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Die Schweiz im Camping-Boom
Aus 10vor10 vom 09.07.2020.
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Schweiz statt Ausland Sommer auf engen Campingplätzen

Statt ins Ausland zieht es viele auf Campingplätze in der Schweiz. Vielerorts gibt's zudem Alternativen für Wildcamper.

Diesen Sommer wird es eng auf den Campingplätzen in der Schweiz. Nicht zuletzt, weil viele Schweizerinnen und Schweizer sich für Ferien im Inland entschieden haben. Vielen ist Camping im Ausland, zum Beispiel in Italien oder Kroatien, derzeit zu unsicher.

So auch für Nicole Hüppi aus Schmerikon (SG) auf dem Campingplatz Sempach (LU): «Wir wären jetzt in Italien, das war uns dann aber zu riskant. Nun bleiben wir in der Schweiz.»

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Regula Decker: «Mit den Kindern ist es in der Schweiz sicherer»
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Für Regula Decker aus Laufenburg (AG) war es zudem wichtig, in einem Land zu bleiben, wo man sich sprachlich verständigen kann. Geplant waren bei ihrer Familie ursprünglich Ferien in Kroatien.

Verluste teilweise aufholen

Der Campingplatz in Sempach ist schon jetzt bis Mitte August ausgebucht. Seit über 30 Jahren führt Beat Herzog den Platz und hat alle Hände voll zu tun – wegen Corona noch etwas mehr als sonst.

Zusätzlich zu den üblichen Aufgaben als Platzwart, etwa dass alle den richtigen Standplatz beziehen, muss er auch die Corona-Schutzmassnahmen überprüfen. Herzog muss kontrollieren, dass sich alle richtig verhalten, aber Polizist spielen möchte er nicht.

Der Platz gehört dem Touring Club der Schweiz (TCS), dem grössten Anbieter von Campingplätzen in der Schweiz. Noch Ende Mai prognostizierte der TCS wegen der Corona-Situation ein Minus von sechs Millionen Franken für das laufende Jahr.

Aber dank des aktuellen Buchungsstands sieht Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS, das wieder etwas anders. Er hofft, dass man nun die Verluste teilweise verringern kann. «Wenn es im Herbst noch einen kleinen Sommer gibt, dann kann man vielleicht aufholen, aber wahrscheinlich nicht kompensieren.»

Alternative für Wildcamper

Ausgebuchte Campingplätze macht aber aus vielen Campern auch Wildcamper. In Unterschächen, einem kleinen Dorf im Kanton Uri mit etwas mehr als 700 Einwohnern, will man Wildcampern mit einem neuen Stellplatz, einem Parkplatz für Wohnmobile oder Kleinbusse, eine Alternative anbieten.

Im angrenzenden Langlaufzentrum werden Duschen und Toiletten zur Verfügung gestellt. Die Übernachtungskosten liegen bei 20 Franken. Der Tourismusverein Unterschächen / Klausenpass erhofft sich mit dem neuen Stellplatz einen Aufschwung für den Ort.

Anfang Juni hat Uri Tourismus einen Aufruf gestartet und solche Stellplätze im ganzen Kanton gesucht. Bis heute sind neun neue Gemeinden mit insgesamt 65 Plätzen dazugekommen. Damit wolle man dem wilden Campieren im Kanton und das damit verbundene Abfallproblem unter Kontrolle bekommen.

Aktuell gibt es schweizweit rund 100 Stellplätze. Einen davon seit Kurzem in Fideris im Kanton Graubünden. Die Gemeinde hat kurzerhand 24'000 Franken Budget bereitgestellt und will den Stellplatz diesen Sommer probeweise betreiben.

Das Angebot an Camping-Stellplätzen in der Schweiz ist zwar ausgebucht, aber es wird ausgeweitet. Wer diesen Sommer Campen will, kann sich darum auch nach Alternativen zu klassischen Campingplätzen umsehen.

10vor10, 09.07.2020, 21:50 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Schaffner  (Housi)
    Das Müllproblem ist ein allgemeines Gesellschaftliches Problem. Hat mit Leuten die ein Wohnmobil haben wenig zu tun. Meistens sind es Rentner, die wissen was Ordnung bedeutet.
    Mit Stellplätzen in der Schweiz habe ich meine Zweifel, werden auch diese wie alles Andere
    Auch zu teuer sein.
    Z.B. 20 sfr.Pro Nacht und dann kommt immer noch diese unselige Kurtaxe dazu, z.B.
    2.50 sfr. pro Person,dann sind wir bei srf. 25.- für zwei Personen ein Parkplatz!!!!!
    Geht nicht!
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Wenn man sich dieses Jahr die Schweiz, und dort für Wildcampen entscheidet hilft das gegen die Pandemie. Wenn Pandemie wichtig ist, muss man Wildcampen zulassen.
    Wenn die Bussen für Abfallsünder und das Liegenlassen von Exkrementen (inklusive Haustiere) drastisch angehoben werden müssen, dann finde ich, ist das ein akzeütabler Kompromiss und etwas was gegen die Pandemie hilft.
    Pragmatismus und (selbsternannte) Gesetzeshüter mit gesundem Menschenverstand könnten so Leben retten!
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    1. Antwort von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
      Im Ernst jetzt, die paar Wildcamper sollen gegen dir Pandemie helfen? Camping ist nun wirklich nicht jedermanns Sache und man muss schon die nötige Ausrüstung haben. Bleibt eher marginal.
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Soso, man kommt also langsam darauf, dass der Raum in der kleinen Schweiz doch sehr begrenzt ist. Wirtschaft, Regierung, alle Parteien inkl. die Oberumweltschützer der Grünen und Linken, ausgenommen die SVP sehen dies jedoch ganz anders, wollen sie uns doch so schnell wie möglich mit der 10 Mio Schweiz beglücken.
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