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Radioaktivität in der Schweiz «Die ganze Schweiz ist jetzt Radon-Gebiet»

Legende: Audio Radon, die versteckte Gefahr abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
02:53 min, aus SRF 4 News aktuell vom 14.08.2018.

Die Kantone müssen die Radon-Werte in ihren Gebäuden nachmessen, nachdem der Bundesrat die Grenzwerte mit Blick auf Schulen und Kindergärten gesenkt hat. Radon kommt natürlich im Boden vor und sollte nicht über längere Zeit eingeatmet werden. Es kann Lungenkrebs auslösen. Der Delegierte des Bundes für Radonfragen, Franco Fregnan, erklärt die neue Ausgangslage.

Franco Fregnan

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Franco Fregnan ist der Delegierte des Bundes für Radonfragen. An der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) lehrt er in den Bereichen Nachhaltiges Bauen, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Radon.

SRF News: Wie gefährlich ist Radon?

Franco Fregnan: Radongas stellt ein Gesundheitsrisiko dar. Es ist in etwa vergleichbar mit dem Aufenthalt im Fumoir eines Restaurants. Doch während man sich hier dem Tabakrauch freiwillig aussetzt, bemerkt man die Exposition mit Radon nicht. Denn es ist geruchlos und deshalb entsprechend heimtückisch.

Bisher galten das Tessin, Teile Graubündens sowie der Jura als Radon-Risikogebiete. Stimmt diese Aussage noch?

In den besagten Gebieten hat man überdurchschnittlich viele radonbelastete Gebäude gefunden. Solche Gebäude gibt es allerdings überall in der Schweiz. Nach der Anpassung der Strahlenschutzverordnung gilt nun eigentlich die ganze Schweiz als Radon-Gebiet.

Warum wurde die Verordnung angepasst? Warum war das nötig?

Führend ist diesbezüglich die Weltgesundheitsorganisation WHO, die schon vor ein paar Jahren die Grenzwerte nach unten korrigiert hat. Die Schweiz hat nun nachgezogen.

Was sind die Folgen. Trifft es vor allem öffentliche Gebäude wie Schulhäuser?

Grundsätzlich sollte man in jedem Haus abklären, ob es allfällig zu hohe Radonwerte gibt. Die öffentliche Hand muss nun aber in den Schulen zuerst prüfen, weil sich dort täglich viele Kinder aufhalten, die besonderen Schutz verdienen.

Was ist Radon?

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Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas im Erdreich und Gestein und nahezu überall nachweisbar, wobei es Radon-Risikogebiete gibt. Es ist farb- und geruchlos und kann sich somit völlig unbemerkt in Häusern anreichern. Radon ist instabil und zerfällt unter Abgabe radioaktiver Strahlung in der Raumluft. Diese ionisierende Strahlung schädigt das Lungengewebe und die Haut und kann entsprechend Haut- und Lungenkrebs auslösen. Die Radonbelastung hat wesentlichen Anteil an der Belastung von Menschen durch natürlich vorkommende Radioaktivität.

Grundsätzlich wären also auch private Hausbesitzer gefordert, Abklärungen zu machen?

Seit 1994 das Thema erstmals in der Schweiz im Gesetz auftauchte, ist die Botschaft des Bundesamtes für Gesundheit an sich klar: Jedes Haus soll kontrolliert werden, denn erhöhte Radonwerte können überall in der Schweiz vorkommen.

Das Gespräch führte Elmar Plozza.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Da müssen einige wieder einen Grund haben, um Kasse machen zu können. Man erinnere sich mal an diese Tesla-Verordnung. Leider ist diese sehr wenigen wirklich bekannt. Es ist eine wirkliche "Lachnummer", was man da als Grenzwerte festgelegt hatte.
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  • Kommentar von M. Keller (MK)
    Was war eher da, das Radon oder der Mensch? Warum werden die Menschen dann immer älter? Welche 'Sesselfurzer' der WHO haben und vor Allem aus welchen Gründen auch immer den Grenzwert nach unten korrigiert? Wir sollten uns eher über Plastik und um den Müll, den wir überall liegen lassen und in den Meeren versenken, Gedanken machen und nicht über ein Gas, dass wir seit Jahrhunderten schon einatmen. Oder muss wieder irgend ein Handwerk 'subventioniert' werden?
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Aber G5 Antennen sind da wiederum keine Strahlen-Problem. Hier sollte man auch auf die Gesundheit der Bürger achten und nicht auf die Geschäftsinteressen der Telecom Anbieter.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Das Elektro-Smog-Problem, damit kann man Geister wecken nach Lust und Laune. Und diese Verordnung bezüglich Elektro-Smog ist so eine Sache. Ich konnte nur noch den Kopf schütteln. NB: Ich kann solche Messungen machen, habe solche Messungen auch machen müssen....! Ich weiss wovon ich rede.
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