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Schülerstreik fürs Klima Zehntausende gehen für Klimaschutz auf die Strasse

Legende: Video Schüler demonstrieren wieder für den Klimaschutz abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.02.2019.
  • In insgesamt 13 Schweizer Städten haben am Samstag Tausende für einen besseren Klimaschutz demonstriert.
  • Neben Schülern nahmen auch ihre Eltern, Grosseltern und andere Sympathisanten an den Kundgebungen teil.

Die grösste Kundgebung fand in Zürich statt, wo laut Schätzungen der Stadtpolizei rund 10'000 Menschen auf die Strasse gingen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die Veranstalter sprachen gar von 15'000 Teilnehmern aller Altersklassen, die dem Aufruf von Schülern, Studenten und Auszubildenden gefolgt waren – und sich dem Demonstrationszug vom Helevtiaplatz aus durch die Innenstadt anschlossen.

Legende: Video Tausende an der Klimademo in Zürich abspielen. Laufzeit 00:51 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.02.2019.

In Bern nahmen schätzungsweise 1500 bis 2000 Personen an der von Schülern organisierten Klima-Kundgebung teil. Die Teilnehmer brachten im wahrsten Sinn des Wortes den Waisenhausplatz zum Erzittern.

Legende: Video «Wake Up»: So demonstrieren Schüler in Bern abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.02.2019.

Auf die Aufforderung eines der Organisatoren fassten sich die Teilnehmer nämlich an den Schultern, hüpften und skandierten «On est plus chauds, plus chauds, plus chauds que le climat!». Übersetzt heisst das «Wir sind heisser, heisser, heisser als das Klima». Der Boden zitterte, weil der Waisenhausplatz das Dach des unterirdischen Berner Metro-Parkings bildet.

«Weil ihr uns die Zukunft klaut!»

Zur Kundgebung aufgerufen hatten Schüler, doch nahmen auch an dieser Demo Personen jeglichen Alters teil. Bewilligt war eine Platzkundgebung, doch machte sich der Grossteil der Teilnehmer nach der Kundgebung auf einen Marsch durch die Innenstadt.

Auch in Luzern versammelten sich rund 2000 Personen, wie Mitorganisatorin Lena Merz auf Anfrage sagte. Das sind deutlich mehr als vor gut zwei Wochen. Die Teilnehmer zeigen sich angesichts des Klimawandels besorgt um ihre Zukunft. «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!», skandierten sie.

Mobilisation über Social Media

Die Demonstranten verlangen, dass die Erderwärmung als Krise anerkannt und entsprechend gehandelt wird. Sie fordern unter anderem, dass die Schweiz bis 2030 im Inland die Treibhausgasemissionen auf Null reduziert, ohne Einplanung von Kompensationstechnologien.

Auch in anderen Städten der Schweiz gingen Schüler auf die Strasse. Die Organisatoren hatten im Vorfeld auf den sozialen Medien intensiv mobilisiert. So versammelten sich in Basel bereits zu Beginn über 1000 mehrheitlich Schüler und Jugendliche, aber auch Eltern mit Kindern und Pensionierte auf dem Barfüsserplatz.

«Verbrechen gegen die Menschlichkeit»

Die Teilnehmerzahl wuchs im Verlaufe des friedlichen Marsches zum Messeplatz laufend an und lag zum Ende bei rund 4000. Auf Transparenten waren Forderungen wie «Bäume statt Autos», oder «Wäre die Welt meine Tochter, hätte ich schon längst die Kesb am Hals», zu lesen.

Vorbild Greta Thunberg

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Vorbild Greta Thunberg

Am Freitag vor zwei Wochen hatten in mehreren Schweizer Städten Klimademonstrationen stattgefunden. Viele Jugendliche schwänzten dafür die Schule. Vorbild ist die junge Schwedin Greta Thunberg, die jeden Freitag die Schule schwänzt, um für eine Reduktion des CO2-Ausstosses zu demonstrieren.

In Lausanne demonstrierten gemäss der Polizei 10'000 Personen. Sie riefen «Et un et deux et trois degrés, c'est un crime contre l'humanité» (Und ein und zwei und drei Grad ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit).

Jugendliche Demonstranten mit Transparenten in St. Gallen.
Legende: Junge an vorderster Front: In St. Gallen gingen gut 800 Menschen auf die Strasse. SRF

«Hände weg von unserer Zukunft»

Auch das Tessin wurde nun von der Klimastreikwelle erfasst. Etwa 850 Schüler und Studenten demonstrierten in der Innenstadt Bellinzonas.

Mit Parolen wie «Hände weg von unserer Zukunft» oder «Wir wollen saubere Lungen» zog die erste Tessiner Klimademonstration friedlich durch die Strassen. Der Zug endete in einem gemeinsamen stillen Protest vor dem kantonalen Regierungsgebäude auf der «Piazza di Governo».

Legende: Video Die Sorge ums Klima bewegt abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.02.2019.

