Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Güterverkehr auf Abstellgleis abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
02:43 min, aus Rendez-vous vom 29.05.2019.
Inhalt

Nutzung der Bahninfrastruktur Personenzüge vor Güterzügen

Reisende Personen haben Vorrang: Das Bundesgericht fällt ein wegweisendes Urteil für die SBB.

Die Interessen des Personenverkehrs überwiegen jene des Güterverkehrs im Streckenabschnitt zwischen Zürich Hardbrücke und Bülach. Deshalb hat das Bundesverwaltungsgericht nun entschieden, der S-Bahn Nummer 3 die nötige Anzahl Fahrten zu sichern.

Der Hintergrund dieses Entscheids ist, dass es auf dem Schweizer Schienennetz sehr eng zu und hergeht. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen dem ständig wachsenden Personenverkehr und dem Güterverkehr. Um die einzelnen Streckenabschnitte zu planen, hat der Bund vor zwei Jahren ein neues Planungsinstrument eingeführt, das sogenannte Netznutzungskonzept.

Mindestanzahl an Fahrten

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) räumte in der Planung dem Güterverkehr eine Mindestanzahl an Fahrten ein. Dagegen erhoben der Kanton Zürich, der Zürcher Verkehrsverbund und die Stadt Bülach Beschwerde. Diese Beschwerde wurde nun vom Bundesverwaltungsgericht gutgeheissen. Das BAV hätte die Interessen zwischen dem Personen- und dem Güterverkehr abwägen müssen, heisst es im Urteil.

Das ist eine Rüge an die Adresse des BAV. Doch dieses verteidigt seine Position. Aus seiner Sicht wurde die Interessenabwägung schon bei der Planung gemacht.

Ein Güterzug im Bahnhof Bülach: Auf der Strecke Bülach-Hardbrücke haben Personenzüge Vorrang.
Legende: Ein Güterzug im Bahnhof Bülach: Auf der Strecke Bülach-Hardbrücke haben Personenzüge Vorrang. Keystone

Der Güterverkehr dürfe auf dem Schienennetz nicht zu kurz kommen, sagt Andreas Windlinger, Mediensprecher des BAV: «Der Güterverkehr wurde in den letzten Jahren oft durch den Ausbau des Personenverkehrs verdrängt. Das kann dazu führen, dass die Transporte auf die Strasse zurückgedrängt werden. So wird umweltfreundlicher Verkehr für den Transport behindert.»

Ein Präzedenzfall

Dieser Konflikt besteht nicht nur im Zürcher S-Bahn-Netz. Ein weiteres Beispiel ist der Lötschberg-Basis-Tunnel, in dem der Personenverkehr den Güterverkehr zurückgedrängt hat. Auch zum Gotthard-Basistunnel gibt es Diskussionen, denn im Nationalrat wird verlangt, dass Fernverkehrszüge nur noch mit Tempo 160 anstatt 200 durchfahren dürfen.

Hier handelt es sich um den ersten Gerichtsfall. Es hat Grundsatzcharakter und ist uns sehr wichtig.
Autor: Andreas WindlingerMediensprecher des BAV

Es soll mehr Platz für Güterzüge bleiben. Auch im Hinblick auf diese Bahnstrecken ist das heutige Urteil von grosser Bedeutung, sagt Windlinger: «Das Netznutzungskonzept und die Netznutzungspläne sind ein relativ neues Instrument. Hier handelt es sich um den ersten Gerichtsfall. Es hat Grundsatzcharakter und ist uns sehr wichtig.»

Das BAV wird das Urteil nun analysieren und allenfalls ans Bundesgericht weiterziehen. Wenn aber das höchste Gericht das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bestätigen würde, dann müsste die Planung der Fahrten im Schweizer Schienennetz wohl neu aufgegleist werden.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Zwyssig  (Hans Zwyssig)
    Der Personenverkehr muss absoluten Vorrang vor dem Güterverkehr haben. Schon mehrmals musste ich erleben, dass tagsüber Güter #herumgekarelet“ wurden, und der Personenzug daher mehrere Minuten Verspätung bekam!!!
    Güter können auch nachts „herumgekarelet“ werden!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Georg Spengler  (Streamline500)
      Ja Herr Zwyssig ihr Personenzug erhält mehr Verspätungen durch Däppen die zu späht am Bahnhof sind und durch Däppen die dann noch die Türe blockieren um die allerletzten Däppen einsteigen zu lassen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patrick Lischer  (Pli)
    Sehr gut, das heisst jeweils 1 Güterzug weniger und dafür 20 Laster mehr durch den Gubrist
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Steinegger  (rolf.steinegger)
    Herr Pip, Bund, Kantone und SBB bauen die Infrastruktur laufend vorausschauend aus. Zürich ist hier Vorbild. Dafür haben wir das FABI- Programm an der Urne beschlossen. So kann die Leistung dem Bevölkerungswachstum folgend ausgebaut werden - ähnlich wie von 4 Mio im Jahr 1938 auf 8 Mio im Jahr 2000. Das geschah auch nicht auf derselben Infrastruktur und auch nicht von heute auf morgen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen