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So funktioniert die Idee aus Bern
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 17.06.2021.
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Neue Forschungsergebnisse Helle Strassen für kühlere Städte

Neue Strassenbeläge aus Bern heizen sich weniger auf. Nun haben sie auch den Härtetest bestanden.

12 Grad. So viel kühler ist der «Testsieger» der neuen Strassenbeläge, die eine Gruppe aus Ingenieuren, Strassenbauern und Forschenden entwickelt hat. 12 Grad: Das ist mehr als erhofft. «In der Fachwelt ist man von höchstens 10 Grad ausgegangen», sagt Erik Bühlmann, Ingenieur bei der Grolimund und Partner AG.

Bei der Bekämpfung der Hitze in den Städten kommt es auf jedes Grad an. Und hier beginnt das Tüfteln: «Strassen belegen eine grosse Fläche im Siedlungsgebiet», so Bühlmann. Es gelte, die Hitze in den Städten zu reduzieren. Mittels des neuen Belags könne da ein Beitrag geleistet werden, sagt der Ingenieur.

Zwanzig verschiedene Arten von Belägen haben die Ingenieure getestet. Sie empfehlen nun vier Beläge. Bei allen ist das Prinzip gleich: Dank hellerer Farbe reflektieren sie besser und nehmen die Wärme weniger schnell auf. Die einen Beläge werden einfach mit heller Farbe angemalt, bei anderen wird heller Kies darauf gestreut. Beim «Testsieger» werden helle, kleine Steine für den Asphalt verwendet.

Wir mussten einen Belag entwickeln, der Hitze und Lärm reduziert – und für hiesige Verhältnisse geeignet ist.
Autor: Erik BühlmannIngenieur

Die Beläge wurden auf zwei Strassen in Bern und Sitten getestet. «Erfreulich ist, dass sie auch hoher Belastung standhalten – auch die lärmreduzierenden Eigenschaften bleiben erhalten», sagt Bühlmann. Dass der Lärm reduziert wird, sei in der dicht besiedelten Schweiz wichtig. «Helle, wärmereduzierende Strassenbeläge kennt man auch in Japan und in den USA», so Bühlmann. Die Herausforderung war, Beläge zu entwickeln, die Wärme reduzieren, Lärm verringern und hiesigen Standards entsprechen.

Bühlmann bezeichnet die Entwicklung der Beläge als «bahnbrechend». Die Forschung wurde vom Bund und den Kantonen Bern und Wallis unterstützt. Nun haben verschiedene Gemeinden und Kantone Interesse an den Belägen angemeldet. In Luzern und Zürich werden demnächst erste Strassen so gebaut – auch wenn sie etwas teuer werden.

Ist das der richtige Weg?

Für Klimatologe Stefan Brönnimann spielt es keine Rolle, welche Massnahmen man bei der Bekämpfung von sogenannten Hitzeinseln einsetzt. Wichtig sei ein Bündel von Massnahmen. «Eine Vielzahl von Massnahmen ist der Weg, um die Städte zu kühlen», so der Klimatologe der Universität Bern. Er betont die Dringlichkeit. «Die Anzahl der für den Menschen sehr unangenehmen Tropennächte ist noch relativ klein – das wird sich mit dem Klimawandel aber ändern.» Deshalb sei es wichtig, jetzt zu handeln. Das Berner Forschungsteam hat dazu einen Beitrag geleistet.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06:32 Uhr;

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Bahngeleise werden ja auch weiß angestrichen, verbiegen
    Nicht alle Pflanzen eignen sich

    Den Aspekt Insekten wie Tiegermücke die Krankheiten übertragen kann ( da genügen Feuchtigkeit für die Fortpflanzung ) wird gar nicht erwähnt. Im Tessin kennt man diese Problematik bereits. Gerade umschwirrt mich eine am hellichten Tag (die sind nicht in der Nacht unterwegs).
    In Massagno hat es 2 begrünte Häuser. Die Pflanzen sind aber nicht auf der Sonnenseite, denn das wäre zu extrem für die Pflanzen.
  • Kommentar von Peter Belmi  (P.B.)
    Dass hellerer Farbe besser reflektieren und die Wärme weniger schnell aufnehmen als dunkle Farben, da muss man kein Experte sein um dies zu wissen ...
    1. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Richtig, Herr Belmi. Aber ich habe in diesem Artikel darüber gelesen, wie man dieses Wissen bei uns konkret in einen robusten, widerstandsfähigen Strassenbelag umsetzen kann und was das bewirkt: mehr als erwartet.
  • Kommentar von David von Felten  (DvF)
    Die Strasse ist nur ein Teil der Stadt und die reduzierte Absorbtion der Strahlung (Bei Sonneneinstrahlung) erhöht dafür die Reflektion auf das umliegende Gebiet. Sprich reflektierte Strahlung wärmt die Gegend um die Strasse mehr auf. Ob helle Strassen ein System (Strasse mit Umfeld und Geebäude) und nicht nur die Strasse (Isolierte Betrachtung) alleine wesentlich kühlen kann, ist daher fraglich und damit auch die Investition. Da sind Pflanzen und Bäume besser (Wärme und CO2 reduziert).
    1. Antwort von Adrian Kim  (Lösungsorientiert)
      Wenn man die Gebäude begrünen würde und die Strassen sich nicht mehr so erhitzen würden, dann würde dies sicherlich zu einem wesentlich besserem Klima/Abkühlung beitragen.
      (Das man dann an Gebäuden keine Photovoltaik mehr anbringen kann, sei mal dahingestellt)

      Mehr Pflanzen und vorallem Bäume in Städten und Agglos wäre wünschenswert. Leider gibt es häufig streit um hohe Bäume. Freie Sicht und Sonnenbeschienene Fenster/Gärten scheint in der CH schon fast ein Menschenrecht zu sein.
    2. Antwort von David von Felten  (DvF)
      @Adrian Kim - Solar ist z.B. in Spanien super, das ganze Jahr Sonne. Leider ist der Ertrag in der Schweiz bis 6 x schlechter als in Spanien und genau im Winter wenn wir am meisten Energie brauchen (Heizen) ist sowohl unser Streckenpferd Wasserkraft wie auch der Solarstrom reduziert. Solar ist so ziemlich der teuerste Strom in der Erzeugung. Zudem brauchen wir bei Wind und Solar immer ein Kraftwerk (Bandenergie) im Hintergrund um Schwankungen vorzubeugen. Lokale Holzverbunde würde ich gut finden.
    3. Antwort von Adrian Kim  (Lösungsorientiert)
      @ David von Felte, Der Ertrag in Spanien ist sicher etwas höher, jedoch ist diese Technologie hitze empfindlich. Photvoltaik im CH Berggebiet, insbesondere im Winter, haben einen hohen Ertrag.
      Um Schwankungen vorzubeugen benötigt man Speicherenergie(Pumspeicherkraftwerke, etc.) und definitiv keine Bandenergie. Die Bandenergie macht es jedoch kostengünstiger, um das Netz stabil zu halten. Bin gleicher Meinung; Energieverbunde, sei es mit den Elementen Holz, Wasser, Luft sind ein gute Sache.