Es sei eine eindeutige Fischotterspur im Schnee, die gemäss Medienmitteilung des Kantons Solothurn am Ufer der Aare in der Gemeinde Selzach festgestellt worden ist.
Der Nachweis am vergangenen Sonntag sei beim Monitoring für Fischotter erfolgt. Begegnungen mit dem Tier in der Schweizer Wildnis seien selten. Während die Art ab dem Jahr 1989 als nahezu ausgestorben galt, wird sie mittlerweile auf der roten Liste als «stark gefährdet» geführt. Damit ist der Fischotter eine geschützte Wildtierart. Eine Kombination aus direkter Verfolgung, Lebensraumveränderung und Umweltgiften setzte dem Fischotter zu.
Fischotter seit 2015 zwischen Thun und Bern
In der Schweiz wurden allerdings in den vergangenen Jahren immer wieder Fischotter nachgewiesen. Sei es in St. Gallen, in Graubünden oder in Bern. Dort lebt eine Kleinstpopulation von Fischottern an der Aare zwischen Thun und Bern.
Seit 2015 wurde bei diesen Berner Fischottern zudem wiederholt Nachwuchs beobachtet. Um die daher zu erwartenden Abwanderungen und die Neubesiedlung von weiteren Gebieten zu dokumentieren, sei das Monitoringprojekt «Otterspotter» initiiert worden. Im Rahmen dieses Monitorings sei die Fussspur an der Selzacher Aare entdeckt und gemeldet worden.
«Grossartige» Rückkehr nach Solothurn
Die Stiftung Pro Lutra setzt sich für den Fischotter ein. Für die Geschäftsleiterin Irene Weinberger ist der Otternachweis in Selzach eine grossartige Nachricht. «Es ist ein sehr schöner Fund.» Sogenannte Otter-Spotter der Stiftung suchen systematisch nach Nachweisen.
Woher der «Solothurner» Fischotter kam, sei nicht klar. Er müsse nicht zwingend aus dem Kanton Bern stammen, sondern könne auch aus dem Osten eingewandert sein. Aus Deutschland und Österreich seien in den letzten Jahren viele Otter ins Rheintal abgewandert. «Die Tiere können locker 140 Kilometer in der Gegend herumwandern. Ich schliesse nicht aus, dass dieses Tier nicht aus dem Kanton Bern, sondern von anderswo kommt», so Weinberger.
Wahrscheinlich war der Fischotter in Selzach auf der Jagd.
Die Tiere bewegen sich normalerweise in einem Territorium von 20 bis 40 Kilometern Bachlauf. «Wahrscheinlich war der Fischotter in Selzach auf der Jagd», sagt Weinberger. In einer Nacht auf der Jagd könne das Tier gut acht Kilometer zurücklegen.
Ein Meter lang, zehn Kilo schwer, lange vermisst
Der letzte Fischotter wurde im Kanton Solothurn im Jahre 1935 nachgewiesen. Später galt er in der Schweiz als ausgestorben, mittlerweile gibt es wieder einige Tiere.
Der Fischotter wird landläufig auch Wassermarder genannt. Er hat einen langgestreckten Körper mit kurzen Beinen. Er wird etwa einen Meter lang und etwa zehn Kilogramm schwer. Sein Schwanz ist im Gegensatz zum im Mittelland verbreiteten Biber behaart und spitz.
Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Fischen. Sie fressen aber auch Amphibien oder Krebse. Wenn der Lebensraum stimmt und genügend Nahrung vorhanden ist, können sich Fischotter still und heimlich ansiedeln. Sie sind nachtaktiv und schlafen tagsüber zwischen Steinen.