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Bund sucht neue Unterkünfte für Asylsuchende
Aus Echo der Zeit vom 05.11.2020.
abspielen. Laufzeit 03:09 Minuten.
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Platznot in Unterkünften Bund eröffnet weitere Asylzentren – wegen Corona

Obwohl die Asylzahlen in diesem Jahr tiefer sind als letztes Jahr, gibt es kaum mehr Platz in den 16 Bundesasylzentren.

Von einer schon fast prekären Situation in den Asylzentren sprach die zuständige Bundesrätin Karin Keller-Sutter Ende Oktober im Parlament. Auch Mario Gattiker, der Direktor des Staatsekretariats für Migration (SEM), sagt heute an einer virtuellen Medienkonferenz: «Wir haben praktisch keine Unterbringungsreserven mehr. Diese angespannte Situation hat mehrere Gründe.»

Mehrere Gründe, die aber alle mit Corona zu tun haben. So hätten Wegweisungen wegen des Coronavirus nicht wie gewohnt durchgeführt werden können. Zudem müssten viele Asylsuchende zuerst in Quarantäne. Das brauche Platz, so Gattiker. Der wichtigste Grund für die Platznot in den Asylzentren ist aber das Corona-Schutzkonzept.

Keine Asylzentren auf Vorrat

Denn aufgrund der Abstandsregeln können von den insgesamt 4400 Plätzen in den 16 Bundesasylzentren derzeit nur 2200 genutzt werden. 90 Prozent dieser Plätze sind mittlerweile belegt. Deshalb wird per Ende Monat ein weiteres Asylzentrum mit 230 Plätzen im aargauischen Brugg eröffnet.

Zudem seien weitere Unterbringungsmöglichkeiten im thurgauischen Sulgen und in Reinach (BL) geplant. Auch wenn der Belegungsgrad hoch sei, sei man jetzt gut aufgestellt, sagt Gattiker und verneint, dass man zu spät auf die Coronakrise reagiert habe. Es bringe nichts, auf Vorrat Asylzentren zu betreiben.

Die Verantwortlichen des SEM sind mit den coronabedingten Schutzmassnahmen in den Bundesasylzentren zufrieden. Nur wenige Asylsuchende und Mitarbeitende hätten sich bisher mit Covid-19 angesteckt. Die Sicherheits- und Hygieneregeln würden strikte umgesetzt.

Wochenendausgang gestrichen

Zudem gibt es – auch wegen Corona – für Asylsuchende bis auf Weiteres keinen Wochenendausgang mehr, was verschiedentlich für Kritik bei Betroffenen sorgte. Dies sei in der entsprechenden Verordnung über den Betrieb von Asylzentren geregelt rechtfertigt SEM-Vizedirektor Claudio Martelli die Massnahme.

Im Übrigen bedeute dies nicht, dass die Menschen in den Zentren eingesperrt würden: «Selbstverständlich können die Asylsuchenden das Zentrum tagsüber verlassen an den Wochenenden. Es ist nicht so gemeint, dass sie das ganze Wochenende in den Zentren bleiben müssen.»

Bundesasylzentrum Pasture
Legende: Wegen der Corona-Schutzmassnahmen kann nur die Hälfte aller Plätze in den 16 Bundesasylzentren belegt werden. Keystone

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe ist mittlerweile zufrieden mit dem Corona-Schutzkonzept in den Bundesasylzentren. Bis Ende September sind rund 7800 Asylgesuche eingegangen, rund ein Drittel weniger als in der Vorjahresperiode.

Das SEM geht in seinen Prognosen nicht davon aus, dass die Schweiz in den Wintermonaten mit markant steigenden Flüchtlingszahlen rechnen muss. Trotzdem sei man stetig mit den Kantonen im Gespräch, um im Bedarf kurzfristig weitere Plätze zu schaffen.

