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Wie gross ist der Nutzen der Corona-App?
Aus HeuteMorgen vom 08.07.2020.
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SwissCovid-App Was nützt die Corona-App? Das BAG weiss es noch nicht

Seit rund zwei Wochen ist die Corona-App nun verfügbar. Aktuell lässt sich aber noch wenig über deren Wirksamkeit sagen.

Ob im Zug oder in der Imbiss-Bude – immer wieder sitzt man im Alltag zusammen mit Unbekannten. Aus Corona-Perspektive ist dies ein kleiner Alptraum, da das Contact Tracing, also die Rückverfolgung der Ansteckungskette, unmöglich ist.

Abhilfe schaffen soll in solchen Situationen seit gut zwei Wochen die SwissCovid-App, die Corona-App des Bundes. Sie misst, wer mit wem Kontakt hatte – und im Falle eines positiven Tests können danach alle Kontakte anonym informiert werden.

Eine Million Nutzerinnen und Nutzer

Eine Million aktive Nutzer hat die App inzwischen. Sang-Il Kim, Leiter der Abteilung digitale Transformation beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), ist mit den ersten zwei Wochen zufrieden. In Anbetracht der Zahl der potenziellen Smartphone-User, die die App installieren könnten, «finden wird das eine sehr gute Zahl», so Kim.

Sang-Il Kim an einer Medienkonferenz
Legende: Sang-Il Kim ist mit den jetzigen Nutzerzahlen der Covid-App zurfrieden. Keystone

Einzig Zahl aktiver Apps vorhanden

Im Vorfeld war allerdings oft 60 Prozent der Bevölkerung genannt worden – erst ab diesem Richtwert ergebe die App Sinn. Das allerdings sei eine Fehlinterpretation einer einzelnen Studie gewesen, korrigiert Sang-Il Kim und nennt einen tiefen Zielwert: «Wenn wir über zwei Millionen aktive App-Benutzer haben, bin ich persönlich froh.»

Wenn wir über zwei Millionen aktive App-Benutzer haben, bin ich persönlich froh.
Autor: Sang-Il KimBundesamt für Gesundheit

Die Zahl aktiver Apps sind aktuell die einzige konkrete Angabe, welche das BAG zur neuen Corona-App machen kann. «Aufgrund unseres dezentralen Ansatzes können wir gar nicht wissen, wer und wie viele gewarnt werden», führt Kim aus.

Kantone müssten Daten erheben

Um genauer Auskunft geben zu können, müssten die verschiedenen kantonsärztlichen Dienste Zahlen erheben – darüber, wie viele der positiv getesteten Personen sich aufgrund der SwissCovid-App testen liessen. Nur so könne man feststellen, ob die App wirklich wirksam sei, sagt Sang-Il Kim. Die Gespräche dazu mit den Kantonen seien angelaufen.

Nutzen der App unklar

Erste Zahlen seien aber frühestens in ein paar Wochen zu erwarten, da die Kantone aktuell stark mit ihrem Contact Tracing ausgelastet seien. Das bestätigt auch Kathrin Huber, stellvertretende Generalsekretärin der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren auf Anfrage. Die Aufgabe der Kantone sei es, ein funktionierendes Contact Tracing sicherzustellen, die SwissCovid-App sei als ergänzende Massnahme dazu zu verstehen.

Die Zwischenbilanz des BAG bestätigt also erst, dass die Verbreitung der Corona-App zufriedenstellend ist. Ob die App aber auch wirklich einen Nutzen bei der Eindämmung der Pandemie hat, muss sich erst noch zeigen.

Video
Aus dem Archiv: SwissCovid-App hat über eine Million Nutzer
Aus Tagesschau vom 04.07.2020.
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Heute Morgen, 8.7.2020, 6:00 Uhr

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Beutel  (dre)
    Die Krise hat schon mehrmals gezeigt, dass die Vernunft der freiheitsliebenden Menschen offenbar nicht ausreicht. Im ÖV braucht es zuerst eine Pflicht, um von 5 % Maskenträgern auf 95 % zu kommen. Bei der App ist es das gleiche wie bei den Masken: nur wenn ein Grossteil die App installiert (wo sind denn jetzt die 60 % aus den Umfragen?), bringt sie auch wirklich viel.
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  • Kommentar von Joel Busch  (Joel)
    Könnte nicht ein Journalist mal die kantonsärztlichen Dienste einiger Kantone mit momentan hoher Inzidenzrate fragen wieviele Covidcodes sie schon an infizierte herausgegeben haben? Oder das BAG könnte uns mal verraten wieviele seeds von Infizierten bereits hochgeladen wurden. Das wären schonmal Anhaltspunkte, in Ermangelung der Zahl derer die von der App gewarnt wurden.
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  • Kommentar von Amina Moser  (Amina)
    Weiss man denn wieviele Downloads der App wirklich in Betrieb sind und wieviele wieder deaktiviert oder deinstalliert wurden?
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    1. Antwort von Joel Busch  (Joel)
      Ja weiss man, es werden deshalb auch immer die Anzahl aktiver Apps genannt und nicht die Anzahl der Downloads. Das ist einfach zu zählen weil man weiss wie oft die App sich die Infektionslisten vom Server holt, also kann man die Downloadzahlen ders Servers durch die Anzahl Aktualisierungsintervalle im selben Zeitraum teilen um die Anzahl aktiver Appinstanzen zu erhalten.
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