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Der FC Basel will Unterstützungsmillionen vom Bund
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 05.02.2021.
abspielen. Laufzeit 03:51 Minuten.
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Schweizer Fussball Der FC Basel beantragt Hilfsgelder vom Bund in Millionenhöhe

Als einer der ersten Fussballclubs der Schweiz hat der FCB beim Bund À-fonds-perdu-Gelder beantragt – er dürfte sie auch erhalten.

  • Der Bund hat im Dezember 115 Millionen Franken an À-fonds-perdu-Beiträgen für den Profi- und Halbprofisport bewilligt.
  • Der FCBasel bestätigt nun als erster Fussballclub, die Bundesmillionen beantragt zu haben.
  • Kritiker sagen, der FCB profitiere stark von den Rahmenbedingungen, welche der Bund vorgegeben hat.

Kein Ticketverkauf, kein Bier- und Wurstverkauf in den Stadien, aber laufende Ausgaben für Löhne und Gehälter. So präsentiert sich die Situation für viele Spitzenclubs wegen Corona. Sie schreiben deswegen seit Monaten rote Zahlen, bei den Geisterspielen gehen den Clubs Millionen Franken durch die Lappen.

Wir haben mehrere Millionen À-fonds-perdu beim Bund beantragt.
Autor: Roland HeriGeschäftsführer FC Basel

Der FC Basel hat nun als erster Fussballclub bekanntgegeben, dass er beim Bund Unterstützungsgelder beantragt. Der Geschäftsführer des FCB, Roland Heri, bestätigt gegenüber dem Regionaljournal Basel, dass es um «mehrere Millionen» geht.

Da viele Sportclubs wegen der Coronamassnahmen in arge finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, hat der Bund im Dezember 115 Millionen Franken bereitgestellt, die er an die Clubs ausschütten will. Zurückbezahlt werden müssen diese Beiträge nicht.

Auflagen – für den FCB kein Problem

Damit der FCB die Millionen auch erhält, muss er die Lohnsumme senken. Die Vorgaben des Bundes: Alle Löhne, die im Sommer 2019 bei über 150'000 Franken im Jahr lagen, werden zusammengerechnet – davon muss der FCB 20 Prozent wegsparen. Für den Basler Stadtclub kein Problem: Er hat die Löhne in den vergangenen 18 Monaten ohnehin schon gekürzt. Sprich: Der FCB kann diese Gelder beziehen, ohne Spielern oder Trainer lohntechnisch weh tun zu müssen.

Der FCB brauche diese Staatsmillionen. Dank ihnen, so FCB-Geschäftsführer Roland Heri, seien Betrieb, Training und Ausbildung bis Ende Jahr gesichert

Löhne dürfen nicht wieder angehoben werden

Für andere Clubs hingegen ist es schwieriger, wenn nicht gar unmöglich, den Lohnsummenanteil der Gehälter von über 150 000 Franken um 20 Prozent zu kürzen – zum Beispiel wenn sie die Lohnsumme seit Sommer 2019 erhöht hatten, dann müssten sie nun die laufenden Veträge der Spieler anpassen. Deshalb gibt es auch Kritik an dieser Auflage des Bundes: Sie sei so ausgelegt, dass vor allem Clubs wie der FCB sie ohne Problem einhalten und damit die Gelder erhalten könnten.

Die Auszahlung der Gelder ist indes noch an weitere Bedingungen geknüpft. Es ist nämlich so, dass der FCB in den nächsten fünf Jahren auch dann die Löhne nicht wieder anheben darf, wenn ein Investor einsteigen oder der Club wieder in der Champions League spielen sollte. Der Club müsste zuerst die Hilfsgelder zurückbezahlen. Roland Heri stört das nicht: «Wir möchten mit dem Herunterfahren der Löhne ohnehin die Zukunft des Clubs sichern.» Das Ganze sei ein langfristiger Plan.

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Regionaljournal Basel; 5.02.2021, 17:30

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Bernhard Haeuser  (Bernie H)
    Das grosse Geld verstaut den Sport. Lieber das Geld in die lokalen Vereine investieren und (am wichtigsten) spielt selber Fuessball anstelle der hochbezahlten Profis. Das Gleiche gilt auch für die anderen Sportarten, selber machen macht mehr Spass.
  • Kommentar von Christian Kummer  (Chrigi8910)
    Kasami, Klose, Cabral, Jorge, Zhegrova, Abrashi, Cardoso, Lindner! Meines Wissens alles Neuzuzüge oder fest übernommene Spieler während der laufenden Coronakrise, die alle bestimmt ein paar Fränkli mehr kosten als ein Durchschnitts-Superleaguespieler (zusätzlich zu den bereits superteuren Spieler wie Stocker, Frei, Zuffi, Widmer, Xhaka, vanWolfswinkel). Geld trotz fehlender Einnahmen mit grosser Kehle rausschmeissen und dann den Staat bezahlen lassen. Das macht Spass.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ausgerechnet der - zumindest ehemalige Primus bezüglich Budget und Geldzufluss-„Gesegneten“ schreit nach Hilfsgeld. So eine Frechheit; Geldzuschüsse v.s. letztlich des Steuerzahlers. Da hätte es wohl Private aus der Chemieindustrie, die doch schon den FCB hochgesponsert haben - aus Geldreserven, die schier unerschöpflich sind. Aber das Management bei Basel ist ziemlich ungenügend, und vor allem kämen zuerst z.B. die Gastrobetriebe und viele KMU, die in der Not sind, an die Reihe.
    1. Antwort von alfons amgwerd  (Seerosenpflücker)
      das ist eine der grundvoraussetzungen eines jeden guten entwicklungshelfers: neue geldgeber zu finden.
      zudem macht heri nichts verbotenes. das geld ist zum abholen bereit.
      obs moralisch sauber ist, ist eine andere geschichte.