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Die Schweiz setzt auf französische Pflegekräfte
Aus HeuteMorgen vom 25.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:21 Minuten.
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Pflegepersonal aus Frankreich Es geht um mehr als nachbarschaftliche Hilfe

Ein Gesetz in Frankreich könnte vorschreiben, Pflegepersonal im eigenen Land zu behalten. Ein Problem für die Schweiz.

Für die Schweiz ist es besonders wichtig, möglichst gute Beziehungen mit Frankreich zu pflegen. Am stärksten abhängig von französischem Pflegepersonal ist das Genfer Universitätsspital. Fast zwei Drittel der Pflegerinnen und Pfleger stammen aus dem grenznahen Frankreich.

Wie wichtig diese sind, zeigte sich letzte Woche, als diese wegen der neu eingeführten Grenzkontrollen in stundenlangen Staus an der Grenze feststeckten. Der Kanton Genf reagierte schnell: spezielle Bescheinigungen erlauben dem Pflegepersonal, an den Grenzübergängen eine für sie reservierte Schnellspur zu benützen.

Hotelzimmer statt Pendeln

Die Kantone Neuenburg und Jura haben gar je einen Grenzübergang ausschliesslich für Grenzgängerinnen und Grenzgänger reserviert, die im Gesundheitswesen arbeiten. Das System scheint zu funktionieren. Eine Pflegefachfrau bestätigte gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS, dass sie nun wieder rechtzeitig ihre Kollegen ablösen könne.

Weiter haben alle betroffenen Kantone Hotelplätze für das französische Pflegepersonal zur Verfügung gestellt. Und diese würden auch rege genutzt, wie der Direktor des Basler Universitätsspitals, Werner Kübler, im Tagesgespräch auf SRF 1 bestätigte: «Viele bei uns haben ein Hotelzimmer, das wir zusammen mit dem Kanton organisiert haben, bezogen, um nicht mehr so oft über die Grenze gehen zu müssen.»

Grenzüberschreitendes Corona-Spital?

Doch in der Schweiz zu übernachten erspart zwar die Pendlerei ist aber keine Garantie, dass das französische Pflegepersonal in der Schweiz bleiben darf. Die Gesetzeslage in Frankreich ist klar: Bei einer Notlage könnte Präsident Emmanuel Macron anordnen, sämtliche französische Pflegerinnen und Pfleger einzuziehen. Umso wichtiger sei jetzt eine gute Zusammenarbeit der Schweiz mit Frankreich, heisst es in Genf.

Video
Grenzübergänge für Pflegepersonal geöffnet
Aus Schweiz aktuell vom 23.03.2020.
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Genf schliesst nicht aus, sich über die Landesgrenzen hinweg zu organisieren. Adrien Bron vom Genfer Gesundheitsdepartement könnte sich zum Beispiel vorstellen, das Genfer Universitätsspital zum grenzüberschreitenden Corona-Spital zu machen, und umgekehrt weniger schwer erkrankte Patienten aus Genf in umliegende französische regional Spitäler zu verlegen.

Die Aufnahme von sechs französischen Corona Patienten in Schweizer Spitälern ist also mehr als nur eine Geste nachbarschaftlicher Nothilfe. Die Schweiz setzt alles daran, es mit Frankreich nicht zu verscherzen, sodass das dringend benötigte französische Pflegepersonal weiterhin in den Schweizer Spitälern arbeiten kann.

Heute Morgen, 25.03.2020, 06:00 Uhr

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
    Ein Umdenken im Gesundheitswesen der Schweiz sollte dringend sofort beginnen.

    Als mein Schwiegersohn vor 4 Jahren vergebens eine Praktikumsstelle im Pflegebereich suchte, habe ich begriffen, wie schlecht es um das Ausbildungspotenzial bei uns steht.

    Ausgebildete Pflegefachfrauen suchen seit Jahren 40-60% -Stellen in Heimen oder Spitälern.
    Vergebens, es wurden zu 100% arbeitende ausländische Arbeitskräfte bevorzugt.

    Diesem Treiben muss ein Ende gesetzt werden.

