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Grosse Nachfrage nach Waffenerwerbsscheinen
Aus Tagesschau vom 21.04.2022.
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Private bewaffnen sich Grosse Nachfrage nach Waffenerwerbsscheinen

In einigen Städten und Kantonen gibt es diesen Frühling zwischen 50 und 100 Prozent Zunahme bei den Gesuchen für Waffen.

Ende Februar überfiel die russische Armee die Ukraine. Kurze Zeit später stieg die Zahl der Gesuche für Waffenerwerbsscheine in der Schweiz deutlich an. Dies war beispielsweise in Winterthur der Fall, wie Michael Wirz von der Stadtpolizei erklärt: «Die Stadtpolizei Winterthur hat tatsächlich eine Zunahme beobachtet, insbesondere im März.»

Wir beobachten insbesondere seit März eine Zunahme der Gesuche für Waffenerwerbsscheine.
Autor: Michael Wirz Stadtpolizei Winterthur

Es seien wesentlich mehr Gesuche eingegangen als noch im Vorjahr. «Konkret sprechen wir von einer Zunahme von rund 50 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.» Wurden im letzten Jahr bis Mitte April etwa 80 Gesuche eingereicht, waren es in diesem Jahr 127.

Waffe gegen persönliches Unsicherheitsgefühl

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Legende: Keystone

Die Zunahme bei den Gesuchen für Waffenerwerbsscheine könnte durchaus auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen sein, glaubt Tibor Szvircsev Tresch von der Militärakademie ETH Zürich. Denn wenn man sich eine Waffe kaufe, habe das mit einem Unsicherheitsgefühl zu tun. «Mit einer Waffe will man sich mehr Sicherheit geben.»

Sowieso habe die Sicherheit in der Bevölkerung wieder einen höheren Stellenwert. Das habe die letzte Sicherheitserhebung ergeben, so Szvircsev Tresch. Er führt dies auch auf die Covid-Pandemie zurück: «Die persönliche Sicherheit wurde wichtiger, die persönliche Freiheit eher weniger wichtig.» Der Krieg in der Ukraine könnte nun den gleichen Effekt zur Folge haben: Sicherheit wird wichtiger, persönliche Freiheit eher weniger wichtig.

In der Stadt Zürich hat sich die Zahl der Gesuche im März gegenüber dem Vorjahresmonat gar fast verdoppelt. Im Kanton St. Gallen beträgt die Zunahme im ersten Quartal über 60 Prozent. Und auch im Kanton Aargau spürt man den Run auf Waffenerwerbsscheine.

Viele Waffenneulinge stellen Gesuch

Was das für Personen seien, die einen Waffenschein erwerben wollten, könne man nicht sagen, hält Corina Winkler, Kommunikationschefin von der Kantonspolizei Aargau fest: «Man kann eigentlich keine speziellen Personengruppen identifizieren. Was wir jetzt feststellen ist, dass es sehr viele Leute sind, die noch keine Waffe besitzen beziehungsweise eingetragen haben.»

Es sind viele Leute, die bislang noch keine Waffe haben.
Autor: Corina Winkler Kommunikationschefin Kapo Aargau

Über die Gründe für den Andrang auf Waffenerwerbsscheine will man bei der Polizei aber nicht spekulieren. Man kenne die genauen Motive nicht. Zwar wird auf dem entsprechenden Formular des Bundesamtes für Polizei ein Erwerbsgrund verlangt, falls die Waffe nicht für Sport, Jagd oder Sammelzwecke verwendet wird. Meist bleibt diese Zeile aber leer.

Audio
Aus dem Archiv: Zu Besuch in einer Shooting-Range
aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 17.01.2022.
abspielen. Laufzeit 10 Minuten 39 Sekunden.

Und: Nicht in allen Kantonen stellt man eine Zunahme fest. Basel und Solothurn berichten von keinem nennenswerten Anstieg. Ein Ansturm auf Waffenerwerbsscheine heisst denn auch noch nicht, dass auch tatsächlich mehr Waffen gekauft werden.

Die Gesuche, welche zu über 90 Prozent bewilligt werden, erlauben dem Gesuchsteller nur innerhalb der nächsten sechs Monate eine Waffe zu kaufen. So lange ist der Waffenerwerbsschein gültig. Ob also künftig deutlich mehr Waffen in der Schweiz im Umlauf sind, wird sich frühestens in etwa einem halben Jahr zeigen.

SRF 4 News, HeuteMorgen, 21.04.2022, 6 Uhr

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130 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für Ihre intensiven Diskussionen. Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Man hat Angst von etwas dass weit entfernt ist aber durch die Medien und das Internet für uns näher wirkt als es wirklich ist. Mit den vielen Flüchtlingen hat ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung keine wirkliche Berührung. Der letzte Krieg auf Schweizer Boden ist so lange her dass niemand mehr lebt um davon berichten zu können.
    1. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Ich glaube nicht, dass die meisten dieser Neuerwerber eine Waffe zur "militärischen" Verteidigung einsetzen möchten. (Dass man mit einer Pistole nichts gegen einen anrückenden Panzer erreichen kann leuchtet wohl jedem Besitzer ein.)

      Ich glaube eher, die kaufen solche Sachen zur Verteidigung ihrer persönl. Habseligkeiten/Selbstschutz/Wohnung o.ae.
      Sobald Kriegswirren ausbrechen, haben Langfinger nämlich deutlich freiere Bahn. (Weil Polizei und Co. sind dann eh schon restlos am rotieren.)
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Steigender Waffenbesitz -wie in der Tagesschau CH von eben dargestellt - fördert eher die Gewaltbereitschaft, als dass jener diese eindämmt.Mir ist nicht wohl beim Gedanke, dass auf einmal ohne ausreichenden Grund eine Waffe aus Gewaltlust auf mich gerichtet werden könnte irgendwo, wo ich in Ortschaften unterwegs wäre.Die Sich-Verteidigen-Könnens-Romantik von einigen zieht nicht.Dann muss man dann immer noch schneller sein,als das Gegenüber, das vielleicht besser mit Schusswaffen umgehen kann.
    1. Antwort von Reto Weber  (SPQR)
      Sehr geehrter Herr von Känel,das mit sich Führen von feuerbereiten Schusswaffen im öffentlichen Raum ist in der Schweiz verboten und wird streng bestraft. Sollten Sie also von jemanden mit einer Waffe bedroht werden, dann vermutlich von einem Kriminellen, der mit Sicherheit keine legal erworbene Waffe mit sich führt.
      Allerdings gebe ich Ihnen bezüglich der Selbstverteidigung mit Feuerwaffen vollkommen recht. Wer nicht dahingehend ausgebildet ist, sollte besser die Finger von Waffen lassen. MFG
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Schweden und NL haben beide ein deutl. strengeres Waffengesetz als die CH.

      Und dennoch leiden beide unter einem (jahrelangen) Bandenkrieg mit Schusswaffen und Dutzenden von Toten.
      Ist dort auch Pro Tell Schuld ?
    3. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Und PS (Ganz nebenbei) :

      Natürlich stimmt es, dass man solche Besitzer regelm. überprüfen sollte (gerade auch psychisch.)
      Allerdings gilt das dann genauso für andere Sachen: Autos (!!) (die sind nämlich genauso ne potentielle Waffe), Messer, säuregefüllte Wasserpistolen, etc. etc.