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Mafia-Prozess unter massiven Sicherheitsvorkehrungen
Aus Regional Diagonal vom 07.12.2020.
abspielen. Laufzeit 06:04 Minuten.
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Raubmord von Metzerlen (SO) Mafia-Prozess am zweiten Verhandlungstag abgebrochen

  • Zwei Männer stehen vor dem Amtsgericht Dorneck-Thierstein. Es geht um einen Raubmord in Metzerlen (SO) vor zehn Jahren.
  • Nun ist der Prozess am zweiten Verhandlungstag überraschend abgebrochen und auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
  • Der amtliche Verteidiger eines Angeklagten habe unerlaubterweise den Saal verlassen, teilt das Gericht mit.
  • Gemäss Strafprozessordnung müsse die Verhandlung verschoben werden, wenn die amtliche Verteidigung ausbleibe.

Geheimer Austragungsort

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Der Prozess hatte aus Sicherheitsgründen an einem geheimen Ort stattgefunden. Die Angeklagten sollen Verbindungen zu einem internationalen kriminellen Netzwerk haben. Medienvertreter konnten den Prozess dank einer Videoübertragung mitverfolgen. Zu Beginn des Prozesses war die Tonqualität jedoch sehr schlecht, weshalb Prozessbeobachter kaum etwas verstanden.

Der Fall sorgte 2010 für Aufsehen: Ein 71-jähriger Mann wird in seinem Haus brutal überfallen und schwer verletzt. Einige Monate später erliegt er seinen Verletzungen. Beim Opfer handelt es sich um den damaligen Gemeindepräsidenten von Metzerlen-Mariastein.

Erst nach Jahren fassten die Behörden zwei mutmassliche Täter, einen 40-jährigen Holländer und einen 43-jährigen Serben. Sie sollen für den Mord verantwortlich sein und sind wegen bandenmässigen Raubs angeklagt.

Gemäss Anklage erhofften sich die beiden, im Haus in Metzerlen Bargeld in Millionenhöhe zu erbeuten. Sie durchsuchten die Liegenschaft und stahlen schliesslich einen Haustür- und einen Autoschlüssel. Mehr fanden sie nicht.

Verteidiger protestiert

Nachdem der Prozess bereits am ersten Verhandlungstag am Montag unterbrochen und auf Freitag verschoben wurde, wurde er ganz abgebrochen. Der Verteidiger eines Beschuldigten hatte den Saal unter Protest verlassen.

Es sei ihm keine andere Wahl geblieben, sagte der Verteidiger der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sein Klient sei «wie ein Tier» behandelt worden. Er sei in einem sogenannten Bunker ohne Tageslicht untergebracht gewesen. Nun, da der Prozess unterbrochen sei, werde sein Klient in sein bisheriges Gefängnis zurückverlegt.

Gericht bedauert

Gemäss dem Richteramt Dorneck-Thierstein hat der amtliche Verteidiger den Saal unerlaubterweise verlassen. «Das Gericht bedauert sehr, dass der Prozess nicht wie geplant stattfinden konnte», heisst es in einer Mitteilung.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 12:03 Uhr;

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