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Restrukturierung Ruag International steigt aus rüstungsnahem Geschäft aus

  • Der Luft- und Raumfahrtkonzern Ruag International wird zerlegt.
  • Das Unternehmen steigt aus dem verbleibenden rüstungsnahen Geschäft komplett aus, wie Ruag bekannt gab.
  • Das Unternehmen will sich auf das Satellitengeschäft konzentrieren.
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Aus dem Archiv: Ruag – wie der Staatskonzern abkassierte
Aus Rundschau vom 10.02.2021.
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«Wir steigen aus allen rüstungsnahen Geschäftsbereichen aus», sagte der neue Ruag-Chef, André Wall, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Dies betreffe die Munitionsfabrik in Thun, das Militärunterhaltsgeschäft in Malaysia und Australien sowie das Simulatoren- und Trainingsgeschäft mit Standorten in der Schweiz, Frankreich und Schweden.

Der Verkaufsprozess der Munitionssparte sei im Dezember gestartet, sagte Wall: Es gebe etliche Interessenten aus verschiedenen Bereichen, wie etwa strategischen Industrieunternehmen oder Finanzgesellschaften. Der Verkauf solle noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Bereits letztes Jahr war der bundesnahe Ruag-Konzern aufgeteilt worden – in einen staatlichen Bereich für Geschäfte mit der Schweizer Armee und in einen kommerziellen, internationalen Teil.

Keiner fliegt mehr, keiner bestellt Flugzeugteile.
Autor: André WallKonzernchef Ruag

Auch für den Flugzeugstrukturbau schliesse man einen kompletten Verkauf an strategische Partner nicht aus. Die Sparte habe in der Pandemie den grössten Einbruch aller Ruag-Bereiche erlitten: «Keiner fliegt mehr, keiner bestellt Flugzeugteile», sagte Wall, der seit Anfang Jahr im Amt ist. Die Sparte stellt Rumpf- oder Flügelteile unter anderem für Airbus her.

Die Division müsse einem kompletten Umbau unterzogen werden, sagte der Firmenchef: «Es dürfte mindestens bis 2025 dauern, bis die Flugzeughersteller wieder die Vor-Pandemie-Volumina erreichen. Trotz der besonderen Herausforderungen in der Luftfahrtindustrie bin ich optimistisch, dass es uns mittels Restrukturierung gelingen wird, Aerostructures solide für die Zukunft aufzustellen.»

Der grösste Teil des Personals soll neue Arbeitgeber erhalten. So umfasst die Munitionssparte 2500 Angestellte, der Flugzeugstrukturbau 1250 Mitarbeiter und das internationale Militärgeschäft (MRO) rund 630 Beschäftigte.

Wachstumschancen für Satellitengeschäft

Übrig bleibt die Raumfahrtdivision mit 1300 Beschäftigten, wovon allerdings 100 Stellen bis Ende Jahr gestrichen werden. Hier will Ruag International im Satellitengeschäft durchstarten. Von einem Hersteller von Einzelkomponenten für Satelliten wolle man zu einem integrierten Anbieter von Subsystemen für Satelliten werden, kündigte Wall an. Der Fokus liege auf dem Ausbau der Marktführerschaft in Europa und dem Ausbau des Marktzugangs besonders in den USA, aber auch in Asien.

Dazu gebe es ein neues Forschungs- und Entwicklungsteam, das neue Satellitenteile entwerfen solle. Das Unternehmen wolle die Produktion von den heutigen Prototypen auf Mini-Serien mit grösseren Stückzahlen umstellen. «Vor uns liegt ein optimales Startfenster, der Space-Markt boomt», so Wall. Analysten der US-Bank Morgan Stanley würden einen 1-Billion-Dollar-Markt bis in 2040 mit jährlichen Wachstumsraten von über 16 Prozent prognostizieren.

Das Satellitengeschäft solle den neuen Namen «Beyond Gravity» bekommen. Die Marke Ruag International habe zu Verwirrung bei den Kunden geführt, sagte Wall.

SRF 4 News, 09.03.2021, 15 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    In einem anderen Artikel heute steht das Kriegsmaterial ein Allzeithoch hätte. Nur die RUAG scheint fähig in einem boomenden Markt kein Erfolg zu haben.
  • Kommentar von Hugo Kuhn  (Coco)
    Gut so. Für mich ist alles andere als die Produktion von Munition und Kriegsmaterial besser.
    1. Antwort von Richard Limahcer  (Limi)
      Eigentlich bringt es gar nichts. Die Rüstungssparte wird nur den Besitzer und allenfalls noch den Namen wechseln.
  • Kommentar von Martin Berg  (Abflussknie)
    @SRF
    Da es hier um RUAG International geht, verwendet bitte für den Artikel das Markenlogo von RUAG International, also das alte RUAG Schweiz Logo mit dem „Together Ahead“. Das von euch für den Artikel verwendete Markenlogo gehört zur neuen RUAG AG, welche von RUAG International abgespalten wurde.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Martin Berg
      Guten Tag Herr Berg. Da haben Sie natürlich recht, wir passen das Bild an. Vielen Dank für Ihren Hinweis. Freundliche Grüsse, SRF News