei Annahme der Initiative nicht erhöht wird.

Abstimmung im Februar

Lanciert haben die Initiative die Jungen Grünen, mittlerweile wird sie auch von verschiedenen anderen Organisationen und Bündnissen getragen. So stehen der WWF, Pro Natura, Greenpeace und auch der Verkehrsclub VCS dahinter.

Das Schweizer Volk kann am 10. Februar 2019 über die Initiative abstimmen.

Immer weniger Kulturland

Heute hat sich auch das Bundesamt für Statistik zum Thema Raumplanung geäussert. Laut aktuellen Zahlen wachsen die Siedlungsflächen weiter auf Kosten des Kulturlandes. Unter Siedlungsflächen fallen Gebäude-, Industrie- und Gewerbeareale, aber auch Verkehrsanlagen. Laut BfS wachsen sie jährlich um knapp 29 Quardatkilometer, das ist etwas mehr als die Fläche der Stadt Zug.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

76 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ulrich Thomet (UTW)
    Mir ist der Erhalt von Kulturland wichtig. Habe kürzlich die neue tolle Autobahn Biel-Ost bei Orpund benutzt. Die steht auf enteignetem Kulturland. Kein Aufschrei. Es ist auch interessant einigen Kommentatoren zu folgen. Da werden höchste Lobgesänge auf die Wichtigkeit von Kulturland geträllert und bei der nächsten Gelegenheit werden die Erhalter und Bewirtschafter von Kulturland schlecht geredet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lukas Gubser (Mastplast)
    Bauland einfrieren heist, es wird knapper. 23'000 lehre Wohnungen in der Schweiz sind vorhanden aber es wander auch jedes Jahr netto so 30-80'000 Menschen ein, heist auch bei tiefen Zuwanderungsprognosen wird Wohnraum sich deutlich verteuern. Die bürgerlichen werden wegen der Wirtschaft nein sagen und die linken wegen ihrem Drang die Einwanderung beizubehalten und am Schluss verliert das Land Schweiz. So ist unsere Parteien Politik.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lukas Löffler (ll_basel)
    Wirtschaftsunfreundlich = menschenfreundlich!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen