Post vom Steueramt – sie liegt in diesen Tagen in den Zürcher Briefkästen. In diesem Brief erhalten die Steuerpflichtigen Zugangscodes, um ihre Steuererklärung online auszufüllen. Weiterhin können sie diese auch ganz traditionell auf Papier einreichen.
Viele Steuerpflichtige haben allerdings einen zusätzlichen Hinweis auf dem Brief gefunden: Sie könnten auch die Software «Private Tax» herunterladen und ihre Steuererklärung auf dem Computer offline ausfüllen. Der Haken an der Geschichte: Der Kanton hat diese Software ab der Steuerperiode 2025 offiziell abgeschafft.
So erklärt der Kanton den Umstieg auf die Online-Steuererklärung
Betroffen sind offenbar fast 80 Gemeinden im Kanton Zürich, also beinahe die Hälfte. Sie weisen immer noch auf diese dritte Möglichkeit hin, die Steuererklärung offline auszufüllen.
Wie viele fehlerhafte Briefe verschickt worden sind, kann der Kanton nicht beziffern. Bei einer Million Steuerpflichtigen im ganzen Kanton Zürich dürften es aber Zehntausende gewesen sein.
Gemeinden sollten richtigstellen
Wie es dazu kommen konnte, kann Carina Denz, Leiterin der Abteilung Gemeinden des kantonalen Steueramts, auf Anfrage von SRF nicht erklären. Sie bestätigt, dass 77 Gemeinden – quer über den ganzen Kanton verteilt – betroffen sind. «Wir haben diese Gemeinden dazu verpflichtet, dass sie auf ihrer Website eine entsprechende Richtigstellung publizieren», sagt Carina Denz. «Damit klar ist, dass es diese Download-Software nicht mehr gibt.»
Laut Carina Denz vom Steueramt hat der Kanton die Gemeinden bereits 2023 an einer Veranstaltung auf den Wechsel aufmerksam gemacht. «Wir haben auch regelmässig Newsletter verschickt, in denen wir auf Hilfestellungen für die Bürgerinnen und Bürger hingewiesen haben.»
Die Gemeinden sind für den Versand der Steuererklärung zuständig.
Grundsätzlich seien die Gemeinden für den Versand der Steuererklärung zuständig, sagt Carina Denz. «Somit sind auch die Gemeinden für das entsprechende Schreiben im Lead.»
Nun will das kantonale Steueramt den Fauxpas zusammen mit den Gemeinden analysieren. «Wenn die Aufarbeitung zeigt, dass Anpassungen an den Prozessen nötig sind, werden wir die Abläufe justieren», sagt Carina Denz. Vielleicht stelle sich aber auch heraus, dass der Kanton die Gemeinden noch aktiver informieren müsse.
Hotline hilft beim Ausfüllen
Wer beim Ausfüllen der Steuererklärung Hilfe benötigt, bekommt laut Carina Denz viele Unterstützungsangebote. Dazu gehören etwa eine Hotline, also eine Gratis-Telefonnummer, an die sich Steuerpflichtige wenden können – etwa, wenn sie sich ans Online-Ausfüllen herantasten wollen. Weiter gibt es auch eine Informationsplattform mit Erklärvideos.
Ausserdem bietet der Kanton Webinare an. Diese Woche habe das erste stattgefunden, sagt Carina Denz. Rund 200 Steuerpflichtige hätten daran teilgenommen. «Wir hoffen, dass wir mit diesem breiten Angebot Hilfe beim Umstieg gewährleisten können.»
Es ist einfach unschön, dass man auf eine Alternative hinweist, die nicht mehr existiert.
Konkrete Folgen hat die Panne indes nicht. «Es ist einfach unschön, dass man auf eine Alternative hinweist, die nicht mehr existiert», sagt Carina Denz.
Alle, die bisher die Download-Version nutzten, seien bereits diesen Monat angeschrieben worden, dass diese eingestellt würde. Ausserdem habe man den Steuererklärungen einen Flyer beigelegt. Carina Denz hofft, dass der Kanton so ausreichend auf die Einstellung der Software hingewiesen hat.