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Unis proben den Präsenz-Unterricht mit 50er-Limit
Aus Rendez-vous vom 03.05.2021.
abspielen. Laufzeit 03:04 Minuten.
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Präsenz-Unterricht Uni Zürich erwacht ganz langsam aus dem Corona-Schlaf

Endlich wieder vor Ort statt Skype: 1200 Studierende und Lehrpersonal der Uni Zürich freuen sich über ein wenig Alltag.

Roger Alberto muss sich erst wieder zurechtfinden. Der Chemie-Professor kniet im Hörsaal 60 auf dem Campus Irchel der Universität Zürich vor seinem Laptop und bereitet seine allererste Präsenz-Vorlesung in diesem Jahr vor. In den letzten Monaten hat er seine Vorlesungen nur online über den Videodienst Zoom abgehalten.

Das sei einfach nicht dasselbe, unterstreicht er: «Eine Vorlesung lebt von der Interaktion mit den Studierenden. Ich sehe dann gleich, ob es ihnen langweilig ist, ob sie ein Fragezeichen in den Augen haben oder ob ein Aspekt vertiefter diskutiert werden muss. Das ist ein anderes Erlebnis, als wenn man nur schwarze Quadrätchen auf dem Bildschirm sieht.»

Fehlendes «Community-Feeling»

Die ersten Studierenden treffen ein. Maximal 50 dürfen an der Vorlesung teilnehmen, mit Maske und anderthalb Meter Abstand. Es sei seltsam, nach den vielen Monaten mit Online-Vorlesungen plötzlich wieder im Hörsaal zu sitzen, sagt Chemiestudent Sabri Ergen: «Wir haben den Ablauf ein wenig vergessen und sind entsprechend noch ein bisschen planlos.»

Seine Mitstudentin Lorena Casasola freut sich auf ihre erste Vor-Ort-Vorlesung seit über einem Jahr – allein hinter dem Computer lerne sie einfach nicht so gut. Sie vermisste ebenfalls die Interaktion und das Community-Feeling: «Man ist dann halt allein und fühlt sich auch so.»

Man ist dann halt allein und fühlt sich auch so.
Autor: Lorena CasasolaChemiestudentin

Fernphase: anstrengend wie eine Prüfung

Das schlug auch ihrer Kollegin Sarah Jäggi aufs Gemüt: «Es wirkt sich extrem auf die mentale Gesundheit aus. Zuhause tendierte ich dazu, nicht wirklich Pausen zu machen. Das ganze Semester fühlte sich bisher wie eine Prüfungsphase an und war sehr anstrengend.»

Es wirkt sich extrem auf die mentale Gesundheit aus.
Autor: Sarah JäggiChemiestudentin

Erst ein kleiner Bruchteil wieder vor Ort

Aktuell sind erst wieder gut 1200 Studierende an der Universität Zürich vor Ort – vor Corona waren es täglich 15 bis 20'000. Wegen der immer noch heiklen Lage finden bis zum Ende des Semesters nur kleinere Lehrveranstaltungen mit Präsenz statt.

Der Rest sei nach wie vor online, um nicht übermässig Personen in den Gebäuden zu haben, sagt Gabriele Siegert, Vize-Rektorin der Universität Zürich: «Wir müssen uns alle gedulden, bis wir mit dem Impfen soweit sind. Wir hoffen, im Herbstsemester wieder weitgehend in Präsenz gehen zu können.»

Ein guter Dozent ist online weniger gut, und ein schlechter ist noch schlechter.»
Autor: Roger AlbertoProfessor für Chemie, Universität Zürich

Chemieprofessor Roger Alberto freut es, dass er zu den glücklichen Dozenten gehört, die schon heute wieder eine Präsenz-Vorlesung abhalten dürfen. Er ist überzeugt, dass Online die Qualität seiner Vorlesungen beeinflusst: «Ein guter Dozent ist online weniger gut und ein schlechter ist noch schlechter.»

Rendez-vous, 03.05.2021, 12:30 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Muss über mich lachen: Achten auf Gesundheit ist bei mir offenbar Rückkehr zum Altbewährten angesagt: War eben draussen: es ist (trotz Zwischenhoch Trudi und Datum 3.Mai) kühl. Spontan mache ich mir Sorgen, dass diese (zu) leicht bekleideten Studis sich bereits im (zugigen) Eingang erkälten;-). Aber: ich freue mich mit Studis und Lehrpersonen über die Möglichkeit zum "sanften" Einstieg in die Präsenz. V.a. für diejenigen, die "zuHause" nicht unbedingt so vorteilhafte Lernbedingungen haben.
  • Kommentar von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
    Wenn ich das recht verstehe, ist es vor allem B117, was an der Lage noch so heikel sein soll. Die Variante verbreite sich bis 50 % schneller als der Wildtyp. Das RKI schätzt den Effekt der Saisonalität auf 20 % - there we are.

    Nun wurde das Verbreitungstempo der Variante relativ zum Wildtyp gemessen. Sie könnte den Wildtyp verdrängt haben (ecological competition), ist nicht unbedingt so viel ansteckender. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist nicht klar, dass solche Vorsicht nötig ist.