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Seit dieser Woche steht in Grenchen ein automatischer Einkauf-Container.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 02.02.2021.
abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
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Neues Shop-Konzept Migros testet Mini-Supermarkt – ganz ohne Personal

Seit Montag steht in Grenchen eine unbediente Migros-Filiale, die Tag und Nacht geöffnet hat. Ob diese Neuheit auch genutzt wird, ist noch völlig offen.

Von den Rüebli über Butter und Schinkengipfeli bis zum Katzenfutter: In der neuen Migros-Filiale in Grenchen sind auf 18 Quadratmetern rund 500 Artikel des täglichen Bedarfs erhältlich. Die Waren kosten gleich viel wie in der «grossen» Migros ein paar Meter weiter. Es werden auch hier weder Alkohol noch Zigaretten verkauft.

Der sogenannte «Voi Cube» am Bahnhof Grenchen Süd ist trotzdem kein normales Geschäft. Eher ein begehbarer Warenautomat, ohne Bedienung. Wer Zutritt zum Laden will, muss sich vorher per App registrieren – unter Vorlage einer Identitätskarte. Die Türe öffnet sich per QR-Code auf dem Smartphone, bezahlt wird an einer Selfscanning-Kasse. Die Kundschaft erledigt den Einkauf von A bis Z selbst.

Container aus Holz, vorne mit Schiebetüre wie bei einem Einkaufsladen, Aufschrift "Tag und Nacht"
Legende: Der «Einkaufscontainer» steht am Bahnhof Grenchen Süd, rund fünf Minuten vom Stadtzentrum entfernt. SRF/Bruno von Däniken

Grenchen ist erst ein Versuch

«Wir hören immer wieder den Wunsch nach flexibleren Öffnungszeiten», erklärt Sara Hinske, Projektleiterin bei der Genossenschaft Migros Aare. «Mit diesem Laden wollen wir testen, ob die Leute so ein Angebot auch wirklich nutzen.»

Warum in Grenchen?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

«Es ist vor allem von den Platzverhältnissen her sehr praktisch hier», sagt Migros-Sprecherin Andrea Bauer, «deshalb haben wir Grenchen ausgewählt». Die Wahl fiel also mehr oder minder zufällig auf die Stadt im Westen des Kantons Solothurn.

Grenchen ist die zweitgrösste Gemeinde im Kanton und hat rund 18'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Bahnhof Süd liegt an der Intercity-Linie zwischen Genf und Zürich und rund fünf Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Daraus lässt sich laut Andrea Bauer allerdings nicht zwingend auf künftige mögliche Standorte für solche «Voi Cube» schliessen.

Dabei orientiert sich das Konzept an bereits bestehenden Konzepten im In- und Ausland. Der Valora-Konzern hatte zum Beispiel vor längerer Zeit seine «avec box» lanciert, die seit Herbst 2019 auf dem Campus der ETH Hönggerberg in Zürich steht. Auch in Deutschland und Frankreich gebe es Beispiele, erklärt Sara Hinske. Ob die Migros künftig wirklich vermehrt auf diese Form von Läden setzt, ist derzeit aber noch völlig offen.

Alternative für verschwundene Quartierläden?

Konkurrenzieren solche 24-Stunden-Shops nicht auch die bestehenden, bedienten Migros-Filialen? Migros-Mediensprecherin Andrea Bauer winkt ab. Sie sieht solche neuen Konzepte als Ergänzung zu den bisherigen Standorten. Auch die Corona-Pandemie verändere das Einkaufsverhalten der Menschen, darauf wolle man reagieren.

Selbstbedienungskasse neben Eingang
Legende: Trotz Selbstbedienung ist der Laden diebstahlsicher: Kundinnen und Kunden müssen sich registrieren und werden per Kamera überwacht. SRF/Bruno von Däniken

«Die grossen Filialen entlang der Pendlerströme, zum Beispiel an Bahnhöfen, werden etwas weniger genutzt», so Andrea Bauer. «Dafür haben Filialen in den Quartieren und in kleineren Gemeinden mehr Zulauf.» An solchen Orten könnten automatisierte Mini-Warenhäuser also zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe schaffen. Vorausgesetzt natürlich, der Versuch in Grenchen verläuft erfolgreich.

Am ersten Tag war das Interesse am neuen Konzept gross – allerdings standen vor allem Journalistinnen und Journalisten vor dem Laden und noch kaum Kundinnen und Kunden.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 26.01.2021, 6:32 Uhr;

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109 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Bieri  (Yo-Han Kapuzi)
    Ich gehe einkaufen, um meinen leeren Kühlschrank zu füllen. Nicht, um Verkaufspersonal vollzuquatschen. Um Arbeitsplätze mache ich mir wenig Sorgen: dieses Konzept ergibt neue und besser bezahlte Jobs.
  • Kommentar von Eva Hefti  (EvaPeaceLove)
    Ja, die Verkäufer*innen werden ersetzt, der Laden muss trotzdem unterhalten werden und das kann hoffentlich zu flexibleren und evtl. teilzeitlicheren Zeiten statt finden. Für die Technik und das Ladenkonzept etc braucht es wieder gut ausgebildetes Personal - das sind wieder neue andere spannende Jobs.
  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Steigert vermutlich die Arbeitslosenquote, und einiges an Arbeit kann dann aus Spargründen ins ferne Ausland verlagert werden. Menschen brauchen Kontakte, so wird selbst der Einkauf für einsame Menschen noch einsamer. Das alles passt gut zu hängenden Laborsalatköpfen... alles automatisiert, kalt, leblos. Arme Nachwelt, auf sie wartet eine Zukunft fern jeglicher Natürlichkeit, in der irgendwann auch der Mensch noch ganz überflüssig sein wird.