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Posse um Zukunft von Agroscope Nun ist die Verwirrung um die Forschungsanstalt noch grösser

Legende: Audio Kuriose Diskusssion um Agroscope abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
01:40 min, aus HeuteMorgen vom 13.10.2018.
  • Die Finanzkommission des Nationalrats will die Zahl der Standorte von Agroscope verringern.
  • Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes soll mittelfristig nicht mehr über zwölf, sondern nur noch über drei Standorte verfügen.
  • Bundesrat Johann Schneider-Ammanns Haltung zu diesem Plan irritiert. Laut dem Präsidenten der Finanzkommission sei er mit dem Plan einverstanden.
  • Erst vor zwei Wochen hat der Wirtschaftsminister aber verkündet, dass es nebst einem Forschungscampus «im Wesentlichen» weiterhin die heutigen zwölf Standorte geben werde.

Egal ob Bienen, Rinder oder Obstbäume: Die eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope erforscht alles, was mit Landwirtschaft zu tun hat. Für fast 200 Millionen Franken im Jahr, an zwölf Standorten in der Schweiz. Zu teuer, zu ineffizient, findet das Parlament und will bei Agroscope sparen. Um mögliche Sparmassnahmen herrscht aber Verwirrung.

Es klingt recht harmlos, was der Präsident der Finanzkommission des Nationalrats, SVP-Nationalrat Markus Hausammmann, am Freitagabend verkündete: «Es wird eine Zentralisierung auf einen zentralen Campus-Standort geben, vorzugsweise irgendwo auf der Sprachgrenze». Daneben werde die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes noch je einen Standort in der Deutsch- und in der Westschweiz behalten, so Hausammann weiter. In etwa 15 Jahren solle es noch diese drei Agroscope-Ableger geben statt der heutigen zwölf.

Hintergrund ist, dass das Parlament bei der landwirtschaftlichen Forschung schon seit langem sparen möchte. «Wir wollen in Köpfe und Arbeit investieren, nicht in Beton», begründet Hausammann den jetzigen Plan mit den drei Standorten. Der Vorschlag hat nun gute Chancen, er ist bis jetzt unbestritten. Auch Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, sozusagen oberster Chef von Agroscope, finde ihn gut, sagt Markus Hausammann.

Unsicherheit für Angestellte hält an

Was die Debatte um Agroscope von Routinepolitik unterscheidet: Erst vor zwei Wochen hatte Schneider-Ammann im thurgauischen Tänikon erklärt, alle zwölf Agroscope-Standorte blieben erhalten. «Wir investieren und schaffen einen Campus, der auf modernsten Forschungsinfrastrukturen basiert. Daneben gibt es Satelliten. Das sind im Wesentlichen jene, die es heute schon gibt», sagte er.

Schneider-Ammanns Departement war gestern nicht erreichbar für eine Klarstellung. Was bleibt, ist Unsicherheit für Hunderte von Angestellten.

Widerstand gegen Restrukturierungspläne

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Die Pläne für eine Restrukturierung von Agroscope waren im Frühjahr bekannt geworden. Sie stiessen auf Kritik, der Nationalrat forderte eine Sistierung.

Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann erklärte im Rat, das Projekt sei falsch verstanden worden. Das primäre Ziel sei die Stärkung der landwirtschaftlichen Forschung und die Sicherung von Agroscope als eigenständiges Forschungsinstitut.

Agroscope war in den letzten Jahren bereits umgebaut worden: Die sieben unabhängigen Institute wurden in drei Einheiten zusammengeführt und 2014 unter einem Dach vereint. Nach wie vor hat die Forschungsanstalt aber über das ganze Land verteilte Standorte.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Sontheim (Tagi1062887)
    Agroscope sollte vermehrt Dienste für die Landwirtschaft anbieten, da diese viel zu abhängig ist von den grossen Saatgut- und Pestizid-Konzernen. Also sollte Agroscope eher expandieren statt klein gespart werden. Das ist auch ganz klar im Interesse der Konsumenten, also uns allen.
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  • Kommentar von K. C. Ard (rahTol)
    Campus „auf der Sprachgrenze. Daneben (...) noch je einen Standort in der Deutsch- und in der Westschweiz“. Merkwürdig, dass dabei die Südschweiz mit ihren doch so unterschiedlichen klimatischen Bedingungen unberücksichtigt bleiben soll.
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  • Kommentar von Gré Stocker-Boon (GréStocker-Boon)
    Forschung betreiben aber nicht auf Kosten von Menschen und ihre sogenannte schwachen Seiten,die angeknabbert werden können,eben durch die Datenvermittlung über Grenzen und Gemerationen hinweg.Davon sind und waren immer viele Frauen betroffen.Es gab ein Muster draus,wovon man annahm,diese Frauen sind sowieso angeknabbert,oder man trieb sie dorthin,damit es zu dies und jenes kam...und man dann sogenannt bes.Frauen ins Netz fing und darauf einen Doktorarbeit schreiben konnte.
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