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Polit-Engagement wegen Krisen Pol-Parteien SVP und SP verzeichnen Mitgliederzuwachs

Die Pol-Parteien rechts und links konnten 2025 so viele Neumitglieder rekrutieren wie schon lange nicht mehr.

Im letzten Jahr sind bei der SVP nach eigenen Angaben mehrere Tausend Neumitglieder dazugekommen. Im Vergleich zu anderen Jahren sei das ein deutlicher Zuwachs, sagt Peter Keller, stellvertretender Generalsekretär der SVP.

«Dieser positive Trend hat schon vor einigen Jahren begonnen, er hat sich letztes Jahr aber noch einmal verstärkt», so Keller. Lange Zeit seien die Mitgliederzahlen bei der SVP rückläufig gewesen. Doch seit der Corona-Pandemie würden sie wieder steigen. Aktuell zählt die Partei laut Keller schweizweit rund 70'000 Mitglieder.

Mitgliederzahl wieder auf früherem Niveau

Ähnlich tönt es auf der anderen Seite des politischen Spektrums, bei der SP. Co-Parteipräsident Cédric Wermuth betont: «Wir hatten eine Zeitlang Mitglieder verloren, doch jetzt sind wir wieder auf dem Niveau von vor 25 Jahren.» Das sei eine ausserordentliche Entwicklung.

Gegenwärtig sei man bei der SP schweizweit bei rund 36'000 Parteimitgliedern.

Menschen heben rote Karten bei einer Versammlung hoch.
Legende: Nicht nur die SVP verzeichnet einen Mitgliederzuwachs, einen solchen gibt es nach Angaben der SP auch bei den Sozialdemokraten. Keystone/Philipp Schmidli

Überprüfen lassen sich die Angaben von SVP und SP zu ihren Mitgliederzahlen nicht. Doch für Marc Bühlmann, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Bern, gibt es für den Zulauf durchaus eine Erklärung.

Weltweite Krisen motivieren zu Polit-Engagement

Häufig werde politisches Engagement durch einschneidende Ereignisse und Krisen geweckt, sagt Bühlmann. «Und im Moment hat man das Gefühl, dass es sehr viele unterschiedliche Krisen gibt.» Deshalb hätten viele Menschen den Wunsch, sich in Parteien zu engagieren, um etwas zu unternehmen.

Auch, dass zurzeit vor allem die Pol-Parteien einen Zuwachs verzeichneten, sei nicht unbedingt überraschend, so Bühlmann. «Die Krisen-Ereignisse sprechen stark die Emotionen an – und die Emotionen anzusprechen, gelingt eher den Pol-Parteien als den Mitte-Parteien.»

Wie stark SVP und SP von diesen neuen Mitgliedern tatsächlich profitieren können – beispielsweise durch helfende Hände beim Unterschriftensammeln oder bei Standaktionen – lasse sich nur schwer abschätzen.

Sicher aber dürften die Mitgliederbeiträge für die Parteikassen ein willkommener Zustupf sein.

HeuteMorgen, 12.2.2026, 06:00 Uhr ; 

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