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Christian Lohr weiht das Podium ein
Aus News-Clip vom 18.03.2021.
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Rampe im Bundeshaus Podium in Nationalrat ist neu im Rollstuhl erreichbar

Christian Lohr konnte erstmals für ein Votum vorne im Saal Platz nehmen. Die Anpassung war aber nicht nur für ihn nötig.

Vor der Frühjahrssession wurde im Nationalratssaal eine neue Rampe installiert. Erstmals ist es damit auch Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, möglich, am offiziellen Rednerpult zu sprechen.

Tweet der Parlamentsdienste

Am Mittwoch kurz vor Mittag nutzte Christian Lohr, Nationalrat der «Mitte», diese Gelegenheit erstmals. Er betonte, es handle sich um einen besonderen Moment. Dank der Rampe fühle er sich «noch gleichwertiger» im Parlament.

Er könne jetzt nicht nur mitreden, sondern auch mitgestikulieren, sagte Lohr, der ohne Arme und mit deformierten Beinen zur Welt kam: «Erschrecken Sie bitte nicht, wenn jetzt einmal jemand mit dem Fuss auf das Pult poltert!»

Gleichberechtigter Zugang für alle

Lohr rief zudem Menschen im Rollstuhl auf, ebenfalls für ein politisches Amt in Bern zu kandidieren. «Diese Massnahmen sind nicht für mich getroffen worden, sondern damit Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen diese Möglichkeit haben. In unserer Gesellschaft haben alle Menschen das Recht, gewählt zu werden. Sie haben auch das Recht, ihr Amt auszuüben.»

Irène Kälin (Grüne/AG), Vizepräsidentin des Nationalrats, sagte nach dem historischen Moment unter der Bundeshauskuppel: «Es war mir eine Ehre, sehr geschätzter Herr Kollege Lohr, Zeugin ihres ersten Votums am offiziellen Rednerpult zu sein.» Als Mitglied des Präsidiums könne sie ihm versichern, «dass ich mich sehr freue, Sie gleichberechtigt hier begrüssen zu dürfen».

Barrierefreiheit im Bundeshaus

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Barrierefreiheit im Bundeshaus

Das Parlamentsgebäude in Bern ist, wie die meisten historischen Gebäude, nicht rollstuhltauglich gebaut worden. Damit sich körperlich beeinträchtigte Ratsmitglieder dennoch frei bewegen können, hat das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) den Podiumsbereich im Nationalratssaal umgebaut. Die Rampen und der neue Lift haben laut Auskunft der Parlamentsdienste 768'450 Franken gekostet. Dieselben Arbeiten werden nun bald auch im Ständeratssaal durchgeführt.

Während der letzten Sanierung des Gebäudes zwischen 2006 und 2008 hatte das BBL einen Lift, der alle Stockwerke erschliesst, sowie mehrere Hebebühnen und einen Treppenlift eingebaut. Sitzungszimmer, Stände- und Nationalratssaal verfügen über spezielle Anlagen für Hörbehinderte. Zudem wurden Toiletten und Telefonkabinen rollstuhlgängig gemacht. Auch der Besuchereingang auf der Südterrasse wurde für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer erschlossen.

SRF 1 Nachrichten, 17.03.2021, 17:00 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Sam Meier  (tsam39947)
    Traurig, dass es bis heute dauerte, für so eine einfache bauliche Massnahme.
  • Kommentar von Hanspeter Zaugg  (rägetag)
    Eigentlich ein Armutszeugniss dass man im 3 Jahrtausend immer noch darüber berichten muss Es sollte schlicht und einfach selbstverstädlich sein und zwar bei allen éffentlichen Gebäuden ohne wenn und aber