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OECD-Reformvorschläge Wo die OECD für die Schweiz noch Verbesserungspotenzial sieht

  • Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt der Schweiz eine Reihe von Reformen zur Stärkung von Wettbewerb, Wachstum und sozialer Teilhabe.
  • Im Fokus stehen dabei insbesondere staatliche Eingriffe in Märkte, die Digitalisierung sowie strukturelle Verbesserungen im Arbeits- und Sozialbereich.

So spricht sich die OECD für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung und eine bessere finanzielle Unterstützung von Familien aus. Die Kosten für die Betreuung gehörten zu den höchsten weltweit, zudem sei der Elternurlaub – insbesondere für Väter – kurz. Dies schafft Fehlanreize für die Erwerbstätigkeit, vor allem bei Frauen.

Die Empfehlungen stammen aus der erstmals veröffentlichten Studie «Foundations for Growth and Competitiveness» der OECD.

Mehr Transparenz und weniger staatlichen Einfluss

Weiter empfiehlt die Organisation, den staatlichen Einfluss in sogenannten Netzwerkbranchen zurückzufahren, also in Bereichen wie Energie, Verkehr oder Telekommunikation. Kantonale Betriebe sollten stärker nach den gleichen Governanceregeln wie Bundesunternehmen geführt werden, um Wettbewerbsverzerrungen zu reduzieren.

Gebäude mit Logo der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Legende: Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit OECD hat erstmals untersucht, wie verschiedene Staaten in den Bereichen Wettbewerb, Wachstum oder soziales Leben stärker werden könnten. Keystone / Francois Mori

Zudem plädiert die OECD für weniger Hürden bei Lizenzen im Strassentransport für Carunternehmen. Lockerungen könnten den Eintritt neuer Anbieter erleichtern und so den Wettbewerb beleben. Auch im Gasmarkt sieht die Organisation Handlungsbedarf und fordert mehr Transparenz bei Preisen sowie eine konsequentere Durchsetzung fairer Marktpraktiken.

Regulierung mit Augenmass

Im digitalen Bereich fordert die OECD vertiefte Analysen zentraler Märkte wie Onlineplattformen, Werbung oder Clouddienste. Hintergrund sind die oft hohe Marktkonzentration und bestehende Eintrittsbarrieren. Gleichzeitig solle das derzeit diskutierte Kartellrecht so ausgestaltet werden, dass auch Übernahmen in digitalen Märkten wirksam geprüft werden können, insbesondere wenn grosse Anbieter kleinere potenzielle Konkurrenten übernehmen.

Bei neuen Regulierungen mahnt die OECD Augenmass an: Zusätzliche Kosten und administrativer Aufwand für Unternehmen sollten möglichst gering gehalten werden, insbesondere für KMU. Verbesserungspotenzial sieht die OECD auch im Insolvenzrecht. Verfahren sollten schneller und günstiger werden, gerade für kleinere Unternehmen. Dafür brauche es ausreichend Personal und Ressourcen.

SRF 4 News, 09.04.2026, 15 Uhr ; 

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