Echo der Zeit vom 05.11.2020, 18 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Heidi Müller Mermer  (Gelincik)
    Ich bin überrascht, dass erst jetzt nach weitern Unterkünften gesucht wird. Selbstverständlich, dass auch Asylsuchende vor Corona geschützt werden müssen.
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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Gerade eben in der Umgebung Kloten, Glattbrugg etc. Ambassador House zu ca. 30% Belegt, Priora FM Gebäude beinahe leer, ehemliges Lufthansa Schulungsgebäude leer, Oerlikon neben SRF Studio, mehrere Büro Komplexe stehen ebenfalls leer! Hier sprechen wir von Häusern, die mind. 6 Stöckig sind und einfach leer stehen! Teilweise noch eine super Infrastruktur aufweisen und wir sagen wir haben kein Platz für irgendwas?
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  • Kommentar von Walter Schmid  (W. Schmid)
    Wir haben 150000 neue Arbeitslose wegen Corona, viele müssen mit 80% wegen Kurzarbeit mit ihrem Einkommen auskommen und für vermeintliche Asylbewerber und Flüchtlinge rollt der Franken wie nie zuvor. Ich kann diese Asylindustrie nicht mehr hören, 7800 neue Illegale Einwanderungen 2020 bis heute. Wann stellen wir diesen Wahnsinn ab. Es reicht einfach, wir fördern ebenfalls ein Wien, denn unter diesen 7800 hat es extreme Muslimen. Zweitens einer genügt für ein Blutbad.
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    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      "Bis Ende September sind rund 7800 Asylgesuche eingegangen, rund ein Drittel weniger als in der Vorjahresperiode." Das es 30% weniger sind haben sie natürlich übersehen. Es gibt keine Asylindustrie.
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    2. Antwort von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
      Herr Stalden, klar gibt es sie. Kostet ca 1 Milliarde pro Jahr. Dort enthalten sind Aufnahmezentren, Psychiater, Ärzte, Securitys, Betreuer, Anwälte, Polizeifälle, Jugendprogramme, Eingliederungsprogramme, BGM, Einzelfälle, die grosse Firma ONS oder so, dass viele gemeinnützigen Vereinen die Aufträge nahm und vieles mehr. Diese Industrie gibts, nur sehen will man sie nicht.
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    3. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Franco. Das ist immer noch keine Asylindustrie. Asylindustrie ist ein Propaganda Wort gewisser Leute. So wie man Jammert aber bewusst nicht erwähnt das es 30% weniger sind als letztes Jahr. Man von 7800 illegalen Einwanderungen spricht obwohl es Asylgesuche sind, da ist gar niemand eingewandert. Pure Propaganda und dazu auch noch die Muslimen erwähnen obwohl die 7800 kaum aus Muslimische Ländern kommen. Aber das wollen sie nicht sehen schon klar.
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    4. Antwort von John Livers  (John Livers)
      Mark Stalden, immerhin haben lt. BFM bis ende September 1'326 Personen aus Eritrea den Weg zu uns gefunden.
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    5. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Herr Stalden, in der Schweiz arbeiten ca. 120'000 Leute in der Asylbranche. Das ist schon ein eigener Wirtschaftszweig, unabhängig der Wortwahl. Laut BfS sind die 5 grössten laufenden Asylgesuche 12'300 aus Afghanistan, 10'098 Eritrea, 8'984 Syrien, 3'242 Somalia und 2'511 Irak. Doch, die meisten sind Muslime. Es ist einfach online die Info zu bekommen und von daher versteh ich nicht, wie man einfach derart an der Realität vorbei schreiben kann.
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    6. Antwort von John Livers  (John Livers)
      Mark Stalden, es dürfte auch ihnen nicht entgangen sein, dass das Asylwesen sehr oft zur illegalen Einwanderung missbraucht wird.
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    7. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Helmers. Doch die Wortwahl ist Wichtig. Die Realität ist es sind 30% weniger als im Vorjahr. Die Verknüpfung mit Wien und Muslimen muss nicht sein, der Muslime ist nicht schlechter als der Christ. Die Extremen sind das Problem eben auch die die von Asylindustrie schreiben nur weil wegen Corona genug Platz geschaffen wird. Ich verstehe auch nicht wieso man so Propaganda macht mit Fakten auslassen und sich künstlich aufzuregen.
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    8. Antwort von robert mathis  (veritas)
      Herr Stalden bitte die Augen nicht verschliessen vor der Realität auch wenn es Ihnen unangenehm ist,sie können sich jederzeit objektiv orientieren es sind meist keine bedürftigen Flüchtlinge die jetzt kommen.Wir haben eine ausserordentliche Lage wo sich durch Corona Vieles verändert hat und neue unangenehme Regeln von Allen akzeptiert werden müssen,auch dass man sich im Asylwesen einschränken muss .Wer soll denn diese Milliardenschulden einmal bezahlen?
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