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Cyber-Kriminalität nimmt zu
Aus Echo der Zeit vom 14.04.2020.
abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
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Neue Betrugsmaschen Cyberkriminelle machen sich Corona-Krise zunutze

Die Leute müssen zuhause bleiben. Viele Aktivitäten haben sich deswegen ins Internet verlagert. Das gilt auch fürs Verbrechen.

Cyberkriminelle seien immer sehr schnell, wenn es darum gehe, auf neue Begebenheiten zu reagieren. Das sagt Daniel Nussbaumer, Leiter der Cybercrime-Abteilung der Zürcher Kantonspolizei. So ist es auch im Fall der Corona-Krise.

Seit Beginn der Epidemie hätten Fälle von Internet-Kriminalität mit Bezug zu Covid-19 deutlich zugenommen. «Darunter sind sehr viele Phishing-E-Mails, die angeblich von der WHO oder vom BAG kommen», so Nussbaumer.

«Wir sehen betrügerische Spendenaufrufe im Netz und deliktische Coronavirus-Maps, die von Cyberkriminellen manipuliert werden und einen Download von Malware auslösen.» Das geschieht alles mit dem Ziel, an persönliche Daten wie Passwörter oder Kreditkarten-Details zu gelangen.

Beim Anklicken schnappt die Abofalle zu

Ebenfalls häufig werden auf Websites überteuerte oder nicht-existierende Schutzmasken und Desinfektionsmittel angeboten. Gemäss Pascal Lamia von Melani, der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes, sei das vor allem zu Beginn der Corona-Epidemie der Fall gewesen.

Nun versuchten die Täter vor allem den Umstand auszunutzen, dass viel in Onlineshops bestellt werde. «Momentan werden SMS oder Whatsapp-Nachrichten verschickt, mit der Bitte, ein ausstehendes Porto zu bezahlen, und wenn man auf den Link klickt, tappt man in eine Abofalle», erklärt Lamia.

Wir arbeiten sehr eng mit den kantonalen Strafverfolgungsbehörden zusammen, damit Fake-Seiten möglichst rasch vom Netz genommen werden.
Autor: Pascal LamiaMeldestelle Melani

Bereits 2018 haben die Kantone ein Netzwerk zur Bekämpfung der digitalen Kriminalität gebildet. Diese interkantonale Zusammenarbeit wurde laut Lamia wegen der Zunahme der Fälle seit Beginn der Corona-Krise intensiviert. «Wir arbeiten sehr eng mit den kantonalen Strafverfolgungsbehörden zusammen, insbesondere wenn es um Fake-Seiten geht, damit diese möglichst rasch vom Netz genommen werden.»

Opfer gehen Tätern weniger auf dem Leim

Die Zürcher Kantonspolizei informiert ausserdem über die neu eingerichtete Website cybercrimepolice.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster tagesaktuell über die neusten Betrugsmaschen der Cyberkriminellen und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Offenbar mit Erfolg, denn die Zahl der Meldungen im Zusammenhang mit Corona hat zwar zugenommen, nicht aber die Zahl der Strafanzeigen. Das heisst, Cyberkriminelle versuchen zwar intensiv, die Leute mit der Corona-Masche übers Ohr zu hauen, es gelingt ihnen aber nur in wenigen Fällen.

Echo der Zeit, 14.04.2020, 18:00 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Und dann gibt es noch die legale Kriminalität, wenn man z.b. nicht via dieses unsichere Internet möchte Rechnungen begleichen, da wird man durch inländische betrieben wie Swisscom, Migros und so weiter, richtig abgezockt mit fantasievollen ungerechtfertigten Gebühren.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Des einen Leid, ist des andern "Profit"! Die skrupellose, auch kriminelle Habgier, kennt keine Grenzen. Rigide, rechtliche Konsequenzen, für solche "Elemente"!
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  • Kommentar von Thomas Ludwig  (Tlu)
    Logisch sind die Anzeigen zurück gegangen, denn was die KAPO ZH verschweigt ist dass sie die Menschen die Anzeige erstatten wollen abwimmelt. Wer ein Mail erhält, mit offensichtlich erpresserischem Inhalt, also inklusive Geldforderung, aber erkennen kann, dass es nichtig ist, soll es einfach löschen. Originalton KAPO ZH. Mit nichtig meine ich, dass die "Erpresser" nichts in der Hand haben. Ein Straftatbestand bleibt es aber aus meiner Sicht trotzdem...
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    1. Antwort von Daniel Stutz  (ElMathador)
      Auch die Polizei muss ihre Mittel, d.h. unsere Steuergelder, sinnvoll einsetzen. Es macht keinen Sinn hunderte von Anzeigen entgegen zu nehmen, wenn die Behörde eine bestimmte Phishing-Website schon kennt. Den Diebstahl eines Velos meldet man ja auch nicht, damit die Polizei wochenlang mit einer Hundertschaft nach dem Täter fahndet, sondern wegen der Versicherungsleistung.
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    2. Antwort von Thomas Ludwig  (Tlu)
      @Daniel Stutz: Der sinnvolle und überlegte Einsatz der Steuergelder ist richtig. Ich sprach aber nicht von "Phising" sondern von einem plumpen, schlecht eingefädeltem Erpressungsversuch, inklusive Geldvorderung.
      In Bitcoin natürlich...
      Ein bewaffneter Raubversuch bleibt was es ist, auch wenn die Waffe sich als Wasserpistole heraustellt, oder etwa nicht ?
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