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200 Kommentare

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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Was bringts? Wir verursachen nur einen Tausendstel der weltweiten Emissionen. Das nächste Mal werden noch mehr auf die Strasse gehen, wenn die Löhne um 20 Prozent sinken wegen den teuren Änderungskosten.
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  • Kommentar von Steven Hill (LevelsHint)
    Ich bin recht verwundert und auch enttäuscht von den Kommentaren, die gegen die Proteste und gegen die Aktionen argumentieren. Was ist denn genau das Problem? Dass wir aus Versehen eine bessere Welt für nichts erschaffen? Sind die Leute, die etwas gegen diese Proteste haben etwa FÜR Klimawandel oder was? Sollte es nicht sein "alle Menschen zusammen gegen Klimawandel"? Und nicht "Menschen die keinen Klimawandel wollen gegen Menschen die den Klimawandel ok finden"?
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      St.H. Ihre enttäuschung wie Sie schreiben,kann ich verstehen.Jedoch über den Klimawandel wurde schon länger Verhandelt, z.B. beim Klimaabkommen in Paris.Seither ist es vielen Menschen bewusst,dass man auch selber etwas dagegen tun muss.Es hat sich auch schon einiges getan,vielleicht will man aber dies nicht wahrhaben. Der Aufbau für den Wohlstand brauchte einige Jahre.Leider durch die euphorie des Wohlstandes,führte dies nun eher zum Unwohlstand. Meine Empfehlung zurück zur Bescheidenheit.
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    2. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Der Klimawandel (Eiszeiten/Warmzeiten) existiert seit es die Erdatmosphäre gibt und stärkster Einfluss aufs Klima übt die Sonnenaktivität, Wolken usf. aus. Mehrmals sind dabei 99,9% allen Lebens ausgestorben. Man kann also nicht 'keinen Klimawandel' wollen. Das natürliche Spurengas CO2 wurde zur Mutter aller Umweltschäden erklärt und die realen ökologischen Gifte/Gefahren geraten aus dem Fokus. Der Klimaschutz gräbt dem Umwelt- Naturschutz das Wasser ab und verheizt so Problemlösungskapazitäten.
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    3. Antwort von werner zuercher (Werner Zuercher)
      Vor allem sind hier gedankenlos Zustimmen und die Protestaktionen selber, wunderbare Alibiübungen. Man fühlt sich als entrüsteter Gutmensch sehr Wohl! Aber wie sieht es dann im Alltag aus? Abseits von Mikrofonen, Kameras und sensationslüsternen Mainstream-Journalisten? Wie ist das verhalten dann unbeobachtet wirklich? Es ist Wahljahr. Da hat die Politik viel Kreide gefressen. Scheinheilig behauptet man die Proteste seien unparteiisch! Wer Glaubt wird bekanntlich Selig!
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Die Generation Selfie (Influencer, Selbstdarsteller bis zur Peinlichkeit, Konsumsklaven usw.) am Demonstrieren und Streiken. Ähnlich den älteren CO2-Hysterikern kommen da lediglich Plakat-Sprüche. Griffige, machbare Lösungen weit und breit keine. Dem Klima sind unsere CO-2 Abgaben egal. Erdkunde täte da Not.
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @WCh. Besser könnte es man nicht formulieren. Danke, denn die einzigen, welche wirklich Energie sparen und auf die Umwelt acht geben, ist die ältere Generation, welche sehr bescheiden und mit wenig aufwachsen musste und sich gewohnt ist zu sparen. Den Jungen ist diese Welt fremd, denn bei ihnen kommt ja der Strom aus der Steckdose.
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    2. Antwort von U. Salzmann (pfefferusalz)
      Es ist ja armselig, wenn man nun die heutige Jugend für den Schlamassel verantwortlich macht. Sind es nicht gerade Eltern und Grosseltern, welche den Jungen bereits unter 10 Jahren neue Smartphones kaufen, ihnen nicht richtig kochen (Fertig-Pizza, etc.) und eine Welt im Überfluss bieten. Hier muss man ansetzen und Veränderungen herbeiführen!
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    3. Antwort von Toni Koller (Tonik)
      @Jenni: "... die ältere Generation, welche sehr bescheiden und mit wenig aufwachsen musste": Ja, und WEIL sie so bescheiden aufwachsen musste, erfreut sich die ältere Generation nun umso zwingender ihres überheizten Einfamilienhauses mit zwei SUV in der Garage. Eisenbahnfahren ist unter der Würde. - Sie finden das eine Übertreibung? Ja klar, aber Ihre Aussage, die Älteren seien "die einzigen, die Energie sparen", ist ebenso unwahr.
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    4. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      E. J. was Sie schreiben trifft wirklich zu, sonst würde man heute nicht über die Reiche Schweiz reden. Weiss nicht ob dies überhaupt heute noch erklärbar ist, weil die Jungen Leute dies z.T. nie erlebten. Es ist kein Vorwurf an die Junge Generation, sie können nichts dafür, dass sie z. T. nicht wissen was sparen heisst.Früher hiess es, spare in der Zeit, so hast du in der Not. U. Salzmann z.T. ist die ältere Generation vielleicht mitschuldig,weil sie die Wünsche der Enkelkinder zu oft erfüllen.
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