    Genug gejammert.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger  (Ädu)
      @Schneebeli: Wenn ich ihre anderen Kommentare lese... dann ist das hier ein vernünftiger.
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    2. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Das ist wirklich seltsam, dass ihr Schwiegersohn so lange eine Praktikumsstelle gesucht hat. Ich arbeite im Spital und es werden eigentlich immer Leute gesucht. Teilzeitstellen gibt es in der Pflege allerdings nicht sehr viele. Es ist auch schwierig eine Pflegeplan mit sehr vielen Teilzeitkräften aufzustellen. Auch der Informationsfluss ist dann schwieriger. Wahrscheinlich ist das der Grund.
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    3. Antwort von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
      @Beutler. Mein Schwiegersohn hat sich nach der 20ten Absage anders orientiert und steht kurz vor dem Wirtschaftsstudiumabschluss. @Flükiger. Man kann etwas schönreden, bis man es irgendwann selber nicht mehr glaubt. So erscheint einem oft die Sache mit der Vernunft und der Wahrheit.
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    4. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Sowas ähnliches habe ich gerade in dem Bereich auch mitbekommen. Dank Personenfreizügigkeit sind da einige Teilzeitstellen gestrichen worden. Na ja die Realitäten hohlen halt nun die Leute die da schalten und walten auf dem linken Fuss ein. Eigene Leute verschmähen und durch neue ersetzen, sowas passierte gerade im Kantonsspital auch einer Nachbarin von mir. Sie verlor ihre Stelle und ist danach wieder zurück nach Serbien gegangen. (So was wäre nicht nötig!)
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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Im Artikel über Puntin haben sich doch so viele über die mangelnde Hilfe aus Europa für Italien beschwert. Medizinalgüter zurückzuhalten ist aber auch nicht die feine Art. Macron und Conte Scheiben das mit dem Krieg ernst zu nehmen.
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  • Kommentar von Daniel Altorfer  (geni)
    Ich rechne der Schweiz hoch an, dass man sich solidarisch zeigt mit den Nachbarn. Die humanitäre Tradition in unserem Lande war schon immer einzigartig. Nicht so bei unserem grossen Nachbarn aus Deutschland, die immernoch Hilfsmaterial (Schutzmasken) für die Schweiz zurückhalten. Man ist sich selbst am nächsten! Leider scheint man aus der Vergangenheit nichtsgelernt zu haben....
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    1. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Ich empfehle Ihnen das Wort humanitäre Tradition zu hinterfragen. Ist es humanitär, Waffen in Krisengebiete zu liefern, ist es humanitär andere Kontinente durch Schweizer Konzerne (Glencore, Nestle etc.) auszubeuten, ist es humanitär und moralisch vertretbar das selbst Banken Milliarden in US amerikanische Rüstungskonzerne investieren, ist es humanitär den Kashoggi Mord zu verharmlosen usw und so fort. Ich frage mich ernsthaft, wer glaubt so etwas? Wie kann man so realitätsfremd sein ?
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Frank Henchler: Von welchem Land schreiben Sie? Von Deutschland oder der Schweiz? Deutschland bezeichnet sich doch auch als humanitär, oder etwa nicht, liefert aber trotzdem die besten Panzer der Welt in Kriegsgebiete.
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    3. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Dass sie unsere humanitäre Tradition nicht verstehen Herr Henchler ist nebensächlich. Sie verstehen offenbar noch vieles andere sehr traditionell Gewachsene in der Schweiz nicht. Nur eine Bitte hätte ich dann schon: Unterlassen sie doch im Moment die billige Polemik gegen ein Land das ihnen offensichtlich total missfällt.
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    4. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      @Henchler Sie haben recht. Die Wahrheit ist oft unbequem, wie man an den Reaktionen sieht. Im kleinen ist die Schweiz human, wenn es ums Geld geht, werden gerne mal die Augen zugemacht.
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    5. Antwort von Ivo Ewen  (Grenzgänger)
      @Henchler. Die Bevölkerung der CH lebt in einer Blase. Das große Ganze sehen nur wenige. Eine Insel der Glückseligen. Die Realität zu anerkennen fällt vielen schwer.
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    6. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Malt jetzt nicht den Teufel an die Wand. Macron muss schauen wie er durch kommen kann. Und die EU selber, na ja, mehr als eine Händewaschen-Werbe-Clip und Propaganda für "Freizügigkeiten" ist da nicht gekommen. Da haben die Russen und Chines ja noch mehr gemacht für Italien als die EU. Und ja Ueli Maurer hat da an seiner Stelle auch weit mehr geleistet, als diese "EU-Fanatiker mit Realitätsverlust". - Ich verstehe Macron sehr gut und nehme es ihm nicht mal übel.
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    7. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Das finde ich doch grandios, dass Grenzgänger ihr täglich Brot in einer Blase, wo nur wenige das grosse und Ganze sehen verdienen dürfen.
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    8. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      "Wir sind umgeben von Freunden" Ich mag mich gar nicht mehr erinnern wer und in welchem Zusammenhang diese Aussage gemacht wurde. Aber es kommen bald Abstimmungen auf uns zu, wo es sich evtl. lohnen wird, sich diesen Satz durch den Kopf gehen zu lassen.
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