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Wie die Region Engelberg die Bikerouten ausbauen will
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 08.12.2020.
abspielen. Laufzeit 04:43 Minuten.
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Neue Bikestrecken Engelberg will Biker und Wanderer trennen – mit grossem Ausbau

Neue Bike-Wege und ein Übungspark: Engelberg treibt die Pläne für eine Bike-Region voran. Das soll auch Wanderer freuen.

Im Sommer ist die Region Engelberg bislang vor allem bei Wandererinnen und Wanderern beliebt. Aber natürlich lockt die Berglandschaft auch Biker an. Nur: Noch hat Engelberg diesen wenig zu bieten – nämlich gerade mal zwei Strecken im Gebiet Trübsee. «Es kann doch nicht sein, dass man dann auf der Strasse nach Engelberg hinunterfahren muss», findet Daniel Benjamin von der Bike-Komission, die sich um den Ausbau der Bike-Region kümmert.

Die Komission hat ehrgeizige Pläne: Entstehen sollen neue Strecken auf beiden Seiten des Tals, ein Übungspark in Engelberg und Verbindungen über die Kantonsgrenzen hinaus. Damit Bikerinnen und Biker via Melchsee-Frutt bis ins Berner Oberland oder via Surenen in den Kanton Uri gelangen können.

Angebote für jeden Biker-Geschmack

Flowtrails: So heissen die 1.20 bis 1.80 Meter breiten Wege, die mit Kurven und Wellen ausgestattet und natürlich ins Gelände gebaut werden. Neue Flowtrails sollen auf der Seite der Titlisbahn bis ins Dorf Engelberg hinunterführen.

Singletrails: Diese sind weniger breit, etwa in der Grösse von guten Wanderwegen. Sie beinhalten Steinelemente oder Felsplatten. Auf Singletrails soll man künftig von der Seite Brunni ins Tal hinunterfahren können.

Skillspark: Ein Übungsgelände, wo man lernen kann über Steine, Wurzelpassagen oder Treppen zu fahren und wo man kleinere Sprünge üben kann. Unterteilt in drei Stärkeklassen, analog zu den Skipistenfarben blau, rot und schwarz. So ein Park ist im Gerschniwald, in der Nähe des Dorfes Engelberg, geplant.

Wenn aber mehr Biker in die Region kommen, werden dann nicht die Wanderer vergrault? Schliesslich kommt es immer wieder zu Konflikten, wenn Velos auf Wanderwegen unterwegs sind.

Man versuche genau das Gegenteil zu erreichen, hält Benjamin fest. Indem man die Wander- und Bikewege möglichst entflechte. So sollen sich Biker und Wanderer weniger in die Quere kommen. Zudem gehören zum Projekt klare Beschilderungen und Warnwimpel. Klar sei aber auch: «Es braucht Toleranz von beiden Seiten».

Damit das Gebiet noch grösser und für Bikerinnen und Biker attraktiver wird, soll es auch in der Nidwaldner Nachbargemeinde Wolfenschiessen neue Trails geben.

Trotz den grossen Plänen: Es gehe nicht darum, den ganz Grossen im Geschäft den Rang abzulaufen, sagt Initiator Daniel Benjamin. Man wolle zum Beispiel nicht mit dem selbst ernannten «Bike Kingdom», der Bündner Lenzerheide, konkurrieren, sondern ganz einfach mit einem «Zusatzangebot» neue Gäste anlocken.

Ein Mountainbiker fährt in der Lenzerheide einen Trail hinunter
Legende: Freie Fahrt für Biker: Zwar soll Engelberg keine «zweite Lenzerheide» werden, aber es soll trotzdem mehr Raum für schnelle Abfahrten geben. Keystone

Biker sollen auch Geld bringen

Hinter dem Ausbau stecken nicht zuletzt auch wirtschaftliche Überlegungen. «Biker geben im Vergleich zu Wanderern gut Geld aus», sagt Benjamin. Und das glaubt auch die Politik: «Mountainbike ist ein Riesentrend, welcher für die Engelberger Volkswirtschaft grosse Chancen bietet», schreibt der Einwohnergemeinderat, der den Ausbau unterstützt.

Die Region will sich ihre Pläne etwas kosten lassen: Über 1.5 Millionen Franken sollen in den Ausbau gesteckt werden. Rund die Hälfte davon würde die Gemeinde Engelberg übernehmen, allerdings muss die Vorlage im nächsten Frühling noch die Hürde der Volksabstimmung nehmen. Nur wenn es dann ein Ja gibt, kann Engelberg wirklich zur Biker-Destination werden.

Regionaljournal Zentralschweiz, 07.12.2020, 17:30 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Mountainbike ist ein Riesentrend, welcher für die Engelberger Volkswirtschaft grosse Chancen bietet. Es geht immer nur ums Geld. Wenn aber so ein Radfahrer in hoher Geschwindigkeit wie aus dem Nichts an ihnen vorbeirauscht, dann ist der Schreck gross für Wanderer und Wildtiere, die gestört werden. Zumal es ja meist nicht bei einem Radfahrer bleibt. Die Pflanzen- und Tierwelt leidet unter den Mountainbikern. Die Natur - und das Waldökosystem ist sensibel, warum immer mehr zerstören?
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    1. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @eyko/bdm: Ihr Bedürfnis nach "Natur pur" kann ich auch als Biker durchaus nachvollziehen. Dann aber bitte konsequent, d.h. keine Infrastruktur (Bahnen, Lifte, Berg- und Pistenrestaurants etc.) in den entsprechenden Gebieten, weder für Skifahrer oder Biker und auch nicht für Wanderer, welche es nicht mit eigener Kraft auf den Berg schaffen. Die Wildtiere werden es Ihnen danken und die arbeitslose Bevölkerung der vom Tourismus abhängigen Gebiete hat dann jede Menge Zeit zum Wandern...
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  • Kommentar von Barbara Mujagic  (bdm)
    Es geht um die Bedürfnisse von Wandernden und Bikenden, und natürlich um Ausschöpfung wirtschaftlichen Gewinnpotentials. Kein Wort zu den Bedürfnissen einer weiteren Fussgängergruppe, nämlich der ansässigen. In Erwartung von Protest und Empörung postuliere ich eine Rückkehr zu reinem Fussgängertum, - damit könnte den Bedürfnissen aller Fussgänger Rechnung getragen werden. Für die Vierbeinigen unter ihnen bedeuten zusätzliche, separate Biketrails einfach weiter reduzierte Rückzugsmöglichkeiten.
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  • Kommentar von Sebastian Töngi  (Seba)
    kann mich Jeanot und Byron nur anschliessen. Ich bike sehr viel, wandere aber ab und zu auch. In meinen über 15 Jahren auf dem Bike hatte ich sehr selten Konflikte. Ich bin ebenfalls zum Geniessen in den Bergen, halte mich an den Codex, verdiene mir die Abfahrt ohne Batterie und halte gerne an um mit interessierten Wanderern zu schwätzen. Dass Engelberg ausbauen möchte finde ich sehr gut, denn Tourismusregionen brauchen mehrere Standbeine und wers krachen lassen will hat dort die Chance
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