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Das «Gymi» soll sich neu erfinden
Aus Rendez-vous vom 10.08.2021.
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Reform der Matura Flexible Vertiefungswahl an den Kantonsschulen Aargau

Zwei Jahre Fächer schnuppern, zwei Jahre Wissen vertiefen: Das Maturamodell des Kantons Aargau kommt bei den Schülerinnen und Schülern gut an.

Im Aargau dauert die Kantonsschule vier Jahre. Neben den üblichen Grundlagenfächern können die Schülerinnen und Schüler in den ersten zwei Jahren bereits Akzente setzen und zum Beispiel in alten Sprachen, Informatik oder Naturwissenschaften schnuppern. In den darauffolgenden zwei Jahren können sie dann ihr Wissen in einzelnen Fächern vertiefen.

Man sei so nicht bereits beim Eintritt in die Kanti auf eine Studienrichtung festgelegt, erklärt Matthias Angst, Rektor der Kantonsschule Wohlen. «Man setzt einen gewissen Akzent zu Beginn, kann aber in den zweiten zwei Jahren ein Vertiefungsprofil wählen mit diesem Schwerpunktfach oder auch dem Ergänzungsfach.»

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Aus dem Archiv: Wie soll die Matura reformiert werden?
05:30 min, aus Echo der Zeit vom 21.02.2020.
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Die Frage, womit man sich vier Jahre lang beschäftigen soll, ist nicht einfach. Das ging auch Martina Balmer so. In der Oberstufe war sie stark in Mathematik und wollte deshalb in diese Richtung gehen. «Ich habe das Akzentfach Mathematik gewählt und dann aber gemerkt, dass es mich nicht stark genug interessiert, um es studieren zu wollen.»

Am Anfang hätte ich anders gewählt.
Autor: Martina Balmer Maturandin

Als Schwerpunktfach habe sie dann Biochemie gewählt. «Am Anfang hätte ich das anders gewählt.» Nun könne sie sich ein Medizinstudium vorstellen.

Auch Marie-Lena Funk möchte in diese Richtung. Dabei interessierte sie sich erst für Sprachen. Nun konzentriert sie sich ebenfalls auf Biochemie und nächstes Jahr legt sie den Schwerpunkt auf das bildnerische Gestalten. Die junge Frau ist froh, dass sie ihren Fokus immer wieder wechseln konnte.

Es war spannend, dank der späteren Wahl herauszuspüren, was das Richtige für mich ist.
Autor: Marie-Lena Funk Maturandin

«Es war spannend, dank der späteren Wahl herauszuspüren, was das Richtige für mich ist. Ich weiss nicht, ob ich im ersten Jahr schon gewusst hätte, dass ich Richtung Medizin gehe und ob es das Richtige sein wird.»

Glücklicher dank des Modells?

Genau hier sieht Rektor Matthias Angst den Vorteil des heutigen Systems im Aargau. Zwar hätte sie auch schon damals mit jedem Typus ein Medizinstudium in Angriff nehmen können. «Sie wäre aber vielleicht in den zweiten zwei Jahren nicht so happy gewesen an der Kantonsschule, wie sie es jetzt ist. Und wenn wir dem Rechnung tragen können, dann ist das grossartig», findet Angst.

Mit dem neuen, flexibleren System macht man seither im Aargau gute Erfahrungen. Nun stellt sich die Frage, ob andere Kantone bei der Matura-Reform dieses System übernehmen wollen.

Rendez-vous, 10.08.2021, 12:30 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Mirjam Hoss  (Snipsnapper)
    5 verschiedene Gymi-Typen hatten wir bis 1998 im Kanton Aargau:
    - Typ A (Latein und Griechisch)
    - Typ B (Latein und eine moderne Fremdsprache)
    - Typ C (Mathematik und Naturwissenschaften)
    - Typ D (moderne Sprachen)
    - Typ E (Wirtschaft und Recht)

    Jedes Kind konnte seinen Stärken folgen, und diese kannte es mit 16 ganz genau.

    Aber nein: alle paar Jahre eine neue Generation von "Bildungsverbesserern", die das Rad neu erfinden. Und die nächste Generation von Kindern, die dies ausbadet.
  • Kommentar von Mike Baumgartner  (Mike47)
    Na hoffen wir mal, dass in den selbst gewählten Fächern gute Noten «easy» erreicht werden können - sonst halt wieder wechseln ;-) Soweit ok, für die Auswahl einer Studienrichtung jedoch ein eher ungeeignetes Instrument. Hilfreicher wäre ein Reinschnuppern in den später auszuübenden Beruf - und da sieht man dann, dass z.B. Biochemie im täglichen Spitaldienst nur eine klitzekleine Nebenrolle spielt ;-)