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Günstiger Fliegen ab Regionalflughäfen?
Aus HeuteMorgen vom 12.05.2021.
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Neues CO2-Gesetz Regionalflughäfen sollen CO2-Rabatt bekommen

Für Flüge ab Schweizer Flughäfen soll künftig wegen der Treibhausgas-Emissionen eine Abgabe bezahlt werden müssen. Doch das gilt nicht für alle Flughäfen im Land gleichermassen.

Auf Linien- und Charterflügen soll künftig eine Flugticketabgabe erhoben werden. Auf allen anderen Flügen, der sogenannten «General Aviation», eine «Abgabe Allgemeine Luftfahrt». So steht es im CO2-Gesetz.

Die Höhe der Abgaben legt der Bundesrat fest. Und dieser schlägt nun vor, dass es günstiger sein soll, wenn Privatflugzeuge und Geschäftsflieger von Regionalflughäfen aus starten. Seine Begründung: Die «General Aviation» sei das Hauptgeschäft der regionalen Flugplätze.

Ein Langstreckenflug von den Landesflughäfen Zürich, Genf oder Basel-Mulhouse aus zum Beispiel würde für die Mehrheit der Kleinflugzeuge zusätzlich pro Flug 2000 Franken kosten, von zehn Regionalflughäfen aus hingegen nur 1500 Franken.

«Sieht nach einer Verzerrung aus»

Irritiert über diesen Rabatt ist der grünliberale Nationalrat Jörg Mäder, Vorstandsmitglied des «Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Zürich»: «Kleine Flughäfen können durchaus ihre Vorteile haben. Sie haben vielleicht engere Beziehungen zu den Kunden, kürzere Wege. Das können sie sehr gerne ausspielen. Aber das hier sieht mir nach einer Verzerrung aus, die hier nichts zu suchen hat.»

Kein Problem hingegen sieht der grüne Nationalrat Kurt Egger. Das Parlament habe ja ins CO2-Gesetz geschrieben, der Bundesrat müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Flughäfen berücksichtigen: «Es geht hier ein bisschen auch um Regionalpolitik. Die regionalen Flughäfen spielen eine Rolle, zum Beispiel auch im ganzen Rettungsdienst. Und dafür haben sie etwas günstigere Abgaben.»

Aus klimapolitischer Sicht aber sei das absurd, findet der Grünliberale Jörg Mäder: «CO2 ist ein Klimagas, und ob das jetzt an einem der grossen Flughäfen ausgestossen wird oder ein paar Kilometer neben dran an einem kleinen, macht keinen Unterschied.»

«Dem Klima ist es egal, von wo man fliegt»

Damit konfrontiert meint der Grüne Kurt Egger: «Da haben Sie recht, dem Klima spielt es keine Rolle, von wo man fliegt. Aber die Privatflugabgabe ist auf einem so tiefen Niveau – wir hätten eigentlich eine viel höhere Abgabe gewollt –, dass das klimapolitisch eine untergeordnete Rolle spielt.»

Auch der Vertreter der Luftfahrtbranche ist gar nicht zufrieden. Da werde via CO2-Gesetz Verkehrspolitik betrieben, ärgert sich der Präsident des Dachverbands der Schweizerischen Luftfahrt Aerosuisse, SVP-Nationalrat Thomas Hurter: «Wenn die Wirtschaft und die Bevölkerung von einem Punkt abreisen oder hinreisen möchte, dann muss man das so zulassen, und dann sollte man das nicht politisch steuern. Das finde ich nicht sehr optimal.»

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Soll das Fliegen teurer werden – oder gleich ganz verboten?
Aus SRF News vom 30.04.2021.
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Noch ist der Abgaberabatt für Regionalflughäfen nicht definitiv. Der Bundesrat will die Höhe der Abgaben erst nach der Abstimmung über das CO2-Gesetz endgültig festlegen.

Heute Morgen, 10.05.2021, 06:00 Uhr

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Grütter  (gruetter79)
    Ich vermisse das Engagement unserer Politiker ZUSAMMEN (das dürfen wir von ihnen erwarten) mit weiteren Staaten eine globale Lösung anzustreben, da die Menschen dann auch eher an eine positive Beeinflussung des Klimas glauben und bereit sind, etwas zu verändern. Nicht gegenseitige CO2-Versprechen, sondern gemeinsame konkrete Massnahmen. Die Schweiz wurstelt wie jedes andere Land selber - so wird das nichts! Anstrengung ohne Erfolgsaussicht - da mache ich nicht mit.
    1. Antwort von Michael Schwyzer  (Michael Schwyzer)
      International läuft schon lange Ein Projekt zur Bepreisung von Kerosin. Bisher haben internationale Handels-/Zollvorschriften die Besteuerung von Treibstoffen in Flugzeugtanks angeblich verunmöglicht, wenn wir dem Bundesrat glauben können. In einigen Jahren sollte das dann endlich umgesetzt werden. Lieber spät als nie.
      Heute ist der Flugverkehr wegen fehlender bzw. geringerer Abgaben sogar noch klimamässig bevorzugt, da die hohen Folgekosten kaum in den Verbraucher°innenpreisen enthalten sind.
  • Kommentar von Alexander Grütter  (gruetter79)
    Die Flugticketabgabe ist für eine vierköpfige Familie mit schweizerisch-philippinischen Wurzeln keine einfache Geschichte. Bei einer Reise mit dem Flugzeug geht es uns dabei nicht um Fun, Party etc., sondern um einen Familienbesuch. Das wurde bis jetzt noch von keinem Politiker je angesprochen und wir sind bestimmt nicht die einzigen. Ich finde, dass der Besuch der eigenen Familie ein Recht ist - im Gegensatz zu „Ferien“ mit dem Flugzeug. Es wird KEIN Unterschied gemacht. Unfair, unausgegoren...
    1. Antwort von Michael Schwyzer  (Michael Schwyzer)
      Es gibt keinen Anspruch darauf, die Kosten für die eigene Lebensgestaltung der Allgemeinheit aufzubürden. Ohne Flugverkehr hätten Sie wohl dieses problem gar nie gehabt. Es darf m. M. n kein Gewohnheitsrecht auf sozial schädliches Verhalten geben, insb. wenn anderswo Leute deswegen ihre Lebensgrundlage zu verlieren drohen.

      Die Idee von Lenkungsabgaben ist ja gerade, dass das ungewünschte Verhalten teurer und daher seltener wird. Wer einen grossen Anteil am Problem hat, muss stärker bluten.
  • Kommentar von Manuel Nagel  (mkrm)
    "Dem Klima ist es egal, von wo man fliegt"
    Damit ist eigentlich alles gesagt. Wenn man eine solche Massnahme zum Umweltschutz ergreift, sollte sie sich einzig danach richten, wie viel Umweltverschmutzung erzeugt bzw. durch die Massnahme verhindert oder kompensiert wird.
    Albern ist natürlich auch, dass diese Gebühr unabhängig vom Verbrauch bzw. Ausstoss erhoben werden soll, so schafft man keine Motivation zur Anschaffung sparsamerer Modelle.