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«Rhesi»-Projekt im Rheintal Projekt «Rhesi» zur Genehmigung eingereicht

  • Das Milliardenprojekt «Rhesi» zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Rhein ist nach 15 Jahren Planung jetzt offiziell eingereicht.
  • Die Schweiz prüft die Unterlagen in einer Vorprüfung, und in Österreich liegt das Projekt zur Genehmigung vor.
  • Damit beginnt in beiden Ländern das behördliche Verfahren.

Das untere Rheintal soll mit dem Projekt «Rhesi» vor einem Hochwasser geschützt werden, das statistisch alle 300 Jahre auftritt. Der Projektname «Rhesi» steht für «Rhein, Erholung, Sicherheit». Die Verantwortlichen gehen von Kosten bis zu 2.2 Milliarden Franken aus. Die Dauer der Bauarbeiten wird auf 20 Jahre geschätzt. 

Der 26 Kilometer lange Abschnitt des Alpenrheins wird so umgestaltet, dass seine Abflusskapazität um rund 40 Prozent steigt. Die Projektleitung und Koordination liegen bei der Internationalen Rheinregulierung, einer gemeinsamen Institution der Schweiz und Österreichs.

Internationale Rheinregulierung IRR

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Die Internationale Rheinregulierung (IRR), mit Sitz in Lustenau, ist seit 1892 eine gemeinsame Institution der Schweiz und Österreichs. Sie ist für den Unterhalt, die Sicherheit und die Weiterentwicklung des Alpenrheins zuständig. Für «Rhesi» übernimmt sie die Projektleitung und Koordination.

Das «Rhesi»‑Dossier wurde am Mittwoch in Lustenau im Bundesland Vorarlberg an die Behörden in St. Gallen und Vorarlberg übergeben. Es umfasst 763 Dokumente und zahlreiche Pläne. In Österreich startet damit das UVP‑Verfahren. Dieses prüft die Auswirkungen eines Projekts auf Umwelt und Bevölkerung. Und in der Schweiz beginnt die Vorprüfung. Beide Schritte leiten das formelle Bewilligungsverfahren ein.

Das Entwicklungskonzept Alpenrhein zeigte vor über 20 Jahren, dass der Fluss zwischen der Illmündung auf der Höhe Rüthi/Feldkirch und dem Bodensee zu wenig Abflusskapazität hat. Ein grosses Hochwasser könnte Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe verursachen. Rund 300'000 Menschen wären betroffen, sagt Österreichs Umweltminister Norbert Totschnig zum Start der UVP-Prüfung. Er betont die Bedeutung von «Rhesi» für Sicherheit und bessere Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels.

«Rhesi on Tour»

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Eingang zu einem mobilen Büroanhänger auf einem Kiesplatz.
Legende: «Rhesi»-Ausstellung im Bauwagen SRF / LEONIE HERDE

Die mobile Ausstellung «Rhesi on Tour» macht in den kommenden Monaten an verschiedenen Orten im Projektgebiet Halt. Der Bauwagen zeigt Ziele, Massnahmen und Auswirkungen des Hochwasserschutzprojekts. Besucherinnen und Besucher können sich vor Ort informieren und Fragen direkt mit Fachleuten besprechen.

St. Gallens Regierungsrätin Susanne Hartmann betont, dass die Ausstellung «Informationen ohne Fake‑News» bietet. Mit den Videos könne sich die Bevölkerung ein Bild davon machen, was ein 300‑jährliches Hochwasser für das Rheintal bedeuten würde.

Die nächsten Stationen sind Mitte Juni in Diepoldsau und anschliessend in Au. Mitte Juli und Ende September macht die Ausstellung in Lustenau Halt und Mitte August in Feldkirch.

Weiter Termine gibt es auf der Website des Projekts.

Die UVP‑Unterlagen umfassen 23'000 Seiten. Die St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann erinnert daran, dass die historische Rheinkorrektion Wachstum ermöglicht hat und damit das Schadenpotenzial gestiegen ist. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner hebt die lange Planung und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervor.

Unterschiedliche Verfahren

Die Bewilligungswege unterscheiden sich: Österreich führt das Projekt im Rahmen des UVP-Verfahrens durch. Im Kanton St. Gallen kommt erstmals das «Rhesi‑Gesetz» zur Anwendung, ein kantonales Spezialgesetz, das Verfahren und Zuständigkeiten für das Projekt regelt. Damit beide Länder möglichst gleichzeitig vorankommen, sollen die öffentliche Verhandlung in Österreich und die öffentliche Auflage in der Schweiz zeitlich koordiniert stattfinden.

Baustart im 2029/30?

Trotz Einreichung läuft die Planung weiter. Die IRR beantwortet Rückmeldungen der Behörden und begleitet Drittprojekte wie die Verlegung von Hochspannungsleitungen.

Ein möglicher Baustart sei frühestens um 2029/30, wie IRR‑Projektleiter Markus Mähr gegenüber SRF sagt – vorausgesetzt, das Verfahren verläuft ohne Verzögerungen. «Wir sind uns durchaus bewusst, dass es viel länger dauern kann.»

Regionaljournal Ostschweiz, 20.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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