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Legende: Video Das Potential von DNA-Analysen abspielen. Laufzeit 05:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.03.2019.
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Personenprofile dank DNA «Als Fahndungsmassnahme in Zukunft ein Muss»

  • In der Schweiz zeigt die Kurve der Ermittlungserfolge mittels DNA-Analysen klar nach oben.
  • Dank DNA-Analysen wurden 2017 über 5'700 Fälle gelöst.
  • Ermittler fordern nun eine Ausweitung des DNA-Profilgesetzes.

Einbrüche, Diebstähle und Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz: Seit knapp 20 Jahren liegen diese Delikte an der Spitze der Statistik, die das Bundesamt für Polizei Fedpol in Zusammenhang mit DNA-Ermittlungen erhebt.

Die aktuellsten Zahlen des Fedpol beziehen sich auf das Jahr 2017 und weisen bei den Verbrechen gegen Leib und Leben auch 185 gelöste Fälle von Körperverletzungen, 110 sexuelle Nötigungen und beispielsweise 70 Tötungen aus.

Trotz dieser Erfolgszahlen gleicht die Arbeit der Forensiker einem Sisyphus-Job. Das zeigt ein Augenschein, den SRF im forensischen Institut der Stadt- und Kantonspolizei Zürich vorgenommen hat. Für die Spurensicherung an einem Fahrzeug, das bei einem Raubüberfall auf eine Bijouterie zur Flucht verwendet wurde, nehmen die Fachleute stundenlang allerlei Abstriche vor, stellen Fingerabdrücke, Haare und Hautpartikel sicher.

Spuren, die dann mittels DNA-Analyse Erkenntnisse zur Täterschaft bringen können, werden dem Institut für Rechtsmedizin IRM der Uni Zürich übergeben. Dort werden die Daten nach der Analyse mit der nationalen DNA-Datenbank abgeglichen. Wenn die Spuren eine Übereinstimmung mit einem Personenprofil – eines registrierten Straftäters oder eines Beschuldigten – ergeben, sprechen die Ermittler von einem «Hit».

Staatsanwalt fordert Ausweitung des DNA-Gesetzes

Nach Auskunft des Fedpol wird in einigen Monaten die Vernehmlassung zur Revision des DNA-Profilgesetzes eröffnet. Und hier wird sich beispielsweise die Zürcher Staatsanwaltschaft klar dafür aussprechen, dass in der Schweiz die sogenannte «codierende DNA», auch bekannt als «Phänotypisierung», erlaubt wird.

Diese aufwändige Analyse erlaubt es, mittels DNA-Analyse auch Haut-, Haar- und Augenfarbe und das ungefähre Alter einer Person zu ermitteln. «Als Fahndungsmassnahme ist das in Zukunft ein Muss», betont der Zürcher Staatsanwalt Matthias Stammbach gegenüber SRF.

Eidgenössischer Datenschützer sagt «Ja, aber…»

Diesem Ansinnen will Adrian Lobsiger, der Eidgenössische Datenschützer, keinen Riegel schieben – vorausgesetzt, das Parlament erklärt sich als Gesetzgeber damit einverstanden, und die «Phänotypisierung» wird auf schwere Delikte gegen Leib und Leben beschränkt. Unter diesen beiden Bedingungen könne er mit einer Anpassung des DNA-Profilgesetzes leben, sagte Lobsiger gegenüber «10vor10».

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert  (A. Bauert)
    Beim Giga-Verbrechen Cum-Ex verweigert die Schweiz den deutschen Ermittlungsbehörden die Mitarbeit, dafür will sie Einbrecher jagen. Verbrecher mit Kravatten kann man ohne DNA-Erfassung jagen, auch die SteuerhinterzieherInnen, v.a. die Unternehmen, die die MWSt (die von KonsumentenInnen bereits bezahlt wurde) nicht dem Bund abliefern. Von DNA auf's Aussehen schliessen, ist immer noch mit grossen Unsicherheiten behaftet, also kann man es auch sein lassen.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    wenn damit nur einer der ganz Boesen gefasst wird ist es OK... andernseits auch entlastend fuer die "Lieben" .. weil genauer ist kaum moeglich..
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    1. Antwort von Beat Gurzeler  (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
      @ Nanni: Herr Nanni etwas haben Sie vergessen, wenn unschuldig auch
      für lange Zeit in der DNA-Datenbank, das was uns erzählen ist nur die
      halbe Wahrheit.
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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Dabei wollen nun dieselben Leute mit der DNA - ( Staatsanwalt fordert Ausweitung des DNA-Gesetzes ) Keule auf Spatzen schiessen . Die grossen Ganoven werden mit keiner DNA überführt , das ist wieder eine Aktion, den Bürokratenstaat weiter aus zu bauen . Wenn zufällig meine Handabdrücke oder Schuppen -DNA auch am Tatort gefunden wird - zähle ich zu den Verdächtigen - der Hetzjagd ist Tür und Tor geöffnet .
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