Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Olympische Winterspiele 2038 Bundesrat: Olympia «einmalige Chance» für die Schweiz

  • Der Bundesrat unterstützt die Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz.
  • Er beantragt dem Parlament einen Beitrag von maximal 200 Millionen Franken.
  • Über die Vorlage wird das Parlament im Herbst beraten. Sie sei in der Vernehmlassung mehrheitlich begrüsst worden.

Martin Pfister, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), verteidigte am Morgen vor den Medien die finanzielle Beteiligung des Bundes und begründete die Kandidatur politisch. «Wir hätten es nötig, in unserem Land Dinge durchzuführen, die Freude bereiten», sagte er. Die Winterspiele seien «ein nationales Projekt des Zusammenhalts».

Die Schweiz befindet sich derzeit in einem sogenannten «privilegierten Dialog» mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOK). Das heisst, sie kann bis Ende 2027 ihr Bewerbungsdossier ohne Konkurrenz ausarbeiten. Erfüllt das Konzept die Anforderungen des IOK, erhält die Schweiz den Zuschlag für die Spiele.

Keine Haftung bei Defiziten

Der Bundesrat will sich mit höchstens 200 Millionen Franken an den Winterspielen beteiligen. Voraussetzung ist, dass Kantone und Gemeinden mindestens denselben Betrag beisteuern.

Davon sind 60 Millionen Franken für die Paralympischen Spiele vorgesehen. Weitere 50 Millionen sollen verbilligte ÖV-Tickets für Besucherinnen und Besucher finanzieren. 80 Millionen Franken gehen an die Trägerorganisation, 10 Millionen dienen als Reserve. Nicht enthalten sind die Sicherheitskosten. Diese übernimmt der Bund im Rahmen seiner ordentlichen Aufgaben.

Vier Personen in roten Hemden auf einer Curlingbahn während eines Spiels.
Legende: Holten für die Schweiz eine Silbermedaille: Selina Witschonke, Silvana Tirinzoni, Carole Howald und Alina Pätz während des Curling-Finales gegen Schweden bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d’Ampezzo, Italien. KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

Eine Defizitgarantie lehnt der Bundesrat ab. Die Verantwortung des Bundes ist laut Pfister klar begrenzt. «Wir haben eine Obergrenze gesetzt», sagte er. Für alles Weitere seien die Organisatoren und das IOK zuständig.

Der Verein Switzerland 2038 plant darum eine privat finanzierte Defizitgarantie von 200 Millionen Franken. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit Kosten von 2.2 Milliarden Franken. Die Einnahmen sollen aus Sponsoring, Ticketverkäufen, Merchandising, Beiträgen der öffentlichen Hand und Geldern des IOK stammen.

Wer die Defizitgarantie übernehmen soll, sei noch unklar. Die entsprechenden Gespräche führe der Verein. Sandra Felix, Direktorin des Bundesamtes für Sport, verwies einzig darauf, dass sich die Sportmarke On interessiert gezeigt habe.

Keine nationale Volksabstimmung geplant

Umstritten bleibt der Entscheid des Bundesrats, die Vorlage nicht dem fakultativen Referendum zu unterstellen. In der Vernehmlassung hatten sich Parteien, insbesondere SP und SVP, kritisch geäussert und eine Abstimmung gefordert.

Der Bundesrat hält dagegen. Wegen des dezentralen Konzepts könnten Parlamente und Stimmberechtigte dort mitentscheiden, wo Wettkämpfe stattfänden. Eine nationale Volksabstimmung sei nicht nötig.

Das Konzept unterscheide sich deutlich von früheren Olympiabewerbungen, sagte Pfister. Die Wettkämpfe sollen auf mehrere Regionen verteilt werden. Neue Grossbauten seien kaum vorgesehen. «Die Spiele sollen keine Spuren in der Landschaft hinterlassen», sagte Pfister. Sollte sich ein Standort als ungeeignet erweisen, könnten einzelne Wettkämpfe an andere Orte verlegt werden. Und: Das finanzielle Engagement des Bundes falle deutlich kleiner aus, sagte Pfister.

Trotz der Kritik zeigte sich Pfister überzeugt vom Projekt. Die Schweiz habe die «einmalige Chance», eines der grössten Sportereignisse der Welt auszurichten.

Holen Sie sich SRF News in Ihr Whatsapp

Box aufklappen Box zuklappen

Die wichtigsten und spannendsten News jetzt bequem auf Whatsapp – einmal morgens (Montag bis Freitag), einmal abends (die ganze Woche): Abonnieren Sie hier den SRF-News-Kanal auf Ihrem Smartphone.

Regionaljournal Ostschweiz, 17.06.2026, 8:31 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel