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Aus der MS Heimat wird die E-MS Heimat: ein Schritt Richtung klimafreundlicher Betrieb auf dem Greifensee
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 03.05.2022.
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Pionierin auf dem Greifensee Erstes umgebautes Elektro-Kursschiff sticht in See

Während andere Schifffahrtsgesellschaften noch Pläne schmieden, ist die MS Heimat bereits mit Elektromotor unterwegs.

Kein lautes Brummen des Motors, sondern nur das Plätschern des Wassers ist zu hören. Das Schiff fahre sich immer noch gleich, sagt Kapitän Michael Kauz. Die Geräusche des alten Dieselmotors würden aber schon etwas fehlen. «Das ist jetzt eine Umgewöhnung.» Vor einigen Monaten wurde der alten MS Heimat, die bereits seit 1933 auf dem Greifensee unterwegs ist, ein Elektromotor eingebaut. Seit wenigen Tagen ist das kleine Schiff nun voll elektrisch unterwegs. Und der alte Dieselmotor ist Geschichte.

Statt Kolben und Zylinder sind nun haufenweise Kabel im Bauch des Schiffes verstaut. Der neue Elektromotor habe viele Vorteile gegenüber dem Dieselmotor, sagt Allen Fuchs, Projektleiter des Umbaus. «Der Motor ist einfacher in der Wartung, zuverlässig und gut.» Primär sei es aber der erste Schritt in Richtung klimafreundlicher Betrieb.

Umbau zahlt sich auch finanziell aus

Die Umrüstung auf Elektrobetrieb kostete die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee SGG rund 800'000 Franken. Ein stolzer Betrag für die kleine Schifffahrtsgesellschaft. Nur dank der grosszügigen Unterstützung der öffentlichen Hand und privater Spenden war dieser Umbau der MS Heimat überhaupt möglich. Langfristig zahle sich die Umrüstung aber auch finanziell aus, ist Allen Fuchs überzeugt. «Wir brauchen weniger Energie und sind effizienter unterwegs.»

Der Motor ist einfacher in der Wartung, zuverlässig und gut.
Autor: Allen Fuchs Projektleiter Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee

Den Strom für die E-MS Heimat bezieht die SGG zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Gerne würde Fuchs den Strom gleich selber produzieren, mit Solarzellen auf den Dächern der Schifffahrtsgesellschaft. 200 Quadratmeter wären nötig, hat Allen Fuchs ausgerechnet. «Doch dafür reicht der Platz auf den Dächern unserer Bürogebäude leider nicht ganz aus.» Nichtsdestotrotz ist die MS Heimat eine Pionierin auf Schweizer Gewässern.

Die Kleinste ist die Schnellste

Die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee ist die erste Schifffahrtsgesellschaft der Deutschschweiz, die mit einem vollelektrischen Motorschiff im öffentlichen Verkehr unterwegs ist. Heute fahren noch die meisten Schiffe auf Deutschschweizer Seen mit Dieselmotoren. Noch. In der Branche hat ein Umdenken eingesetzt. Im Sommer will die Bodensee-Schiffsbetriebe BSB ein ganz neues Elektroschiff präsentieren: Die «MS Artemis» ist gebaut wie ein Katamaran und bietet Platz für 300 Personen.

Limmatschiff
Legende: Bald auch auf der Limmat elektrisch unterwegs: Bereits im Sommer wird ein erstes E-Limmatschiff getestet. Keystone

Hohe Ziele steckt sich etwa auch die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft ZSG. Sie will als erste Schifffahrtsgesellschaft der Schweiz klimaneutral unterwegs sein. Einen Anfang macht sie mit ihren drei Limmat-Booten: Sie werden durch Elektroboote ersetzt, das erste wird in diesem Sommer getestet. Auch die Schifffahrtsgesellschaften auf dem Bielersee, dem Rhein und dem Vierwaldstättersee hegen Pläne zur Dekarbonisierung ihrer Flotten.

Regional Diagonal, 30.04.2022, 12:03 Uhr;

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    "Nett", dass auf dem Greifensee mit Batterie gefahren wird. Bei Strommangel werden diese Schiffe als erstes im Hafen bleiben müssen. Bedenklich wie Somaruga in Sachen Energiewende die CH an der Nase herum führt.Zu erinnern ist an die Abstimmung "Verbot von Pestiziden in der Landwirtschaft" - das Stimmvolk hat damals realisiert, dass eine Landwirtschaft à la 19. Jh. schlicht unmöglich ist.
    Es gilt die Devise: Mehr Pragmatismus in der Energie Debatte!
  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für Ihre Beiträge. Für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    Anhand der veröffentlichten technischen Daten (www.sgg-greifensee.ch/de/Elektrifizierung-MS-Heimat.32.html), beläuft sich der Tagesbedarf mit maximaler Auslastung von 85 kWh. Mit einer einer dreiteiligen Batterie mit insgesamt 99 kWh, bedingt es Nachladungen während des Tages zwischen den Kursen. Lebensdauer der Batterie ca. 10 Jahre. Fazit: Ein Tropfen auf den heissen Stein, das Preis-Leistungs-Verhältnis ungenügend und wie Thomas Hinz bereits sagte: «Reine Symbolpolitik».