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Gepäcktransport mit dem ÖV ist teurer geworden
Aus Espresso vom 16.02.2021.
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Neue Pauschalen Tür-zu-Tür-Gepäckservice im öffentlichen Verkehr wurde teurer

Der Gepäcktransport mit dem ÖV in die Ferienwohnung wurde teurer. Massiv ist der Aufschlag für autofreie Ferienorte.

Familien mit Kindern, die mit Zug und Postauto in die Ferien reisen, sind froh um dieses Angebot: Auf der Internetseite der SBB lässt sich der Tür-zu-Tür-Gepäckservice buchen. Das Gepäck wird zuhause abgeholt und direkt ins Feriendomizil gebracht.

Auf dieses Jahr wurde dieser Service aber teurer und es gibt neue Zuschläge. Diese treffen besonders diejenigen, die in autofreien Orten Ferien machen. Da wird der Gepäcktransport hin und zurück schnell einmal um 100 Franken teurer.

Beim Tür-zu-Tür-Gepäckservice wurde auf das Jahr 2021 die Grundpauschale um drei Franken erhöht. Neu kostet der Transport in einen autofreien Ort aber 30 Franken zusätzlich. Zudem wurde eine Pauschale von 15 Franken eingeführt, wenn das Gepäck nicht irgendwann am Tag, sondern in einem bestimmten Zeitfenster abgeholt werden soll.

Wir haben festgestellt, dass der Kostendeckungsgrad dieses Angebots nicht allzu gut ist. Deshalb haben wir minime Preisanpassungen vorgenommen.
Autor: Thomas AmmannMediensprecher Alliance SwissPass

Bern-Riederalp retour: 100 Franken teurer

Ein Beispiel: Drei Gepäckstücke von Bern auf die Riederalp und zurück mit Abholung am Vormittag. Bisher kostete dies total 152 Franken. Neu muss man für dieselbe Leistung 248 Franken bezahlen. Das sind 63 Prozent mehr. Warum dieser happige Aufschlag?

Für die Tarife im öffentlichen Verkehr zuständig ist die Alliance SwissPass. Mediensprecher Thomas Ammann sagt auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso»: «Wir haben festgestellt, dass der Kostendeckungsgrad dieses Angebots nicht allzu gut ist. Deshalb haben wir minime Preisanpassungen vorgenommen.»

Gepäcktransport ist ein Verlustgeschäft

Zudem wollte die Alliance SwissPass differenzieren zwischen Orten mit eigenem Bahnhof, die gut erreichbar seien und solchen, wo der Gepäcktransport aufwendiger sei. Ammann meint damit autofreie Orte und ergänzt: «Die Alternative wäre gewesen, die Preise für den Gepäcktransport generell zu erhöhen.»

Gewinn machen die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs mit der Preiserhöhung jedoch nicht, sagt Thomas Ammann: «Diese Gepäckangebote sind eigentlich, wie die meisten Angebote im öffentlichen Verkehr, nicht kostendeckend.» Mit der Preiserhöhung sei man etwas näher an der Kostenwahrheit, aber weit weg von einem Gewinn.

«Dieser Preis ist immer noch attraktiv»

Minime Preisanpassung – das stimmt vielleicht, wenn der Ferienort nicht autofrei ist und wenn es egal ist, wann das Gepäck abgeholt oder zugestellt wird. Und gerade in autofreien Orten reisen die Feriengäste häufig mit dem ÖV an. Für diese ist das Tür-zu-Tür-Angebot nun deutlich teurer.

Alliance-SwissPass-Sprecher Thomas Ammann räumt ein: «Wenn man das Angebot für diese Orte in Anspruch nimmt, ist es vom Preis her weniger attraktiv. Wir sind aber überzeugt, dass dieser Preis immer noch attraktiv ist für die Leistung, die man erhält.»

Mit dem sogenannten «Gepäck-Special» gebe es auch ein Alternativ-Angebot, das im Moment kostenlos sei. Dieses Angebot gilt in den allermeisten Ferienorten jedoch nur für Gäste bestimmter Hotels.

Espresso, 16.02.2021, 08:13 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Helbling  (Rolf Helbling)
    Wir nehmen einfach nur so viel mit, wie wir tragen können. Ein Paar Ski schultern, einen Rollkoffer in der anderen Hand, einen kleinen Rucksack. Fertig. Und ich kenne auch Familien mit Kindern, die das schaffen.
  • Kommentar von Achim Berger  (Schlauberger)
    @SRF: Fehler bei "Dieser Preist ist immer noch attraktiv"
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Lieber Herr Berger

      Vielen Dank für Ihren Hinweis, der Fehler wurde von der Redaktion korrigiert.

      Freundliche Grüsse
      SRF News
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Da ist ja bald ein Flug mit einer Billigfluggesellschaft nach London günstiger als der Gepäcktransport innerhalb der Schweiz. Zu viele entscheiden sich dann für eine Woche London, statt eine Woche Riederalp, obwohl dies ökologisch negativ zu Buche schlägt. Mit solch negativen Preisanreizen wird es schwierig sein, die Treibhausgasziele der Schweiz zu erfüllen.
    1. Antwort von Manuel Nagel  (mkrm)
      Bei Flugtickets ist ein vergleichbarer Gepäckservice bestenfalls bei einigen First-Tickets inklusive, und diese sind preislich ein einer völlig anderen Liga (mal abgesehen, dass das eh keine Airline auf ZRH-LON anbietet).
      Davon abgesehen ist die Problematik dabei einfach, dass Flugverkehr durch steuerfreies Kerosin die Folgekosten durch Umweltschäden der Allgemeinheit aufbürdet. Wenn, dann sollte man hier ansetzen, statt die Allgemeinheit jegliche Reiseangebote subventionieren zu lassen.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Manuel Nagel: Das ist auch nicht nötig, denn nach London wird wohl niemand die Skiausrüstung, und um das geht es, mitnehmen. Dass man die Klimakosten verursachergerecht besteuern sollte, statt Gepäcke zu subventionieren, gehe ich mit Ihnen einig.