Zum Inhalt springen

Header

Video
Initiativenflut gegen 5G
Aus 10vor10 vom 27.11.2019.
abspielen
Inhalt

5G-Gegner mobilisieren Der Initiativ-Salat ist angerichtet

Fünf verschiedene Volksinitiativen von fünf verschiedenen Komitees: Die Gegner von Mobilfunkstrahlung lancieren eine Initiativ-Flut.

Die Bewegung der Mobilfunkgegner erlebt derzeit einen Höhenflug. Überall in der Schweiz bilden sich Bürgerkomitees, die sich gegen 5G-Antennen zur Wehr setzen. «Es ist ein regelrechter Volksaufstand im Gange», frohlockt etwa ein Vorreiter der Antennengegner, Hans-Ulrich Jakob, seit 30 Jahren im Kampf gegen Mobilfunkstrahlung.

Nun wollen die 5G-Gegner den politischen Druck erhöhen. Gleich fünf Volksinitiativen sollen in den nächsten Monaten lanciert werden. Zwei der fünf Komitees sammeln bereits Unterschriften.

Handyfreie Schulen und ÖV

Gute Chancen auf 100’000 Unterschriften rechnet sich etwa die «Mobilfunkhaftungs-Initiative» aus. Ihr Ziel ist es, dass Mobilfunk-Betreiber für Schäden an Personen oder Sachen, die durch die Strahlung ihrer Antennen verursacht werden, aufkommen müssen. So will die Initiative verhindern, dass sich die Mobilfunkanbieter aus der Verantwortung stehlen, sollte dereinst festgestellt werden, dass Handystrahlung in breitem Masse schädlich ist.

Viel grösser ist der Forderungskatalog der «Mobilfunk-Initiative – für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk». Sie will unter anderem in der Verfassung festschreiben, dass die Grenzwerte nicht erhöht werden dürfen.

Eine weitere Initiative stammt von einer Gruppe aus der Romandie: Ihr Initiativtext fordert die Senkung der heutigen Grenzwerte auf rund ein Zehntel. Sie will Bussen bis zu 10’000 Franken pro Tag für jene Betreiber einführen, die sie nicht einhalten.

Eine Handyantenne hinter einem Baum
Legende: Handyantennen sind vielen ein Dorn im Auge – auf eine gemeinsame Initiative konnten sich 5G-Gegner aber nicht einigen. Keystone

Im Frühling 2020 will zudem die erst im Herbst gegründete Patientenschutzorganisation «Frequencia» ihre eigene Initiative «für strahlungsarme Lebensräume» lancieren. Sie fordert, dass die Abstrahlung der Antennen massiv gesenkt wird, damit die Funkstrahlung nicht in private Wohnbereiche dringt. Wer sein Handy in Innenräumen nutzen wolle, könne dies über Kabel und Drahtlosnetzwerke tun.

Erst in der Ausarbeitung ist die fünfte Initiative «Gemeinde-Autonomie für Mobilfunkabdeckung» der «Freiheitlichen Bewegung Schweiz». Sie will den Gemeinden das letzte Wort darüber überlassen, ob und wo Antennen errichtet werden dürfen. So erhoffen sich die Initianten mehr strahlungsfreie Zonen.

Ist die Flut kontraproduktiv?

Dass nun eine wahre Initiativ-Flut losgetreten werden, wird in der Szene der 5G-Gegner auch kritisch beurteilt. «Ich hätte mir gewünscht, man hätte sich auf eine Initiative einigen können und die Kräfte gebündelt, statt sich mit fünf zu verzetteln», sagt selbst Hans-Ulrich Jakob. Doch Versuche, die Gruppen an einen Tisch zu bringen, seien gescheitert. «Jeder findet sein eigenes Anliegen das wichtigste.»

Video
Hans-Ulrich Jakob: «Ich hätte mir gewünscht, man hätte sich auf eine Initiative einigen können.»
Aus 10vor10 vom 27.11.2019.
abspielen

Ohnehin scheint es in der Szene der Mobilfunkgegner generell bei der Kommunikation zu hapern. Selbst die Konsumentenschutz-Organisation «Frequencia», die sich die Bündelung der verschiedenen Kräfte in den unterschiedlichen Sprachregionen auf die Fahne geschrieben hat, scheint bei der Koordination zu scheitern.

«Die Mobilfunk-Kritiker-Szene besteht aus ganz unterschiedlichen Gruppen, die bisher kaum Kontakt hatten», sagt deren Vorstandsmitglied Peter Schlegel. Die Gefahr, dass durch Unübersichtlichkeit und mehrspurige Kommunikation Schlagkraft verloren gehe, sei nicht von der Hand zu weisen. «Derzeit müssen wir Doppelspurigkeiten in Kauf nehmen», sagt Peter Schlegel, «die generelle Stossrichtung aber ist dieselbe.»

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

49 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Manfred Peter  (Geronimo)
    Der gesunde Menschenverstand stemmt sich klar gegen 5G. Bei Zigaretten war man auch lange nicht sicher, ob sie schaden. Bei Mikroplastik kommt langsam die Ernüchterung. Bei TDC war es ebenfalls die viel gepriesene neue Technik, mit bekannten Resultaten.

    Von knappen Geist getrieben, hofft der Mensch, er würde vor Arbeit verschont, spende er nur einige Taler....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
    Ich bin weder dafür noch dagegen, denn mein Handy ist mir echt nicht so wichtig. Was mich aber ehrlich interessieren würde ist ob alle diese Gegner KEIN Handy haben. Denn strahlen tun die so oder so, ob jetzt auf 4 oder 5G. Und auch kein WiFi im Haus oder ? Und keine kabellosen Telefone? Und überhaupt keine Bildschirme ? Und auch nie in ein Flugzeug steigen, denn die Gammastrahlung da oben in der Stratosphäre.... Und auch nie ins Tessin, Stichwort Radon...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Raymond Klaus  (Ray)
    Super......Macht weiter so, ich bin dabei.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen