Das Skigebiet Sattel-Hochstuckli im Kanton Schwyz liegt auf 1600 Metern über Meer. Eine Höhe, die durch den Klimawandel schon lange nicht mehr schneesicher ist. 2023 zog die Betreiberin die Reissleine. Sie nahm zwei Lifte ausser Betrieb, nur der Anfängerlift lief weiter.
Wenn es Schnee hat, wollen die Leute Ski fahren.
Jetzt kommt die Kehrtwende. «Die Bevölkerung will Skifahren, wenn es Schnee hat. Wir wurden gebeten, dieses Anliegen aufzunehmen», sagt Anita Betschart, die Gemeindepräsidentin von Sattel.
Ab der Wintersaison 2026/2027 soll der Skilift am Hochstuckli wieder öffnen. Möglich wird das, weil die Gemeinde den Skibetrieb während fünf Jahren mitfinanzieren will. Sie gibt dafür rund eine halbe Million Franken aus, falls die Bevölkerung zustimmt.
Bevölkerung war gegen Schliessung
Ein kurzer Rückblick: 2023 gab die Sattel Hochstuckli AG bekannt, ihre beiden grossen Skilifte einzustellen. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei nicht mehr möglich, da der Schnee fehlt.
In der Folge regte sich unter den Einheimischen Widerstand. Eine Interessengemeinschaft forderte, den Entscheid rückgängig zu machen.
Jetzt ist die Gemeinde mit einem Vorschlag auf die Bahnbetreiberin zugegangen. Sie will die Vorbereitung bezahlen, die es für den Winterbetrieb braucht, unter anderem die Revision des Lifts oder die Signalisation der Pisten. Die Sattel Hochstuckli AG käme für die Kosten des Skibetriebs selbst auf.
So sei es betriebswirtschaftlich möglich, den Lift zu betreiben, sagt Geschäftsführer Patric Berg. «Das Risiko, im Herbst bis zu 200'000 Franken zu investieren, um die Pisten in Betrieb zu nehmen, ist für uns sonst zu hoch.» Fehlt anschliessend der Schnee, klafft ein Loch in der Kasse.
Geht die Rechnung auf?
An rund 20 Tagen wäre es in der Saison 2025/2026 möglich gewesen, am Hochstuckli Ski zu fahren, schätzt Patric Berg. «Aus emotionaler Sicht und mit Blick auf die Naherholung lohnen sich die Ausgaben für den Skilift», ist er überzeugt.
Wir werden kein Skigebiet mehr sein.
Doch es sei klar, dass es sich um eine Übergangsphase handelt. «Wir werden kein Skigebiet mehr sein.» Die klimatischen Bedingungen dafür hätten sich in den letzten Jahren nochmals verschlechtert.
Die Bahnbetreiberin setzt bereits jetzt auf das Sommergeschäft und arbeitet daran, den Voralpengipfel Hochstuckli auf andere Weise zu beleben. Dies sei der zweite Grund für die finanzielle Unterstützung der Gemeinde, sagt Anita Betschart. «Mit der Wiedereröffnung des Lifts soll das Hochstuckli in den Köpfen der Leute bleiben.»
Und wenn im nächsten Winter zwar alle Vorbereitungen getroffen sind, aber zu wenig Schnee fällt? «Dann haben wir das Geld in den Sand gesetzt», sagt die Gemeindepräsidentin.
Ob die Gemeinde dieses Risiko eingehen will, entscheidet die Stimmbevölkerung der Gemeinde Sattel im Juni. Dann kommt der Kredit von 0.53 Millionen Franken für die Wiederbelebung des Skilifts an die Urne.