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Schluss mit «fiktiver Miete» Ständeratskommission will Eigenmietwert abschaffen

Der nächste Anlauf der Politik: Ein neues System der Wohneigentumsbesteuerung soll den Eigenmietwert ablösen.

Legende: Video Abschaffung des Eingenmietwertes abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.01.2019.

Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-SR) ist auf einen Gesetzesentwurf zur Abschaffung des Eigenmietwerts eingetreten. Der Eigenmietwert ist der Betrag, den Personen mit selbst bewohntem Wohneigentum versteuern müssen, weil sie Geld einnehmen könnten, wenn sie das Haus oder die Wohnung vermieten würden.

Damit müssen Hausbesitzer, die in ihren eigenen vier Wänden wohnen, eine fiktive Miete versteuern. Im Gegenzug können Schuldzinsen und Unterhaltskosten abgezogen werden.

Frühere Versuche gescheitert

Dieses System führt dazu, dass Schweizer Eigentumsbesitzer im internationalen Vergleich eine relativ hohe Verschuldung aufweisen. Aus Sicht der Wirtschaftskommissionen von National- und Ständerat wird die Besteuerung des Eigenmietwerts von weiten Kreisen als ungerecht empfunden.

In den letzten Jahren sind verschiedene Anläufe gescheitert, den Eigenmietwert abzulösen. 1999 lehnte das Stimmvolk die Initiative «Wohneigentum für alle» ab. 2004 scheiterte ein Systemwechsel, der im Steuerpaket 2001 vorgesehen war, 2012 die Initiative «Sicheres Wohnen im Alter».

Weniger Abzüge

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Künftig soll der Eigenmietwert am Hauptwohnsitz nicht mehr besteuert werden. Für Zweitliegenschaften soll die Besteuerung des Eigenmietwerts dagegen beibehalten werden. Die Unterhaltskosten sollen nicht mehr von den Steuern abgezogen werden können.

Auf Bundesebene sollen zudem weder Energiespar- noch Umweltabzüge noch Abzüge für denkmalpflegerische Arbeiten zulässig sein. Die Kantone sollen solche Abzüge in ihrer Steuergesetzgebung weiterhin vorsehen können.

Diesen Punkten habe die WAK vorbehaltlos zugestimmt, heisst es in der Mitteilung. Zum Schuldzinsenabzug hat sie die Verwaltung mit der Ausarbeitung von Varianten beauftragt.

Bei einem Ja zur letzten Initiative hätten Rentnerinnen und Rentner den Eigenmietwert nicht mehr versteuern müssen. Zwar hätten sie dann auch die Schuldzinsen nicht mehr vom steuerbaren Einkommen abziehen können. Weiterhin abziehbar wären aber Unterhaltskosten sowie Kosten für Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen gewesen.

Seither standen diverse parlamentarische Vorstösse zur Diskussion, darunter eine Motion von Hauseigentümer-Präsident und Nationalrat Hans Egloff (SVP/ZH). Der Vorstoss verlangte, dass Wohneigentümer zwischen Eigenmietwert und Abzugsmöglichkeiten wählen dürfen. Er scheiterte aber im Parlament.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Drack (Stefan Drack)
    Die Interpellation 18.4345 der GLP bringt es auf den Punkt: Nicht nur die Wohneigentümer bezahlen Steuern des Wohnens, sondern auch die Mieter. Ist es da nicht naheliegend, beide Seiten von Steuern zu befreien und die Mieten entsprechend zu senken? Was wird der Bundesrat auf die Frage antworten, wie die EMW-Abschaffung Armutsgefälle und Generationenvertrag beeinflusst? Und hatte man nicht ursprünglich die Absicht, die Steuerreform haushaltsneutral zu gestalten?
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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Der EMW hat seine Logik im Zusammenhang mit dem Zinsabzug und mit der pol. Zielsetzung der Eigentumsförderung. Aber eben die unschöne Konsequenz, dass bevorzugt Fremdmittel eingesetzt werden, was den Banken noch so recht ist. Abschaffung von EMW UND Zinsabzug ist absolut ok. Schön wäre es, wenn jungen Familien mit begrenztem Einkommen ein Zinsabzug von sagen wir 10 Jahren erlaubt würde.
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Nicht alle Hausbesitzer sind Millionäre, sondern verzichten auf Ferien und anderes Vergnügen, damit sie in ihrem eigenen Haus wohnen können. Und kein Hausbesitzer lässt sein Haus verludern, denn das wäre zu seinem eigenen Schaden, und so ein Unterhalt ist nicht gerade billig, wenn ein neues Dach oder eine neue Heizung ansteht.
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    1. Antwort von pedro neumann (al pedro)
      ..und sorgen durch Eigentum dafür, dass ihnen nicht die Allgemeinheit im Alter die Pflegekosten bezahlen muss. Denn dann nimmt man es gnadenlos von den "Vermögenden".
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    2. Antwort von Marco Ehmke (MarcoEh)
      ... und sorgen durch regelmässige Rennovationen und Instandhaltungsmassnahmen dafür, dass das regionale Gewerbe mit Aufträgen versehen wird, Geld in die Wirtschaft gepumpt wird wodurch wiederum Löhne bezahlt werden können. f
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