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Regeln 2021: Rechts abbiegen bei Rot für Velos
Aus Schweiz aktuell vom 04.01.2021.
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Neue Verkehrsregeln Fussgänger fürchten um ihre Sicherheit

Velos dürfen neu bei Rotlicht rechts abbiegen. Passanten sind besorgt, wie das Beispiel aus Zürich zeigt.

Seit letztem Freitag dürfen Velos, E-Trottis und Mofas bei Rot rechts abbiegen, sofern eine Tafel an der Ampel es erlaubt. Die Signalisation zeigt ein gelbes Fahrrad und einen Pfeil. Die Neuerung ist eine der Verkehrsregeln, welche seit Anfang Januar schweizweit gelten.

Zürich ist jene Deutschschweizer Stadt, die derzeit wohl am meisten Kreuzungen markiert. Insgesamt hat Zürich bei 900 Kreuzungen geprüft, ob sie die Sicherheitskriterien erfüllen. Das Ergebnis: Bei 81 Kreuzungen können Velos, E-Trottis und Mofas demnächst bei Rot abbiegen. Entsprechende Signalisationen werden laut einer Mitteilung «in den kommenden Tagen» montiert.

Wie setzen andere Städte die Regelung um?

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  • BASEL – DIE PIONIERIN: Die Stadt Basel testete das Abbiegen bei Rot für Velofahrerinnen und -fahrer seit 2013. Der mehrjährige Pilotversuch verlief positiv. Deshalb hat der Bund die Regelung ab 2021 schweizweit eingeführt. In der Stadt Basel können Velos derzeit bei zehn Kreuzungen bei Rot rechts abbiegen. Die Stadt möchte die Regelung bald an weiteren Kreuzungen einführen.
  • BERN UND WINTERTHUR – DIE GEMÄCHLICHEN: Rechts abbiegen bei Rot soll in der Stadt Bern an 80 Ampeln möglich sein. Die Umsetzung ist erst ab Februar geplant, heisst es auf Anfrage. Die entsprechenden Signalisationen müssten noch bewilligt und montiert werden. Die Stadt Winterthur hat 30 Kreuzungen im Visier, wie es in einer Mitteilung heisst. Bis Ende Juni wird das Tiefbauamt die Ampeln dort mit Signalen versehen.
  • LUZERN – DIE NACHZÜGLERIN: In der Stadt Luzern steht noch nicht fest, ab wann und an welchen Kreuzungen Velos bei Rot rechts abbiegen können. Die Stadt sei noch in der Evaluationsphase, heisst es auf Anfrage von SRF. Die Stadt verweist auf zwei Ampeln, die mit Warnblinker ausgerüstet sind. Dort könnten Velofahrer und Velofahrerinnen bereits jetzt rechts abbiegen.

Im Gegensatz zum Kanton und anderen Schweizer Städten hat Zürich die neue Regelung sehr schnell umgesetzt. «Das Ziel ist, dass Velofahrerinnen und Velofahrer in der Stadt flüssiger unterwegs sind», so die Stadtzürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne). Rechts abbiegen bei Rot sei eine Möglichkeit, dieses Ziel zu verfolgen.

Das Ziel ist, dass Velofahrerinnen und Velofahrer in der Stadt Zürich flüssiger unterwegs sind.
Autor: Karin RykartGrüne Stadträtin

Auch Organisationen wie der Touringclub TCS begrüssen es, dass die Stadt rasch handelt. Die Autofahrer würden vom flüssigen Veloverkehr profitieren, heisst es auf Anfrage von SRF.

Ein Velo biegt nach rechts ab
Legende: An der Zürcher Uraniastrasse können Velos bei Rot neu rechts abbiegen. SRF / Anna Wepfer

Skeptischer hingegen sind jene, die sich für die Rechte der Fussgängerinnen einsetzen. Zwar haben Fussgänger weiterhin Vortritt. Doch sie würden als schwächste Verkehrsteilnehmer noch mehr in Bedrängnis geraten, fürchtet Monika Litscher, Geschäftsleiterin des Vereins «Fussverkehr Schweiz».

Sie könnten im Slalom um die Fussgänger herumfahren und ein Gefühl der Unsicherheit auslösen.
Autor: Monika LitscherGeschäftsleiterin «Fussverkehr Schweiz»

«Eine Befürchtung ist, dass unvorsichtige und rücksichtslose Velofahrende den Fussgängerstreifen überfahren und den Fussgängern den Weg abschneiden», so Litscher. Sie könnten im Slalom um Fussgänger herumfahren und so ein Gefühl der Unsicherheit auslösen.

Bisher gab es keine Unfälle

Dieses Risiko ist auch den Verantwortlichen der Stadt Zürich bewusst. Sie haben deshalb im Vorfeld zehn Kreuzungen überwacht, bei denen Velos verbotenerweise rechts abbiegen. Das Fazit der Erhebung: Bei 461 solchen Manövern kam es nur 14 Mal zu einem Zwischenfall. Verkehrsteilnehmer mussten einander ausweichen oder bremsen. Einen Unfall gab es nicht.

Dave Durner, Projektleiter Velosicherheit Stadt Zürich ist überzeugt, dass es auch künftig keine grösseren Probleme geben wird: «Ich lese aus der Erhebung, dass es problemlos möglich ist, wenn Velofahrende an den vorgesehenen Orten bei Rot rechts abbiegen.» Die Stadt will deshalb im Verlauf des Jahres weitere Signalisationen anbringen.

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Aus dem Archiv: Diese neuen Verkehrsregeln gelten im neuen Jahr
Aus SRF News vom 30.12.2020.
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SRF Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 04.01.20, 12.03 Uhr;

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87 Kommentare

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  • Kommentar von Lothar Drack  (spprSso)
    @Byron: Was Sie sagen hat was, in der CH hat man z.B. in über 40 Jahren Fahren im Kreisverkehr nicht gelernt, noch schlimmer ists im Tessin, da ist man erst seit 30 Jahren dran (hat aber schnell die Ausrede parat, das sei halt so, weil die Italiener da andere Regeln hätten, was zwar stimmt, aber als Entschuldigung nix taugt).
    Zum Thema Rücksichtnahme auf Radfahrer: In D sind die Autofahrenden nach meiner Erfahrung - v.a. in Berlin - der CH meilenweit voraus! (2. Anlauf, 1. um 18h)
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  • Kommentar von Robi Mühlebach  (Verito)
    Wieder mal ein Artikel der am Kern des Problems vorbei zielt. Für die Fussgänger sind nicht die rechts abbiegenden Velos die grosse Gefahr, sondern das auf den Trottoirs neu das Velofahren für Jugendliche bis zwölf Jahre erlaubt ist. Also gerade eine Altersklasse welche mangels Erfahrung noch nicht viel Rücksichtnahme gelernt hat. Diese neue Regelung ist auf schärfste zu verurteilen.
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  • Kommentar von Manuel Schütz  (ld238m)
    "Nur 14 von 461" = wenig?? Das sind ca 2-3%. Man rechne hoch auf ein ganzes Jahr...
    Schon jetzt schauen mich Fussgänger verduzt an, wenn ich als Velofahrer vor dem Zebrastreifen anhalte...
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