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Wie gut geht es dem Wald?
Aus 10vor10 vom 10.06.2020.
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Neuer Bericht Dem Schweizer Wald geht es gut, doch der Klimawandel macht Druck

  • Der Schweizer Wald ist in guter Verfassung und schützt besser vor Naturgefahren als vor acht Jahren.
  • Insektenbefall und der Klimawandel machen dem Wald allerdings zu schaffen.
  • Das zeigt der Bericht zum neuen, vierten Landesforstinventar (LFI4) des Bundesamts für Umwelt (Bafu) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Dem Bericht zufolge sind Waldstrukturen und Baumarten vielfältiger als beim letzten Bericht. Dies sei eine erfreuliche Entwicklung – auch im Hinblick auf den zunehmenden Stress durch Trockenheit und Stürme. Problematisch für den Wald seien allerdings Insektenbefall und Krankheiten.

Quelle: WSL, Ergebnisse LFI4, 10.06.2020Zunahme der Waldflächepro Wirtschaftsregion*bis 2%2 - 5%6 - 10%11 - 15%mehr als 15%*in der Zeit zwischen Landesforstinventar 1983/85 und Landesforstinventar 2009/17

Der Schweizer Wald bedeckt rund einen Drittel der Landesfläche. Er hat sich gemäss LFI4 (2009-2017) seit der letzten Erhebung (LFI3, 2004–2006) positiv entwickelt. So seien die bewirtschafteten Wälder naturnaher geworden, es gebe mehr Mischwälder mit zahlreichen Baumarten und mehr Bäume verschiedenen Alters, konstatieren die Forscher. Solche Wälder sind widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit, Stürmen oder Insektenbefall.

In höheren Lagen werden Wälder der Analyse zufolge oft zu selten durchforstet – etwa, weil eine regelmässige Bewirtschaftung zu teuer ist oder weil Waldstrassen fehlen. Solche Wälder werden zu dicht und es wachsen zu wenige junge Bäume nach. Wenn der Wald gegen Naturgefahren wie Steinschlag, Lawinen und Murgänge schützen soll, ist das ein Problem.

Das Landesforstinventar

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Der Zustand und die Entwicklung des Schweizer Waldes werden seit vier Jahrzehnten im Rahmen des Landesforstinventars (LFI) beobachtet. Das LFI ist ein gemeinsames, langfristiges Projekt des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Auf Basis einer Stichprobenerhebung liefert das LFI alle neun Jahre Ergebnisse. Es widerspiegelt das Waldökosystem mit all seinen Funktionen und soll helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und den Effekt von Massnahmen zu beurteilen. Die erste Erhebung (LFI1) wurde in den 1980er-Jahren durchgeführt. Die Publikation von Ergebnisberichten erfolgt alle zehn Jahre.

Auch der Klimawandel mit mehr Wärme und häufigeren Trockenheitsphasen macht dem Wald zu schaffen. Hier fordern die Autoren des Berichts langfristige Lösungen, um den Wald an die sich ändernden Bedingungen anzupassen. Eine Chance seien Baumarten, die während der Trockenperioden weniger leiden als andere. Einheimische Eichenarten etwa verkraften Trockenheit besser als der Nadelbaum Fichte.

Gerade junge Eichen aber und die in Schutzwäldern wichtigen Weisstannen sind beim Rehwild sehr beliebt und entsprechend von Bissschäden betroffen.

Die Ziele der Schweizer Waldpolitik können gemäss den beiden Fachstellen nur erreicht werden durch einen dem Klimawandel angepassten Wald. Nur so können die Wälder ihre Funktionen und Leistungen erbringen. Dazu seien flexible Instrumente nötig.

Verjüngung ausschlaggebend

Deshalb muss sich ein nachhaltig bewirtschafteter Wald verjüngen, soll er die Ansprüche als Schutz vor Naturgefahren, Erholungsraum und Rohstofflieferant erfüllen. Dies geschieht, indem Forstleute sowie Waldeigentümerinnen und -eigentümer ihn möglichst natürlich verjüngen, regelmässig pflegen und durchforsten sowie das Holz nachhaltig nutzen.

Die Bewirtschaftung der Wälder indessen sinkt, wie das Forstinventar weiter zeigt. Aus Sicht der Waldpolitik ist das unerwünscht. Mit ein Grund für die geringere Nutzung dürften sinkende Holzpreise sein. Wegen der Borkenkäfer musste viel Fichtenholz geschlagen werden. Da sich der Schädling unterdessen nicht nur an Fichten, sondern auch Tannen, Föhren und Lärchen gütlich tut, dürfte sich der Holzmarkt so bald nicht entspannen.

10v10, 10.06.2020, 21:50 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Bühlmann  (Goerk3)
    Da kann man ja nur froh sein, wenn das Haus nicht einem Baumhaus weichen muss.
    Aber: GRATULATION liebe Förster!!!
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  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Die Monokultur generell, und von Fichten im Besonderen, und gerade in der Ebene des Mittellands, war damals und später, eine forstliche Fehlleistung, ein nicht nachhaltiges Geschäftsmodell. Sterbende Fichten samt Borkenkäfer sind eine logische Folge davon, und nicht eines globalen Klimawandels. Wir brauchen nun auch keinen „Baum der Zukunft“ sondern einfach eine standortgerechte Waldwirtschaft. Parallelen mit Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft sind beabsichtigt, und nicht zufällig.
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  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    „Der jährliche Holzzuwachs im Schweizer Wald betrug gut 9 Millionen Kubikmeter, davon wurde knapp 90 Prozent genutzt oder liegt als Totholz im Wald.“
    Was jetzt?
    Auch sind pauschale Aussagen zum „Schweizer Wald“ Habakuk. Wälder leben an Standorten, nicht in Staaten, nämlich in Abhängigkeit von Höhenlage, Exposition, Niederschlägen, Bodenbeschaffenheit, Artenzusammensetzung u.a. Dass die Fichte sich für die wenigsten Standorte tieferer Lagen eignet, wussten Fachkundige im 19. Jht gut wie heute.
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