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Schulöffnung nach Lockdown Schluss mit Fernunterricht – zurück ins Klassenzimmer

Lehrpersonen und Kinder freuen sich auf den Normalbetrieb. Doch die Meinungen über die Rückkehr sind geteilt.

Stolz schliesst Salome Münger ihr Klassenzimmer auf. Eine turbulente Zeit erlebt die Lehrerin in der Primarschule Guldisloo in Wetzikon, Zürich. Es sei nicht einfach gewesen so rasch ein Konzept für den Fernunterricht zu entwickeln. Mit selbstproduzierten Lern-Videos und auch dank der Unterstützung der Eltern konnte sie die letzten Wochen meistern. Am nächsten Montag dürfen ihre Erstklässler wieder zum Präsenzunterricht erscheinen.

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Markus Linder, Schulleiter Wetzikon, über das Einlassverfahren
Aus News-Clip vom 06.05.2020.
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Doch vorerst nur in Halbklassen – das hat der Kanton Zürich so entschieden. Da die Anzahl anwesender Kinder auf 15 beschränkt wurde, bereitet Münger nun ihren Arbeitsplatz vor. Klebeband am Boden ums Lehrerpult und Waschbecken soll die Kinder an die Abstandregeln erinnern. Zur selben Zeit stellt der Schulleiter Markus Linder im Schulhof Malstäbe in zwei Meter Abständen auf. Dort werden sich die Halbklassen vor Schulbeginn treffen, damit die Kinder das Schulhaus gestaffelt begehen können.

Gefühl der Unsicherheit

In der Sekundarschule Frenkendorf im Kanton Basel-Land freut sich auch Lehrer Maurizio Pinarello wieder auf den Präsenzunterricht. Doch ihm hinterlässt der Gedanke an die kommende Woche ein diffuses Gefühl der Unsicherheit. Denn im Gegensatz zum Kanton Zürich wird in Baselland in Vollklassen unterrichtet. Rund 400 Kinder werden sich ab Montag wieder auf dem Schulareal bewegen.

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Maurizio Pinarello, Sekundarlehrer Frenkendorf: «Keine Angst, aber Gefühl von Unsicherheit»
Aus News-Clip vom 06.05.2020.
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Pinarello hätte es bevorzugt, wenn sich der Kanton für einen Zwischenschritt entschieden hätte. Er unterrichtet Bildnerisches Gestalten. In diesem Fach, sagt er, sei es besonders schwierig die vorgegebenen Massnahmen einzuhalten. Bis am Montag, 11. Mai, bleibe ihm kaum noch Zeit sich mit konzeptuellen Fragen auseinanderzusetzen. Die Erziehungsdirektion BL versichert jedoch, dass dann praktikable Regeln gelten, mit denen die Gesundheit der Kinder geschützt werde.

Verschiedene Meinungen

Beim Thema Schulöffnung nimmt die Schweiz europaweit eine Vorreiterrolle ein. Die Organisation zur Rückkehr ins Schulzimmer bedeutet nicht nur Aufwand für das Lehrpersonal. Epidemiologen mahnen international zur Zurückhaltung. Denn verschiedene Studien besagen, dass es unklar ist, ob Kinder Virenträger und gegebenenfalls ansteckend sind.

Matthias Egger kennt diese Studien gut. Er ist der Leiter der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes. Er findet, dass die Schulöffnung kein Experiment sei, aber man gehe ein gewisses, kalkuliertes Risiko ein. Egger steht grundsätzlich hinter dem Entscheid des Bundesrats. Er meint, man müsse das Risiko im Kontext sehen. Eine fortdauernde Schliessung der Schulen würde auch Risiken für die Kinder bergen.

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Andreas Cerny, Virologe: «Zwei meiner Ärzte-Kollegen sind gestorben»»
Aus News-Clip vom 06.05.2020.
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Gegen eine rasche Öffnung spricht sich Virologe Andreas Cerny aus. Er arbeitet in der Covid-Klinik Moncucco in Lugano und hat in den letzten Monaten selbst erlebt, wie rasant sich das Virus ausbreiten kann. Man müsse gut überlegen, welche Massnahmen wirklich notwendig seien und schrittweise zurück in die Normalität finden. Er befürchtet, dass es sonst bald wieder zu Lockdown-Massnahmen kommen könnte.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Die Diskussionen sind müssig, ob jetzt diese Studie Recht hat oder jene. Jeder sucht sich die, die seine Interessen untermauert. Was die Kinder betrifft, ist es nicht anders. Wie sagte Herr Koch bei der PK. Es geht vor allem darum, was man den Leuten sagt. Da die Leute bald wieder arbeiten sollen, müssen die Kinder auch schnell wieder in die Schulen. Also: Wem oder welchem Ziel dient eine Aussage? Wie offen, umfassend und ehrlich (Drosten) werde ich informiert oder warum nicht (Koch)?
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Von Drosten habe ich tatsächlich auch den Eindruck, er informiert vollkommen sachlich, als Mediziner. Auch er hat aber kürzlich geraten, Spielplätze wieder zu öffnen. Viele bald schon wieder auch nicht mehr so neue Erkenntnisse könnten dazu verwendet werden, einerseits zu beruhigen und die Situation ein bisschen zu entspannen wo es geht, andererseits genauer über die Risiken zu informieren (wie gefährdet sind jetzt Kinder?). Erlebnisberichte von Notfallärzten zielen auch in eine andere Richtung.
  • Kommentar von Lucas Müller  (lucas.mueller)
    Unis sollten auch wieder öffnen. Viele stecken in der Krise, da sie nicht weiter wissen. Auch der medizinische Eignungstest in der Schweiz steht in den Sternen. So als Tipp habt ihr keinen Bock darauf schreibt euch jetzt noch an der New Vision University ein. Ist eine georgische Uni, die ersten 2.5 Jahre können nun im Fernstudium absolviert werden und fängt bereits im Juni an. Kein NC, jeder wird angenommen. Nach 3 Jahren wechselt man einfach an eine Schweizer Uni.
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Wer das Virus mit politischen, hygienischen Massnahmen bekämpft, wird Erkrankungen wahrscheinlich nur auf später verschieben. Es sei denn, die Corona-Massnahmen werden nie mehr aufgehoben. Dass wir uns das nicht leisten könnten, dürfte aber den meisten klar sein.