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Expertengruppe erarbeitet mehrere Optionen für 5G
Aus Tagesschau vom 28.11.2019.
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Neuer Faktenbericht Einführung von 5G: Diese Varianten schlagen Experten vor

  • Die Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» kann eine Gesundheitsgefährdung des neuen Mobilfunkstandards 5G nicht abschliessend klären.
  • Für die Einführung von 5G schlägt die Arbeitsgruppe mehrere Optionen vor.
  • Über die zentrale Frage, ob und wie die Anlagegrenzwerte angepasst werden sollen, kam keine Einigung zu Stande.

Die Arbeitsgruppe hat daher zunächst den Stand des Wissens dazu zusammengetragen. Ihr Fazit: Unterhalb der geltenden Immissionsgrenzwerte konnten gesundheitliche Auswirkungen nicht konsistent nachgewiesen werden. Aus Praxis und Wissenschaft gebe es unterschiedlich gut abgestützte Beobachtungen, heisst es im Bericht. Gesundheitsauswirkungen liessen sich wissenschaftlich nie mit absoluter Sicherheit ausschliessen. Wegen dieser Unsicherheit gibt es bei den Anlagegrenzwerten aufgrund des Vorsorgeprinzips grosse Sicherheitsmargen.

Leuthard setzte Gruppe ein

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Im September 2018 hatte die damalige Bundesrätin Doris Leuthard die Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» eingesetzt. Diese hatte den Auftrag, Bedürfnisse und Risiken beim Aufbau von 5G-Netzen zu analysieren und Empfehlungen auszuarbeiten.

In der Arbeitsgruppe waren Bundesämter und Kantonsbehörden vertreten, aber auch Mobilfunkanbieter, die Ärzteschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden. Paul Steffen, Vizedirektor des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), leitete die Arbeitsgruppe.

Über diese Fakten sind sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe einig geworden, nicht aber über das weitere Vorgehen. Sie haben daher unterschiedliche Optionen zur Entwicklung des Mobilfunknetzes ausgearbeitet. Die Mobilfunkanbieter möchten naturgemäss 5G flächendeckend im Aussen- und Innenbereich anbieten können.

Die Arbeitsgruppe schlägt verschiedene Optionen vor, die von höheren Anlagegrenzwerten ausgehen:

  • Ein flächendeckendes 5G-Netz könnte innerhalb weniger Jahre oder mit einigen tausend zusätzlichen Antennenstandorten innerhalb von 10 bis 20 Jahren realisiert werden. Die Investitionskosten betragen nach Schätzungen der Branche zwischen 1 und 3 Milliarden Franken.
  • Eine weitere Option ist die Beibehaltung der heutigen Anlagegrenzwerte. Für ein leistungsfähiges 5G-Netz wären rund 26‘000 zusätzliche Antennenstandorte nötig. Die Investitionskosten werden auf knapp 8 Milliarden Franken geschätzt.
  • Eine weitere Variante sieht den Status quo bei den Anlagegrenzwerten, aber strengere Anforderungen an Kleinzellenantennen und adaptiven Antennen vor. Erstere werden wegen der schlechteren Durchdringung von 5G in grosser Zahl benötigt, letztere geben die Mobilfunkstrahlung gerichtet ab und können kurzzeitig zu einer höheren Exposition führen. Für 5G wären bei dieser Option über 46‘000 neue Standorte nötig, die Kosten lägen geschätzt bei 13 Milliarden Franken. Trotzdem liesse sich in Innenräumen unter diesen Bedingungen keine flächendeckende Abdeckung erreichen.
  • Ein Konzept geht von der Trennung von Aussen- und Innenraumversorgung aus. Der Aussenraum könnte mit deutlich tieferen Anlagegrenzwerten versorgt werden, während im Inneren von Gebäuden Festnetzanschlüsse oder Kleinstfunkanlagen zum Einsatz kämen. Das schlagen Ärzte vor. Für verschiedene Volksinitiativen mit dieser Stossrichtung werden derzeit Unterschriften gesammelt. Eine leistungsfähige Mobilfunkkommunikation wäre nach Ansicht der Mobilfunkanbieter unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.

Unabhängig von der gewählten Option für die Weiterentwicklung des Mobilfunknetzes schlägt die Arbeitsgruppe dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) verschiedene Begleitmassnahmen vor. Dazu gehören ein Monitoring der Exposition und der Gesundheitsauswirkungen, die Förderung der Forschung, eine Beratungsstelle für nichtionisierende Strahlung oder zusätzliche Informationen für die Bevölkerung zur Versachlichung der Diskussion.

