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Ein Polizist hinter einem Auto zielt auf einen Mann mit erhobenen Armen.
Legende: Üben lassen sich Ernstfälle nur beschränkt: Nachgestellte Szene eines Polizeieinsatzes. Keystone/Archiv
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Schweiz Schiessen als letzte Lösung

Schiessen oder nicht? Bei den Amok-Attacken und Terror-Angriffen in Deutschland und Frankreich hat die Polizei die Täter erschossen. Jede Lage sei wieder anders, sagt Max Hofmann, Generalsekretär der Schweizer Polizeigewerkschaft.

Bei den Amok-Attacken und Terror-Angriffen in Deutschland und Frankreich fällt auf: Die Täter, die sich nicht selbst richteten, hat die Polizei erschossen, sei es in Nizza vor knapp zwei Wochen oder bei Würzburg letzte Woche. Am Dienstag nun erschoss die französische Polizei zwei Attentäter, als sie aus einer Kirche in der Normandie traten. Sie hatten dort mit Messern einen Priester ermordet.

SRF News: Wann dürfen Polizeibeamte schiessen?

Max Hofmann: Dieser Entscheid ist nicht einfach. Die Polizisten sind aber ausgebildet und vorbereitet, um solche Entscheidungen zu treffen. In der Schweiz macht die Polizei nur sehr selten Gebrauch von der Schusswaffe. Schiessen ist die Ultima Ratio.

Was bedeutet es, wenn der Täter nicht mit einer Schusswaffe bewaffnet ist, sondern nur mit einem Messer?

Nicht die Waffe ist massgebend für die Entscheidung, sondern die Gefahr. Wenn das Leben eines Polizisten oder einer Drittperson bedroht ist, dann muss der Polizist handeln, um diese Gefahr abzuwenden. Wenn das Opfer ein Messer am Hals hat, dann wird es schwierig, ohne Waffengebrauch einzugreifen.

Nachdem die Polizei in Bayern den 17-jährigen mit einer Axt bewaffneten Täter erschossen hatte, gab es Kritik aus der Politik. Die Polizei hätte versuchen sollen, den Täter nur zu verwunden, hiess es. Ist diese Forderung realistisch?

Das Ziel soll grundsätzlich sein, den Täter der Justiz zu übergeben. Kommt es aber hart auf hart, hat man möglicherweise keine Zeit, auf eine Schulter oder ein Bein zu zielen.

Es ist unmöglich, sämtliche Einsätze im Training durchzuspielen.

Ist es überhaupt möglich, einen Polizisten durch Training auf einen Ernstfall vorzubereiten?

Die Polizisten in der Schweiz sind darauf vorbereitet, einen Schusswaffeneinsatz durchzuführen. Jede Situation ist aber einzigartig und es ist unmöglich, sämtliche Einsätze im Training durchzuspielen.

Macht es die Aufgabe der Polizei schwieriger, dass es Täter gibt, die möglicherweise Sprengstoff auf sich tragen?

Die Gefahr von Terrorismus in Europa hat zu einer angespannteren Lage geführt. Die Anforderungen sind gestiegen. Die Polizisten müssen noch aufmerksamer in den Dienst treten.

Das Gespräch führte Andrea Christen.

Max Hofmann

Max Hofmann
Legende: Hans Peter Blunier

Er ist Generalsekretär des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB).

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Severin Heck  (Selber denken und prüfen)
    Die Linken Gutmenschen haben mit ihren nicht vorhandenen Technisch/Physikalischen Verständnis und Moralpolitik die Gesellschaft aus der Bahn geworfen: Ein stehender Faustkampf der am Boden endet (Gentlenans Fight) ist ungefährlich. Eine Bagatelle. (Für die Gutmenschen ganz Böse). Sobald aber am Boden ist es was anderes. Messer?! Im Nahkampf?! Haut durchdringen Organe kaputt! An einer Pistole fast gleichzusetzen. Zuerst kriminalisieren die GM Bagatellen, und danach Verharmlosen sie?!
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  • Kommentar von Willy Gruen  (wgruen)
    Die Kommentare sind unter aller Sau. Da erhalten Polizisten eine Freibrief um Mord zu begehen. Das srf sinkt immer tiefer in den Müll, faschistoiden Gewaltphantasien Publikationsraum zu überlassen. Das srf hat einen Informationsauftrag und eine soziale Verantwortung. Dass anscheinend niemand beim srf erkennt, was hier geschieht, das weckt eine grauenhafte Vorahnung auf das, was noch kommt.
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    1. Antwort von Franz NANNI  (Aetti)
      W. Gruen.... Wenn DU mal in der Situation bist, naechst zu einem aktiven Terroristen zu stehen.. wirst auch DU froh sein wenn die Polizei schiesst.. einfach darum, weil DU sonst TOT waerest..., mausetot!
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    2. Antwort von paul waber  (sandokan)
      Allgemeines Kopfschütteln...
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    3. Antwort von Severin Heck  (Selber denken und prüfen)
      Was ich an Ihnen nicht verstehe und weshalb ich mich von Links komplett distanziert habe ist u.a. Folgendes: Die Linken haben alle 'Bagatelldelikte' von früher drastisch kriminalisiert. sprich Gesetzesverstösse ohne Schädigungsintention. Aber bei Terror, bei vorsätzlichen Schädigungen und Tötungen betteln die Linken um verständnis. Ein solches Gesellschaftsverständnis kann ich nicht unterstützen. Z.b (neues Strassenverkehrsgesetz, Hinterziehung abschaffen, Verstösse gegen Ordnungsgesetze usw.)
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    4. Antwort von Severin Heck  (Selber denken und prüfen)
      Ihr Kommenrar weckt bei mir schlimme Vorahnungen: Seit 3 Jahren versuche ich irgendwie zu verstehen was die Linken denken. Es gibt ein Muster: Sobald Gewalt, Provokation oder Gesetzesverstösse Ideologisch oder Politisch sind, gelten sie als legitim. Wenn aber jemand normaler, unideologischer, individueller aus pragmatismus, Blödsinn etwas krummes macht, gilt er bei den Linken als Gesellschaftsschädling. Genau das nicht ideologische, das rationelle und der Unsinn (Spass) bringt Frieden....
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  • Kommentar von Christophe Bühler  ((Bühli))
    Ist mir und meiner Frau vor 4 Jahren in Johannesburg passiert, du biegst um eine Strassenecke und es knallt in Changeoffice, Du läufst vorbei Räuber tot in Blutlache, Polizist lebt, Gewehrlauf raucht noch, dasselbe muss auch für Terroristen gelten. 0 -Tolleranz. (Wer Gewalt anwendet, muss damit rechnen umzukommen, keine Diskussion)
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