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Rekordsommer 2018 So trocken war es zuletzt vor 97 Jahren

Nur im Sommer 1921 regnete es weniger als jetzt – und Niederschläge sind kaum in Sicht.

Legende: Video Die Schweiz trocknet aus abspielen. Laufzeit 2:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.07.2018.

Die Schweiz trocknet aus. Warum eigentlich? Für flächendeckenden Regen braucht es Kalt- und Warmfronten, erklärt Christoph Siegrist von SRF Meteo. Diese sind aber selten in diesem Sommer. Zwar brächten Gewitter – die gab es in den vergangenen Wochen durchaus – auch Regen, meist aber nur lokal. «Und weil wir immer wieder Bise statt Südwestwind haben, bleiben oft auch die Gewitter aus», sagt Siegrist.

Trockenheit

Und so kann man denn auch von einem Rekordsommer 2018 reden. 2003 und 2015 waren zwar auch sehr trocken, in diesem Jahr hat die Trockenheit aber bereits im Frühjahr begonnen. «Von April bis Juli fiel so wenig Regen wie seit fast 100 Jahren nicht mehr», sagt Siegrist. In den Statistiken des Bundesamtes für Meteorologie war es letztmals 1921 trockener.

Nun kommen die «Hundstage»

Und wie geht es weiter? «Trocken, leider», so der SRF-Meteorologe. Und mit den so genannten «Hundstagen» – die bis zum 23. August dauern – beginnt nun die jeweils heisseste Zeit des Jahres.

Regen käme höchstens von Gewittern, «aber auch das selten». Und die Mittelfristprognosen zeigten kaum Niederschlag. Und zwar bis in den August hinein, weiss Siegrist. «Einzig am Wochenende fällt etwas Regen, aber viel zu wenig.» Das bedeutet auch, dass die Waldbrandgefahr weiter steigen könnte.

Waldbrandgefahr

Die Kantone reagieren darauf mit weiteren Feuerverboten. So haben zum Beispiel die Zentralschweizer Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Zug am Mittwoch ein Feuerverbot für Wälder und Waldränder ausgesprochen. Grillfeuer oder Feuerwerkskörper sind nur noch mit einem Mindestabstand von 200 Meter zum Wald erlaubt. Das gilt auch im Kanton Schaffhausen.

Feuerverbote im Wald und in Waldesnähe haben zuvor bereits die Kantone Graubünden, Thurgau und St. Gallen erlassen. Im Tessin, im Wallis und in Bündner Südtälern gilt sogar ein absolutes Feuerverbot.

Feuerverbot

In Zukunft müssen wir übrigens mit weiteren solchen Sommern rechnen. «Was wir derzeit erleben, bestätigt die Prognosen der Klimatologen». Die Klimamodelle würden bereits seit vielen Jahren eine Zunahme von sommerlichen Hitzewellen berechnen.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Ist statistisch gesehen nicht der Juli die heisseste Zeit und der August bereits wieder etwas kühler?
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    1. Antwort von SRF Meteo
      Im Mittelland liegt das langjährige Augusttemperaturmittel knapp unter dem langjährigen Julitemperaturmittel. Für die Station Zürich/Kloten beträgt die Differenz 0,7 Grad. Dennoch kann es auch im August sehr heiss und trocken sein.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    "Wenn jeder etwas beitragen würde", die grosse Masse von 8.5Mia tut das aber nicht, und unsere Geschichte beweist, dass sich daran auch nichts ändern wird. Kaum ein Problem auf Erden, dessen Ursache nicht im Menschen resp in seiner Übervertretung und seinen Bedürfnissen zu suchen ist! Darum bleibt der Welt nur unsere eigene Reduktion, denn wenn weiter die letzten Urwälder, Meere+Böden gerodet, zugemült, vergiftet, überfischt, übernutzt, zerstört, verbaut werden usf, ist auch unser Ende absehbar.
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  • Kommentar von R. Raphael (R.Raphael)
    Klimawandel gab es auf Erden nachweislich schon immer. Der Schuldige in der heutigen Zeit war schnell ausgemacht. Wo bleibt der Schuldige fūr die gravierende Veränderung des Erdmagnetfeldes oder gar dass die Erdachse kippen könnte, was periodisch geschiet?? Sokrates: Ich weiss, dass ich nichts weiss! Vielleicht bräuchte die Menschheit wieder etwas mehr Bescheidenheit statt wissenschaftliche Ūberheblichkeit......
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