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Übertragungsketten derzeit noch nicht unterbrochen
Aus SRF 4 News aktuell vom 03.03.2020.
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Rückverfolgung der Infektionen «Die Kantone stossen bald an ihre Grenzen»

Das Coronavirus breitet sich in der Schweiz weiter aus. Aktuell gibt es über 30 bestätigte Fälle einer Infektion. Nach wie vor wissen die Behörden genau, wie und bei wem sich die erkrankten Personen angesteckt haben. Das könnte sich aber bald ändern, sagt Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Patrick Mathys

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Patrick Mathys ist im Bundesamt für Gesundheit (BAG) Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit.

SRF News: Ist die Übertragungskette in der Schweiz noch nachvollziehbar?

Patrick Mathys: Bis anhin kennen wir die Wege noch, über die sich die betroffenen Personen in der Schweiz angesteckt haben. Aber ich gehe davon aus, dass mit der zunehmenden Anzahl an Fällen, die in der Schweiz zu erwarten sind, die Kapazitäten zur Rückverfolgung von Kontakten in den Kantonen an ihre Grenzen stossen. Und es ist wahrscheinlich, dass früher oder später auch Fälle auftreten werden, bei denen nicht mehr lokalisiert werden kann, wo und wie sich die Patienten angesteckt haben.

Infoline des Bundes

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat für Fragen zum neuartigen Coronavirus eine Infoline eingerichtet:
Telefonnummer 058 463 00 00
Sie ist täglich während 24 Stunden erreichbar.

Auf der Webseite des BAG, Link öffnet in einem neuen Fenster gibt es tagesaktuelle Informationen.

Was passiert, wenn man nicht mehr weiss, wer sich wo angesteckt hat?

Eine Ausbreitung in der Bevölkerung wird dann wahrscheinlich. Wenn wir die Übertragungskette nicht mehr unterbrechen können, werden wir auch mit Sicherheit weiterführende Massnahmen treffen, damit sich vor allem jene Personen richtig schützen, die ein besonderes Risiko haben. Momentan sind dies ältere Personen und Personen mit bestehenden Grunderkrankungen.

Würden Sie dann empfehlen, dass sich jeder mit Symptomen testen lässt?

Nicht, solange wir die Übertragungskette noch kennen. Wenn wir sie nicht mehr zurückverfolgen können, werden wir die Strategie diesbezüglich ändern müssen. Dann wird es sicher nicht mehr so sein, dass nur noch das Ausland als möglicher Kontakt zu bestätigten Fällen gilt, sondern auch die Schweiz.

Direkt nach einer Infektion ist es unmöglich, diese über einen Test nachzuweisen.

Gibt es nicht schon viel mehr Fälle, die einfach nicht getestet wurden?

Es ist davon auszugehen, dass es weitere, bisher unentdeckte Fälle in der Schweiz gibt. Was wir im Moment sehen, sind Übertragungen, die vor ein paar Tagen stattgefunden haben. Denn nach der Infektion braucht es auch eine gewisse Zeit, bis einerseits Symptome auftreten, aber andererseits auch, bis positive Resultate nachgewiesen werden können. Direkt nach einer Infektion ist es unmöglich, diese über einen Test nachzuweisen.

Eine Massnahme, die die Ausbreitung der Krankheit verzögern kann, ist die Quarantäne. Wie weit muss oder kann so eine Quarantäne gehen?

Es ist eine Frage der Machbarkeit, wie viele Personen unter Quarantäne gesetzt werden können – und ob das sinnvoll ist. In den Kantonen wird man sicher bald einmal an Grenzen stossen, sodass es nicht mehr möglich sein wird, jede einzelne Person, die sich in Quarantäne befindet, auch entsprechend zu überwachen und zu betreuen.

Das Gespräch führte Curdin Vincenz.

NEWSQuelle: bag.admin, 02.03.2020So können Sie sich schützenIn Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen.Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben.Gründlich Hände waschen.Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation.Papiertaschentuch nach Gebrauch in geschlossenen Abfalleimer.Händeschütteln vermeiden.

SRF 4 News, 03.03.2020, 06.20 Uhr; srf/eglc;snep;schm

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15 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Eine drastische Einschränkung der meist "sinnlosen herumreiserei in der Welt" wäre eine nützliche Massnahme!
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  • Kommentar von Markus Sommer  (praemienverbilligung.org)
    Was heisst es, wenn die Fälle nicht mehr verfolgt und in Quarantäne gesetzt werden? Es heisst im Prinzip, dass man die Welle rollen lässt. Die Schweiz wäre das erste Land auf der ganzen Welt das sich dieses "Experiment" getraut. Mit buchstäblich katastrophalen Konsequenzen, denn dies entspricht dem "Worst-case-Szeario". Ich packe jetzt schnell meine Koffer und gehe für ein paar Wochen nach Südamerika - solange mich man mit Schweizer Pass noch einreisen lässt. Viel Glück an alle!
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  • Kommentar von Andreas Genfer  (Andreas Genfer)
    So wie mir scheint hinkt die Schweiz der Ausbreitung hinterher. Erst gestern noch hiess es dass Militärdienst, Rekrutenschule und WK's problem weitergeführt werden können. Und.... Heute ist schon der erste Fall auch dort aufgetaucht. So war es schon als die ersten Fälle in Italien auftauchten. Die Antwort der Zuständigen auf die Frage einer Grenzschliessung war: Es ist nicht notwendig man hätte alles unter Kontrolle. Und jetzt?
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