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«Precision Farming» mit Drohnen
Aus HeuteMorgen vom 26.08.2020.
abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
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Projekt im Aargau Drohnen im Weinberg: Digitalisierung auch in der Landwirtschaft

In der Schweizer Landwirtschaft will man mit Computer-Unterstützung gezielter arbeiten. Ein Besuch bei einem Weinbauern.

Die Zeiten, als die Weinbauern mit der Rückenspritze durch die Reben stiegen, sind vorbei. Zumindest beim Weinbaubetrieb von Rolf Wehrli im aargauischen Küttigen. Eine grosse, eineinhalb Meter breite Landwirtschaftsdrohne fliegt hier präzise den Rebberg ab. Ein Modell aus China, welches dort in Reisfeldern eingesetzt wird.

Weniger Pflanzenschutzmittel nötig

«Die Präzision ist sicher ein sehr grosser Vorteil. Die Drohne fängt immer am gleichen Ort an und hört auch dort auf, wo sie muss», erklärt Wehrli. «Das ist wirklich ein Riesenvorteil. Wir erhoffen uns davon auch eine extreme Ersparnis in diesem Bereich.»

In 60 landwirtschaftlichen Betrieben in den Kantonen Aargau, Zürich und Thurgau laufen zurzeit Testversuche, um herauszufinden, wie viel Pflanzenschutzmittel man mit dem sogenannten «Precision Farming» einsparen kann. Bis zu 25 Prozent könnten es sein, erklärt der Aargauer Fachspezialist für Weinbau, Urs Podzorski, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.

«Die Drohne fliegt etwa zwei Meter über den Reben. Das ist viel näher dran als zum Beispiel ein Sprühhelikopter. Und die Propeller erzeugen einen Wirbel, der das Pflanzenschutzmittel direkt auf die Blätter appliziert.» Der Einsatz von Drohnen bringt noch weitere Vorteile. Der Betrieb in steilen Hängen ist sicherer. Zudem können sie nach einem Regen eingesetzt werden. Im Gegensatz etwa zu Traktoren, welche die Erde beschädigen würden.

Drohnen haben Zukunft

Die Drohne scheint hier in Küttigen also gut zu funktionieren. Der technikbegeisterte Winzer Rolf Wehrli denkt derweil schon weiter.
«Wir ketten in einem nächsten Projekt das Ganze an das Wetter an. Mit Wetterstationen, die wir im Rebberg haben, können wir noch viel genauere Prognosen machen, was funktioniert und was nicht.»

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft schreitet also voran. Auch, wenn die meisten Weinbaubetriebe von solchen technischen Sprüngen noch weit entfernt sind. In Fachkreisen ist man allerdings überzeugt, dass diese Art des Rebbaus eine grosse Zukunft hat und Drohnen künftig wohl noch öfter in den Rebbergen zu sehen sein werden.

SRF 4 News, Heute Morgen, 26.08.2020, 06:00 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Je geringer die Biodiversität eines Ökosystems ist, desto grösser ist jedoch auch der Krankheitsdruck durch Schädlinge, die sich mangels natürlicher Feinde ungehindert vermehren. Während in der biologischen Landwirtschaft möglichst hohe Biodiversität und ökologische Vernetzungen zum Aufbruch der Monokultur angestrebt werden, reagiert die konventionelle Landwirtschaft mit immer neuen, immer stärkeren Pestiziden, um Nützlinge wie Schädlinge gleichermassen auszumerzen.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Nirgends wird so viel Pestizide versprüht wie in den Weinbergen. Für die Herstellung einer Flasche konventionellen Weins wird durchschnittlich ein Teelöffel Pestizide in die Umwelt versprüht. So geht im Weinberg die Artenvielfalt zugrunde.Durch den ökonomischen Zwang zur Industrialisierung haben sich die Weinberge in den letzten Jahrzehnten zu riesigen monokulturellen Flächen und völlig aus dem Gleichgewicht geratenen Ökosystemen entwickelt. Na dann - Prost!
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  • Kommentar von Matthias Jauch  (Matthias Jauch)
    Der Titel gefällt mir nicht: "Digitalisierung auch in der Landwirtschaft". Besser währe da "Digitalisierung in der Landwirtschaft". Die Landwirtschaft ist m.E., was die Digitalisierung betrifft, absolut auf der Höhe der Zeit wenn nicht gar sehr Innovativ.
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