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Nespresso mit verwunderlichen Garantiebestimmungen
Aus Espresso vom 18.12.2020.
abspielen. Laufzeit 03:09 Minuten.
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Reparatur nur gegen Bestellung Kunde fühlt sich von Nespresso «erpresst»

Eine defekte Kapselmaschine wollte das Unternehmen zunächst nur reparieren, falls der Kunde neuen Kaffee bestelle.

«Das glauben Sie wohl selbst nicht?», so reagierte ein Nespresso-Kunde, nachdem er sich wegen einer defekten Kapselmaschine beim Kundendienst gemeldet hatte. Dort teilte man ihm mit, die Maschine – gekauft vor rund einem Jahr in einem Nestlé-Shop – könne nur auf Garantie repariert werden, wenn er zuvor mindestens 100 Kaffeekapseln bestelle. Dies sei nötig, um sein Kundenkonto zu reaktivieren. Und dies wiederum sei nötig, um den Garantiefall abzuwickeln.

«Das grenzt an Erpressung»

Der Kunde, der sich nach dieser Auskunft beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» meldete, kann sich kaum vorstellen, dass so eine Handhabe rechtens ist. «Für mich grenzt es an Erpressung, wenn man eine Garantieleistung an Bedingungen knüpft.»

Der Mann hat Recht: Konsumentinnen und Konsumenten haben in der Schweiz grundsätzlich zwei Jahre Garantie auf gekaufte Gegenstände. Man nennt das auch Gewährleistung, denn der Verkäufer muss seinen Kunden während der zwei Jahre Gewähr dafür leisten, dass das Produkt keine Mängel aufweist. Daran gibt es nichts zu rütteln. Zudem ist diese zweijährige Garantiefrist zwingend, sie darf nicht verkürzt werden. Jedoch kann die Garantie in einem Vertrag ganz ausgeschlossen werden.

Kundendienst erteilte «falsche Auskunft»

Auf Anfrage heisst es von Nespresso, der Mann sei vom Kundendienst falsch informiert worden. Man entschuldige sich dafür in aller Form. «Selbstverständlich wird seine Maschine während der zweijährigen Garantiezeit ohne eine Bestellung repariert.» Man habe versucht, den Kunden anzurufen, jedoch ohne Erfolg. «Wir hoffen, dass wir ihn bald erreichen können.»

Viel ist seither laut dem Kunden nicht mehr passiert: «Nespresso hat mir eine E-Mail geschickt mit der Bitte, zurückzurufen. Das habe ich auch gemacht, jedoch konnte mir die Dame am Telefon nicht weiterhelfen und meinte, Nespresso werde mich wieder kontaktieren.» Er warte noch immer auf diesen Rückruf.

Espresso, 18.12.2020, 08:13 Uhr

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Scholer  (Nounours)
    So, wieder einmal Nestlé-Bashing. Wieso sind denn viele 100'000e Schweizer Konsumenten mit ihrem Nespresso so zufrieden? Weil es halt doch der Beste ist. What else? So und jetzt noch einen Nespresso Décaf, sonst kann ich nicht gut schlafen.
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  • Kommentar von Kurt Häfliger  (kurto1956)
    Die gute alte INOX-Espresso-Kanne ist immer noch die Beste! Umweltfreundlich, effizient und der frische Kaffee schmeckt herrlich für 2 - was will man mehr!?
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    1. Antwort von Patrick Dörrer  (P.D)
      Da haben Sie recht, doch bis die Kaffeebohnen bei uns sind, ist derer ökologischer Fussabbdruck sehr gross geworden. (Tee hat einen drei bis vier Mal kleineren).
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  • Kommentar von Thomas Trefzer  (ttre)
    "Kunde fühlt sich von Nespresso erpresst"? Klar, das hat jetzt weniger mit dem "tollen" Servicegebaren der Firma zu tun. Aber jeder der so eine Kapselmaschine mit patentiertem System beschafft müsste sich eigentlich im klaren sein worauf er sich einlässt. Insbesondere wenn er Rechnen kann. Maschine kostengünstig aber dann???. Lohnt sich im besten Fall für Leute die nicht selbst Kaffee trinken, diesen aber allenfalls ihren Gästen anbieten wollen... ;-)
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