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Schikane in der RS «Die Tessiner werden besonders oft gehänselt»

Ein Tessiner Soldat wird von Kameraden mit Steinen beworfen. Der Journalist Gerhard Lob erklärt die Hintergründe.

Legende: Video Video geht viral: Mit Steinen gegen jungen Tessiner / Quelle: RSI abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.10.2018.

Ein Video aus der Schweizer Armee sorgt für Aufsehen. Es zeigt, wie ein Tessiner Rekrut schikaniert wird. Ereignet hat sich der Vorfall in Emmen LU. Das Tessiner Fernsehen RSI hat den Vorfall gestern Abend öffentlich gemacht.

Im Film steht ein Rekrut aus dem Kanton Tessin allein auf einer Wiese. In der Nähe stehen mehrere Kollegen. Sie bewerfen ihn mit Nüssen und Steinen und schreien dazu.

Gerhard Lob

Gerhard Lob

Journalist aus dem Tessin

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Lob ist freier Journalist und Korrespondent aus dem Südkanton. Er arbeitet für verschiedene Medien.

SRF News: Wie kam dieser Film an die Öffentlichkeit?

Gerhard Lob: Der Vater des Rekruten hat sich an RSI gewandt. Der Sender hat gestern Abend beschlossen, dieses Video zu zeigen. Es ist innert Kürze viral gegangen. Der Vater sagt, es sei im übrigen nicht die einzige Schikane gewesen, die sein Sohn hätte erleiden müssen. Er sei etwa im Zimmer in Unterhosen stehen gelassen worden und es habe auch weitere erniedrigende Aktionen gegeben.

Was passiert jetzt?

Die Militärjustiz von Thusis ermittelt, sie hat eine Voruntersuchung eingeleitet. Die Kompanie hält sich im Moment in Graubünden auf.

Wie reagieren die Tessiner Medien heute Morgen auf den Vorfall?

Die beiden Tageszeitung «La Regione» und «Corriere del Ticino» greifen diesen Fall heute Morgen auf. Sie stellen ihnen aber nur allgemein dar, denn es blieb nicht genügend Zeit über Nacht, diese Vorfälle zu vertiefen. «La Regione» spricht in ihrem Artikel von einer Erniedrigung aufgrund der Region. Für die Zeitung ist bedeutsam, dass Tessiner in der Deutschschweiz erniedrigt wurden. Und es gehe dabei um eine alte Gewohnheit, dass sich Deutschschweizer gerne Tessiner Rekruten vorknöpfen. Sie schauen auf diese von oben herab und behandeln sie wie kleine Geschwister. Die Tessiner werden besonders oft gehänselt.

Das Gespräch führte Susanne Stöckl.

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Ich denke nicht, dass der Tessiner "besonders oft gehänselt" wird. Fakt ist wohl eher, dass der heutigen Gesellschaft die Zivilcourage abhandengekommen ist und die Armee grundsätzlich ein Führungsproblem hat, indem man schwache Persönlichkeiten führen lässt, da die fähigen Leute der heutigen Armee den Rücken kehren, weil sie es eben nur mit schwachen Führungskräften und Beamten zu tun haben.
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  • Kommentar von K. C. Ard (rahTol)
    „(...)alte Gewohnheit, dass sich Deutschschweizer gerne Tessiner Rekruten vorknöpfen. Sie schauen auf diese von oben herab(...)“ Bedauerlich, wie unreflektiert Journalist Lob hier ein Narrativ verbreitet und SRF dies in den Titel setzt! Wo hat Lob Dienst geleistet, oder gar Eigenerfahrung gesammelt? Oder übernimmt er, im Tessin lebend, ein von gewissen Kreisen hier gepflegtes Lamentieren (Lega + durch deren wöchentlich erscheinendes Gratisblatt)? Klar verwerflich hingegen der Vorfall wie jedes M
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  • Kommentar von Hans Meier (Hansmei)
    Hey, das ist die Armee! Sie fördert nicht die guten Seiten des Menschen. Traurig aber normal.
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