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78 Kommentare

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  • Kommentar von Arnold Weiss  (A.Weiss)
    Ich finde es schon merkwürdig, dass viele Kommentatoren eine Haftung der Mobilfunkanbieter für allfällige Schäden fordern, die Schweizer Bauern aber völlig ungeschoren davon kommen sollen. Und dies obwohl, im Gegensatz zu 5G, nachweislich bewiesen wurde, dass Pestizide und Herbizide enorme Umweltschäden verursachen. Von Gesundheitsschäden und Tierleid mal ganz zu schweigen. Jeder soll für die Schäden haften, die er selbst verursacht. Bauern wie auch Mobilfunk. Das wäre fair.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Arnold Weiss: Wie stellen Sie sich diese Haftung denn vor? Danken wir Ihren Geistesblitz mal zu Ende. Angenommen man könnte die Schäden durch Gifte quantifizieren. Dann müsste man zuerst eruieren von welchem Bauern sie stammen, damit man ihn haftbar machen könnte. Dann müsste er bezahlen, vermutlich ein paar Millionen Franken. Faktisch kann das kein Bauer bezahlen ohne unweigerlich sofort bankrott zu gehen. Das heisst, es gäbe innerhalb eines Jahres keine Bauern mehr und wir würden verhungern.
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  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Man hat meine Einwände von vorhin zurechtgestutzt.. ok kein Problem.. ich lerne gerne dazu. Dennoch müssen wir darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen. Mehrere Leser haben dies in ihren Kommentaren kundgetan. Es ist die Zwiespältigkeit mit der wir zu allem JA sagen und gleichzeitig merken und erfahren müssen, dass der unaufhaltsame Fortschritt uns gleichzeitig genauso viele neue Probleme beschert - und dies in einer Dimension, welche nicht mehr rückgängig zu machen ist!
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  • Kommentar von Michael Müller  (M. Müller)
    Es ist durchaus denkbar, dass auch nicht-ionisierende Strahlung einen strukturverändernden Einfluss auf den menschlichen Körper hat. In diesem Zusammenhang erklärt Dr. Ulrich Warnke in seinem Buch 'Bionisches Wasser' einen sehr plausiblen und wissenschaftlich fundierten Wirkmechanismus.
    Wenn unsere technische Strahlung tatsächlich nur eine thermische Wirkung auf den Körper hätte, dann müssten alle Studien einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden ergeben. Aber das tun sie klar nicht...
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    1. Antwort von Sebastian Müller  (sebmul)
      Bei einem Buch mit dem Titel "Bionisches Wasser" sollten alle Pseudowissenschaftsalarmsignale losgehen.
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    2. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      Bis zu Bionisches Wasser hab ich ihren Kommentar gelesen... Dann ging der Esoterik Alarm los im Kopf. Sorry! Das muss ich nicht mal googeln um zu wissen dass es nichts seriöses ist.
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    3. Antwort von Michael Müller  (M. Müller)
      Ja Hr. Trütsch, der Titel mag etwas esoterisch klingen, da gebe ich Ihnen Recht. Bitte lassen Sie sich aber davon nicht abschrecken, denn der Inhalt hat es in sich. Es wäre ja wirklich schade, wenn Sie ohne fundierte Prüfung etwas als Unseriös abstempeln.
      Und Achtung: sind Sie sicher, dass Sie mithilfe von Google etwas auf Seriosität prüfen können? Bei all dem Unsinn, der leider ebenfalls im Internet zu finden ist? ;-)
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    4. Antwort von M. Keller  (mkel)
      Wieso sollte der Effekt positiv sein? Vielmehr gibt es gar keinen Effekt, weil genau darin die Definition der nichtionisierenden Strahlung liegt. Ihre Energie reicht schlicht nicht aus, um Atome und Moleküle im menschlichen Körper zu verändern. Das sind wissenschaftliche Tatsachen, die sie überall finden können, ausser auf Websiten, die Themen wie "Bionisches Wasser" aufgreifen...
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    5. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      Lassen Sie mich raten… In dem Buch kommen sehr viele Fachbegriffe vor, welche sich sehr überzeugend anhören und soweit Sie das verstehen auch alles Korrekt ist. Man wird als Leser von alltäglichen Dingen bis in die Quantenphysik mitgenommen. Man lernt etwas über Wasserstoff-H Brücken, Energiepotentiale und vieles mehr. Irgendwann wenn es einem schon mächtig Sturm im Kopf ist kommt man zur eigentlichen Sensation. Solche und ähnliche Bücher kenne ich zu genügen. Als Laie ist man da chancenlos.
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    6. Antwort von Michael Müller  (M. Müller)
      Natürlich müsste technische Strahlung positive, gesunde Effekte haben. Dieser Anspruch sollte an alle technischen Errungenschaften gestellt werden. Warum sollte sie nur 'nicht schädlich' sein? Wir sollten als Menschheit mittlerweile gelernt haben, etwas weiter als nur knapp über die nächste Mobilfunkgeneration hinauszudenken.
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    7. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      @Müller: Der Autor des Buches, das sie oben genannt haben, verdient gutes Geld mit Geräten, welche Elektromagnetische Strahlung erzeugt, die angeblich eine positive Wirkung auf uns haben soll. Er hat auch seine eigenen Theorien zur Krebsheilung die natürlich auch nur mit von seiner Firma entwickelten Geräten funktioniert. Seine Thesen wurden mehrfach wissenschaftlich wiederlegt. Bei Solchen Leuten weiss ich nie ob die das aus Kalkül machen oder ob sie einfach nicht ganz dicht sind.
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