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Schweiz Oskar Freysinger trotzt der Kritik an seiner Gastrede

SVP-Vizepräsident Oskar Freysinger hat an der Veranstaltung des rechtspopulistischen Magazins «Compact» in Berlin seine umstrittene Gastrede gehalten. Darin attackiert der Walliser Staatsrat seine Kritiker hart – und geht mit dem Islam hart ins Gericht.

Oskar Freysinger bei seiner Rede.
Legende: Oskar Freysinger bei seiner Rede zur «Meinungsdiktatur im EU-Imperium» an der Compact-Konferenz in Berlin. Screenshot YouTube @CompactTV

Der Walliser Staatsrat und SVP-Vizepräsident Oskar Freysinger hat trotz Kritik an der Veranstaltung des rechtspopulistischen Magazins «Compact» in Berlin teilgenommen und seine Rede gehalten.

Darin reagierte er zu Beginn mit Sarkasmus auf die Kritik an seinem Auftritt und am Magazin selbst – und berief sich dabei auf die Meinungsäusserungsfreiheit: «Ich wage meine geistige Freiheit radikal auszuleben und diese beginnt mit der Meinungsäusserungsfreiheit».

Anschliessend lobte Freysinger das in der Schweiz in einer Volksabstimmung durchgesetzte Minarett-Verbot: «Minarette sind wie Fähnchen der Stabsoffiziere, die besetztes Territorium markieren. Seit der Minarett-Abstimmung ist die Schweiz kein besetztes Territorium mehr», sagte der SVP-Politiker und erntete dafür Applaus.

«Patrioten werden mundtot gemacht»

Freysinger unterstellte, dass im derzeitigen politischen Klima Linksextremismus geduldet, während Rechtsextremismus geächtet und juristisch geahndet werde. Damit nicht genug: «Paradoxerweise nennen sich die neuen Faschisten jetzt Anti-Faschisten». So würden laut Freysinger Menschen mit Patriotismus, Ehre, Werten, Identität und «geistiger Erhebung» mundtot gemacht.

Dass an der Konferenz auch Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann auftritt, der wegen Volksverhetzung verurteilt worden ist, stört Freysinger nicht. «Für das, was andere sagen [werden] oder getan haben, trage ich keine Verantwortung», sagte er der Agentur sda.

Einladung nachgeholt

Seine Gastrede hielt Freysinger auf Einladung des rechtspopulistischen Magazins «Compact». Der Walliser Staatsrat hätte seinen Auftritt bereits im September absolvieren sollen. Allerdings wurde die Veranstaltung «gegen Islamisierung und Fremdherrschaft» in Köln abgesagt. Der Grund: Die Vermieter des Veranstaltungsortes hatten den Organisatoren den Vertrag gekündigt.

Weil die Konferenz «Für ein Europa der Vaterländer» nicht stattfinden konnte, stand die neu angesetzte Veranstaltung in Berlin nun unter dem Motto «Offensive zur Rettung der Meinungsfreiheit».

Legende: Video Christoph Blocher hinterfragt Teilnahme abspielen. Laufzeit 2:28 Minuten.
Aus Arena vom 04.11.2016.

SVP-Mitglieder sollen Kontakt pflegen

Als am Freitag in der «Arena» zum Thema «Wer hat das Sagen im Land?» SVP-Chefstratege Christoph Blocher auf die Einladung Freysingers nach Berlin angesprochen wurde, hinterfragte der ehemalige Bundesrat die Teilnahme seines Parteikollegen Freysinger: «Er hat mir gesagt, er sei nicht dort.»

Gleichzeitig konnte Blocher darin nichts Schlimmes erkennen: «Jedes einzelne Mitglied innerhalb unserer Partei kann diese Kontakte haben», sagte Blocher weiter. «Einzelne Vertreter unserer Partei dürfen an solchen Veranstaltungen teilnehmen».

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284 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Irgendwie ist es erstaunlich, dass kein offizieller Kommentar aus der Herrliberger Parteizentrale zu vernehmen ist. Freysinger müsste doch von seinen Mitstreitern für die "vermeindlich gute Sache" da oben im fernen Berlin großen Beifall ernten. Mir scheint aber, dass die alle peinlich berührt sind ob eines solch skurrilen Auftritts. Freysinger dürfte sich wohl immer mehr isolieren. Und das Walliser Staatsratsgremium? Schade klopfen die ihrem Kollegen nicht gehörig auf die Finger...
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    1. Antwort von Herr Selvä (Liberal)
      "Mir scheint aber, dass die alle peinlich berührt sind ob eines solch skurrilen Auftritts" Oh gibt es da einen Link für den Nachweis dieser absrusten Behauptung. Es war eine sehr gute Rede. Diese Rede kann man natürlich nicht gut finden, aber sicher war der Auftritt weder skurril noch peinlich. Bitte nicht alles glauben was die Grüne Partei den liebenswerten Wähler als Auftrag mit auf den Weg gibt. Besten Dank
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Freysinger publizierte vor fünf Jahren schon Verschen, die ziemlich niveaulos sind, mir wäre es peinlich, wenn sie von mir stammen würden...Beim Reinhören in seinen compact Auftritt gibt es aber doch etliche Passagen, die Rechts, Links und/oder Mitte zum Nachdenken stimulieren sollten. (You Tube: Freysinger compact, ca. 35min)
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    Diejenigen die hier am lautesten Schreien sind die gleichen die <Gregor Gysi> nach Zürich eingeladen haben um den <Kommunisten< eine Plattform zu geben . Also mal schön den Ball flach halten. Ausserdem ist es keine "Unterstellung"das Linksextremismus gefördert und geduldet wird, sondern das ist Tatsache."Sehr gut Herr Freysinger"
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Und diejenigen, die weder für Gysi noch für Freysinger sind gibt es wohl für sie gar nicht oder darf es für sie gar nicht geben?
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    2. Antwort von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
      Herr Planta,mir ist nicht bekannt dass schon eine Gender-Partei gibt.Sollten Sie diese gründen wollen teilen Sie mir mit, ob diese sich in Mitte rechts oder Mitte links orientiert.Also nichts halbes und nichts ganzes.
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