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Schweiz Neue Flüchtlingsroute in die Schweiz

Laut Bundesrat Ueli Maurer reisen neuerdings Flüchtlinge über die Bündner Südtäler in die Schweiz ein, um weiter nach Deutschland oder Österreich zu gelangen. Auch im Tessin kämen derzeit besonders viele Flüchtlinge an, sagt Maurer.

Bundesrat Ueli Maurer.
Legende: Finanzminister Ueli Maurer zur neuen Flüchtlingsroute: «Die Schlepper testen ab, ob das besser geht als über Chiasso.» Keystone

Im Süden der Schweiz steige die Zahl der Flüchtlinge in diesen Tagen massiv an, sagt Bundesrat Ueli Maurer. In Chiasso und auf der Route über die italienische Stadt Domodossola nach Brig sei man nahe an Rekordzahlen. Das Grenzwachtkorps im Tessin sei deshalb mit zusätzlichem Personal verstärkt worden. «Wir müssen dort zunehmend im 24-Stunden-Betrieb arbeiten», sagt Maurer, der oberste Chef des Grenzwachtkorps. «Migranten kommen jetzt eher gegen Mitternacht und nicht mehr während des Tages.»

Eine Person mit Kaputze hält sich die Hand auf den Kopf; davor steht ein Beamter.
Legende: Bundesrat Ueli Maurer hat das Grenzwachtkorps im Tessin personell aufgestockt. Keystone

Sorgen macht dem Finanzminister zudem, dass sich eine lange gehegte Befürchtung nun zu bewahrheiten scheine: Flüchtlinge würden neuerdings über die Bündner Südtäler illegal in die Schweiz einreisen, um weiter nach Deutschland oder Österreich zu kommen. Dafür gebe es erste Anzeichen, sagt Maurer. «Die Schlepper tasten jetzt wohl ab, ob das besser geht als über Chiasso.»

«Problemlos zu bewältigen»

Er befürchte, dass in den nächsten Tagen zunehmend Flüchtlinge über das Puschlav und das Münstertal in die Schweiz kommen würden, sagt Maurer. Trotzdem: Noch sei die Situation für das Grenzwachtkorps problemlos zu bewältigen.

Medienberichte, wonach er und sein SVP-Bundesratskollege Guy Pamelin einen Antrag für einen Armeeeinsatz an der Grenze vorbereiten würden, dementiert Maurer. Denn 80 bis 90 Prozent der Migranten kämen mit normalen Zügen an, sodass sie gezählt und registriert werden könnten. «So lange die Situation so bleibt – und man an Schengen festhält – sehe ich im Moment keinen Einsatz für die Armee.»

«48 Stunden Behandlungsfrist»

Maurer würde lieber bei der Abschreckung ansetzen. «Wir könnten etwa bei Asylsuchenden aus afrikanischen Ländern eine Behandlungsfrist von 48 Stunden einführen, wie wir das beim Balkan bereits getan haben.» Dafür gebe es jedoch keine politischen Mehrheiten, sagt Maurer. Er stellt sich deshalb darauf ein, sein Grenzwachtkorps im Süden weiter zu verstärken.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wir müssen die "Islamisierung" in Europa stoppen. Der Bürgermeister von London ist ein Moslem +er lässt bereits ein Plakat mit einer (für ihn) entblösten Frau verbieten.Ich glaube dass es in Grossbritannien schon jetzt mehr Moslems gibt als Briten +es kann sein, dass die Briten zwar den Brexit wollen aber die Ausländer wollen das nicht. Die Schweiz ist ebenfalls bedroht, von Ausländern beherrscht zu werden. Eine sadistisch grinsende Elite freut sich darüber, dass das Volk die Kontrolle verliert!
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    1. Antwort von A. Zuckermann (azu)
      Nicht überbeissen! Reflektion, das war einmal, ach...
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Ich bin nicht dagegen echte Kriegsfüchtlinge aufzunehmen. Schutz wem Schutz gebührt. Frag mich aber auch, ob nicht die Möglichkeit besteht, dass auch Jugendliche wieder zurück in ihr Heimatland geführt werden können - zurück zu ihren Familien? Viele haben verschiedene Länder durchquert und finden sich sonst auch zurecht im Leben. Gibt es hier keine Änderung, werden immer mehr Junge auf den Weg geschickt. Kommen sie wie jetzt von Italien - zurück nach Italien.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      "zurück zu ihren Familien" das meine ich auch, da gehören sie hin, wenn es denn überhaupt Jugendliche sind. Genau genommen müssten wir aus humanitären Gründen die ganze Welt aufnehmen, da es ja eigentlich allen schlecht geht. Auch meiner betagten Nachbarin, die trotz Arthrose das Wasser noch kübelweise im Bach holen musste. Von den Behörden interessierte das keinen, ist ja auch kein Flüchtling. Wir Nachbarn engagierten uns gemeinsam, sonst hätte sie noch heute kein sauberes Wasser.
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    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      A.Keller, eine neue Masche der Migration,man schickt die Kinder voraus und kommt dann im Sinne des Familiennachzugs nach,einfacher geht es nicht..... Jugendliche werden keine zurück geschickt wie die Erfahrung zeigt.
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    3. Antwort von Sandie Collins (Mephisto)
      Robert Mathis, wenn Sie nicht informiert sind, dann geben Sie doch auch keinen Kommentar ab! Unbegleitete Minderjährige können keinen Familiennachzug beantragen, also ist das auch keine Masche! Und wenn die Jugendlichen den beschwerlichen und möglicherweise tödlichen Weg alleine auf sich nehmen, schicken wir sie ganz sicher nicht zurück! Sie wären auch lieber bei ihren Familien aber das ist eben leider nicht möglich, weil zu gefährlich!
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    4. Antwort von robert mathis (veritas)
      S.Collins wenn Sie nicht informiert sind dann geben Sie besser keinen Kommentar ab.Im TV kam eine Sendung genau über dieses Problem bei jedem Jugentlichen wird geprüft ob er allein oder mit Familie unterwegs war oder anderen Flüchtlingen mit reiste.Je nach Situation gibt es Familienzusammenführung z.B. wenn die Angehörigen in der Heimat auch in Gefahr und Not sind.Dies zu den Tatsachen......verständlich auch für mich dass die Familien gerne zusammen sind aber nicht unfair bevorzugt
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Da gibt es nur: Schengen sofort kündigen und alle innert 48 Stunden ins sichere Italien zurücksenden. Alles andere ist Pflästerlipolitik
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    1. Antwort von Sascha Stalder (Sascha Stalder)
      Ist ja richtig toll die Idee Schengen zu kündigen. Danach kann jeder abgewiesene Asylant aus dem Schengenraum nochmal ein Gesuch in der Schweiz stellen. Oder die Umliegenden Länder senden alle die die sie nicht wollen in die Schweiz wie sie es mit Italien vorschlagen. Mal ganz abgesehen vom Chaos das beim ganz normalen freien Personenverkehr mit unseren Nachbarn passiert.
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    2. Antwort von Christophe Bühler ((Bühli))
      Alles eine Frage der Auslegung, wer aus einem sicheren Drittstaat in ein Souveränes Land einreist muss nicht unbedingt ein Recht auf Asyl, Aufenthalt oder Durchreise haben.
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