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Kampfflugzeuge in der Evaluation
Aus Rendez-vous vom 18.11.2020.
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Offerten von vier Herstellern Diese Kampfjet-Modelle nimmt der Bund jetzt unter die Lupe

Je zwei Firmen aus Europa und den USA wollen den Milliardenauftrag. Jetzt wird technisch und auf Kosten-Nutzen geprüft.

Die Bewerber: Vier Flugzeughersteller wollen der Schweizer Armee 30 bis 40 neue Kampfjets verkaufen. Für maximal sechs Milliarden Franken. Im Rennen sind mit Airbus (Eurofighter) und Dassault (Rafale) zwei europäische Anbieter und mit Boeing (F/A-18 Super Hornet) und Lockheed Martin (F-35) zwei Firmen aus den USA. Heute reichen sie ihre Offerten ein, womit bei der Schweizer Armee eine mehrmonatige Evaluation beginnt.

Analyse durch Experten des Bundes: Die Offerten der vier Hersteller werden in einem gesicherten Gebäude am Stadtrand von Bern von Experten des Bundes analysiert. Beteiligt sind Physiker, Ingenieure und Betriebswirtschaftler – 50 bis 70 an der Zahl und alle, aus Sicherheitsgründen, mit Schweizer Pass.

Die Software: Ein besonderes Augenmerk haben die Experten auf die Software der Flugzeuge. Können die Fachleute die sehr komplexe Software überhaupt auf Herz und Nieren prüfen? Peter Winter, der die Beschaffung des Kampfflugzeugs leitetet, sagt dazu: «Wir müssen uns auf die Angaben der Hersteller verlassen. Aber wir haben aufgrund der Evaluation und der verschiedenen Gespräche Einsicht in viele Elemente bei den verschiedenen Kandidaten.»

Die Datenhoheit: Ein weiterer zentraler Punkt bei der Software ist die Frage, wem die Daten gehören. Laut Winter ist grundsätzlich möglich, dass alle Daten bei der Schweiz bleiben und nichts ausgetauscht wird. Wenn die Schweiz aber zwecks besserer Wirtschaftlichkeit und Organisation einen Verbund wolle, sei dies möglich: «Aber wir haben die Möglichkeit, nein zu sagen.» Boeing etwa bestätigt gegenüber Radio SRF, dass ein Datenaustausch weder notwendig sei noch Einfluss auf den Preis habe.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis: Neben vielen technischen Fragen etwa zum Lärm oder zum CO2-Ausstoss der Jets geht es auch um das Kosten-Nutzen-Verhältnis, wie Verteidigungsministerin Viola Amherd bereits im Frühsommer betonte. «Wir machen eine technische Evaluation der Flugzeuge und wir wollen das Flugzeug mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis für unser Land.»

Die strategischen Überlegungen: Bei gleichwertigen Produkten werden laut Verteidigungsministerin Viola Amherd auch politisch-strategische Überlegungen eine Rolle spielen. Das ist allerdings dann nicht mehr Sache der Experten, sondern Aufgabe des Bundesrates. Er wird sich im kommenden Frühling dazu Gedanken machen müssen, wenn die technische Gesamtbeurteilung vorliegt.

Text der die Postergrafik beschreibt

Rendez-vous, 18.11.2020, 12:30 Uhr;

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77 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bombach  (RGB)
    Der Punkt Verfügbarkeit wird kaum diskutiert. Gerade der F-35 steht ja da schlecht da. Man muss drei Stück haben, damit einer verfügbar ist. Die andern beiden sind beim Retablieren/Service/Reparatur/Test/Update. Aber wer liest schon das Kleingedruckte.
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  • Kommentar von Martin Vischer  (Martin Vischer)
    Ich glaube nicht, dass die diskutierten Flugzeuge aus dem letzten Jahrhundert eine gute Wahl sind. Und ich weiss auch nicht, ob eine Armeeführung, die solches Gerät ernsthaft erwägt, ich zu meinem Schutz beauftragen würde. Moderne Konflikte zeigen klar, wie Konflikte heute ausgetragen werden.
    SRF Interview mit Zvika Haimovich 19.8.20.
    Neue Waffen verändern d. Krieg, tagesschau.de, Silvia Stöber 5.10.20.
    Israel als verläss. Kooperationspartner Aserbaidschans, ostexperte.de, A. Masimov, 12.9.20
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    1. Antwort von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
      Herr Vischer, fragen Sie in Kurdistan, Armenien, Äthiopien/Eritrea nach, wie das so ist mit dem "neuen" Krieg. Fakt ist einfach, dass Sie am Boden einfach "no chance" haben, wenn Sie von einem Hochleistungs-Jet angegriffen werden, egal ob "alter" oder "neuer" Krieg.
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    2. Antwort von Paul Graber  (PG)
      @ Martin Vischer - bin voll bei Ihnen und der Chef der Armee übrigens auch. Er selber glaubt auch nicht an die zur Auswahl stehenden Flugzeuge und vor allem nicht in der zur Diskussion stehende Anzahl. Die ganze Beschaffung wäre vor 10 Jahren vielleicht noch ok gewesen, aber nun nicht mehr.
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    3. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Der Schlüssel zu Aserbaidschans Erfolg liegt in der Zusammenarbeit mit der Luftwaffe der Türkei und geht weit über ein paar Drohnen hinaus, die ohne die Beherrschung des Luftraumes durch die aserische Luftwaffe gar nicht einsetzbar gewesen wären. Ausserdem dürften bei der Ausschaltung der armenischen Luftverteidigung Kampfflugzeuge (Zielidentifikation) die entscheidende Rolle gespielt haben - die Drohnen kamen erst nachher! Wer über keine modernen Kampfflugzeuge verfügt, hat schon verloren!
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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Bitte einfach nicht den Eurofighter! Der ist schon länger veraltet, qualitativ minderwertig und sonst problematisch! Österreich befindet sich wegen dem Eurofighter mit Airbus im Rechtstreit und in Deutschland sind viele ständig am Boden. Die F35 ist noch nicht einmal wirklich fertig, geschweige den überhaupt betriebssicher, weiter kommt dazu, dass die USA bei Bedarf nach belieben Fähigkeiten der F35 an- und abstellen könnten!
    Entweder die Rafale B oder die F/A 18 oder den Armeeauftrag ändern.
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    1. Antwort von Paul Graber  (PG)
      @HOC - zudem hat der F35 noch über 800 Mängel und einer davon sind Risse in der tragenden Struktur. Das hat der F18C der US Navy nicht und trotzdem haben wir bei unserer Nutzung dieses Problem. Der F35 wäre wohl schon nach wenigen Jahren verschlissen und unbrauchbar.
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