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Salathé: «Im Moment klappt Stabilisierung auf keinen Fall»
Aus News Plus vom 14.08.2020.
abspielen. Laufzeit 04:36 Minuten.
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Probleme mit Covid-App Tests, Tracing, Codezustellung: Es braucht mehr Tempo

Im Umgang mit den Neuansteckungen müsse es schneller gehen, sagt Epidemiologe Marcel Salathé. So klappe es nicht.

Marcel Salathé, Epidemiologe an der ETH Lausanne und Mitglied der Covid-Task-Force des Bundes, macht sich mit Blick auf die Fallzahlen Sorgen: «Im Moment klappt es auf keinen Fall, das sehen wir an den Zahlen. Die gehen weiter hoch.» Er präzisiert: «Wir sehen, dass es nicht geklappt hat, denn was wir heute sehen, ist eigentlich die Realität vor rund zehn Tagen.»

Was wir heute sehen, ist eigentlich die Realität vor rund zehn Tagen.
Autor: Marcel SalathéEpidemiologe an der ETH Lausanne

Er schliesst daraus, dass es wichtig ist, «dass man schneller testet, dass man das Contact Tracing schneller macht und dass die Codes für die App schneller generiert werden. Da gibt es noch viel Potenzial, um es effizienter zu gestalten». Das ist wichtig, weil es jetzt, mit ein paar Hundert Neuinfektionen pro Tag, einfacher ist, die Situation zu kontrollieren, so Salathé weiter.

Jede zehnte Infektion wird gemeldet

Der Epidemiologe spricht die Covid-App an, die er mitentwickelt hat. Sie informiert deren Nutzerinnen und Nutzer anonym über Kontakte mit Infizierten. Über zwei Millionen Menschen in der Schweiz haben die App heruntergeladen, nicht alle haben sie aber aktiviert. Eine Datenanalyse der NZZ zeigt nun, dass nur jede zehnte Neuinfektion auch tatsächlich über die App gemeldet wird.

Salathé
Legende: Marcel Salathé von der Task Force hat die App mitentwickelt. Er fordert mehr Tempo auf allen Stufen. Keystone

Der wichtigste Grund dafür ist laut der Analyse, dass die kantonalen Behörden den nötigen Code zu spät oder gar nicht an die positiv getesteten Personen weitergeben; dass also infizierte Nutzer der App diese Information gar nicht über die App weitergeben können, selbst wenn sie es wollten.

Code ist nur 24 Stunden lang gültig

Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärztinnen und -ärzte, kennt die Tücken im Umgang mit der App: «Es kann sein, dass ein SMS nicht gelesen wird, weil der Absender unbekannt ist. Es kann aber auch sein, dass eine Mitteilung zu spät gesehen wird. Der Code ist nämlich nur 24 Stunden aktiv, danach verfällt er.»

Ein rasches Informieren sei wichtig, sagt auch Tobias Bär, Sprecher bei der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektionen: «Wo es zu unnötigen Verzögerungen kommt, müssen die Abläufe verbessert werden. Die Frage wird beim regelmässigen Austausch zwischen dem Bund und den Kantonen sicher auf den Tisch kommen.» Die Behörden wollen dem Problem auf den Grund gehen und setzen weiter auf das Testen und das Contact Tracing.

Rendez-vous, 14.08.2020, 12:30 Uhr

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Looser  (Dremel)
    Das BAG arbeitet schwer am Verlust seiner Glaubwürdigkeit!
    Bei der Covid App klappt die Eintragung der Infizierten nur schleppend und dann werden Schreckensmeldungen über einen Covidtoten jungen Alters und ohne Vorerkrankung medial verbreitet, ohne dass es jemand für nötig befindet die genauen Umstände abzuklären.
    Es könnte eine solche Person treffen, nichts ist unmöglich, aber der verursachte Falschalarm zeigt wie die Leute ticken und schadet enorm.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Die App ist Schrott und zu nichts nütze !
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    1. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Das ist falsch, da die App schon x-fach ihren Nutzern die Möglichkeit gegeben, Menschen zu warnen. Datenschutztechnisch ist es die beste App, die ich jemals auf einem Smartphone gesehen habe. Es ist ein bisschen so, wie wenn man behaupten würde, Notfallnummern seien zu nichts nütze, nur weil man selber nie einen Notfall hatte.
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    2. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      @Thomas Ich stimme ihnen zu und füge folgendes hinzu. Die App ist sehr gut und qualifiziert sich zusätzlich rein nur durch die Nutzer. Wer nicht Hände waschen, Distanzhalten will wird auch die App nicht richtig handhaben.
      Für Herrn Gugmar scheint alles Schrott.
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  • Kommentar von Andreas Thiess  (Tucson)
    Der Hauptgrund, dass die Zahlen wieder steigen ist, dass viel zu mancher kurzfristige Eigeninteressen vor diejenigen der Gesamtgesellschaft stellen. In Hinsicht auf Spass haben, Wirtschaftsvorteile, Erhalt der oekologischen Grundlagen und noch vieles weiteres. Dies gilt nicht nur fuer Individuen sondern auch Staaten. Unsere Spezies ist gerade daran, zu verkennen, die Chance zu verpassen zu einer echten Gemeinschaft zu reifen.
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