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Legende: Mancher Schweizer Hotelier fühlt sich schon wie auf dem Basar, wenn Gäste um Preise feilschen. Keystone
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Schweiz Schweizer Hotels als Basar

Heute Montag stellt Schweiz-Tourismus die Zahlen für das vergangene Jahr vor. Doch die Vergangenheit interessiert derzeit fast weniger als die Gegenwart. Für die Hoteliers ist die aktuelle Lage durchaus eine Gratwanderung. Denn mehr und mehr Gäste feilschen um den Preis.

Preise runterhandeln, markten, feilschen. «Manchmal kommt es mir fast ein bisschen vor, wie auf einem Basar», sagt der Präsident des Hotel-Vereins Berner Oberland, Stephan Maeder.

«Dann fahren wir halt in den Schwarzwald»

Seit die Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufgegeben hat, verlangen Gäste auch bei ihm vermehrt nach Rabatten.

Meist sind es Touristen aus dem Euroraum, aber auch Schweizer wollen jetzt einen besseren Preis, wie Stephan Maeder von einem Beispiel aus seinem eigenen Hotelbetrieb erzählt: «Es gibt Gäste, die sagen, gut wir kommen, wenn sie uns soundsoviel Rabatt geben. Sonst gehen wir halt ins nahe Ausland. Dann fahren wir eben nach Tirol, nach Südtirol oder in den Schwarzwald.»

Audio
Schweiz Tourismus - Marketing gegen starken Franken
aus Rendez-vous vom 23.02.2015.
abspielen. Laufzeit 6 Minuten 28 Sekunden.

Mit langjährigen Gästen kaum Probleme

Wie also umgehen mit dem Druck, der nun von Seiten der Gäste kommt? Allen Rabatte gewähren oder nur denen die danach fragen? Dass die Kunden weniger bezahlen oder mehr kriegen für ihr Geld?

Mit diesen Fragen muss sich auch Thomas Walther herumschlagen, der Vizedirektor des Bündner Hotelerieverbands und ebenfalls selbst Hotelbetreiber. «Bei langjährigen, treuen Gästen finden wir eigentlich immer eine gemeinsame Lösung. Die haben aber auch nie eine Vorstellung und verlangen beispielsweise 20 Prozent Nachlass, oder so. Sondern die sagen eher, wie können wir uns gegenseitig entgegenkommen. Und dann treffen wir uns meistens auf halbem Weg.»

Noch mehr Zusatzleistung geht kaum

Für Walther ist es keine Frage, dass er den Gästen entgegenkommen muss und das eben vor allem mit Rabatten, denn noch mehr Zusatzleistungen könne er nicht mehr bieten: «Also das mit den Extraleistungen haben wir die letzten Jahre ziemlich stark ausgebaut. Diese Zitrone ist ziemlich ausgequetscht.» Ausserdem seien die währungsbedingten fünfzehn Prozent, die die Schweizer Ferien nun teurer sind für Eurogäste, einfach zu viel, um sie mit Extraleistungen aufzuwiegen.

Der Kollege aus dem Berner Oberland, Stephan Maeder, setzt in seinem Betrieb lieber auf Zusatzleistungen: «Zum Beispiel ein Gratis-Upgrade machen. Weil die Zimmerreinigung kostet mich gleich viel. Das sind so Möglichkeiten, die man hat, ohne dass die Kostenstruktur sich massiv verändert.»

Rabatte sind heikel

Dass man den Gästen entgegenkommen müsse, darüber sind sich Graubünden und Bern einig. Und auch darüber, dass diese Rabatte und Zusatzleistungen eine ganz heikle Angelegenheit sind: «Wenn man sie einzeln vergibt, dann ist es sehr sehr schwierig, weil man dann Gäste vor den Kopf stossen kann, die nicht danach gefragt haben», ergänzt Maeder.

Wer besser feilscht, gewinnt eben. Auch auf dem Hotel-Basar.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe , Gwatt
    Für gute Touristen wird der Platz Schweiz nicht nur zu teuer, vor allem wird die Natur um die Dörfer auch immer rarer. Mit den bis zum geht nicht mehr mit immer grösseren "Chalets" (eher Wohnblocks) vollgestopften Dörfer werden wir nicht attraktiver sondern vermehrt gemieden. Wenn man vor 2- 3 Jahren in einer schönen Ferienwohnung z.B. im Leukerbad war, steht da heute bestimmt ein weiteres Haus gleich vor der schönen Aussicht. Sogar mit der Ruhe im Bad ist es vorbei, nur noch Sprudellärm pur.
  • Kommentar von Marlene Zelger , 6370 Stansd
    Die Schweiz wird zu allem Möglichen missbraucht. Dass man mit der Schweiz nach Belieben umgehen kann, hat sich nun auch in der Weltbevölkerung herumgesprochen.
    1. Antwort von J.B. Chardin , Basel
      Frau Zelger, Sie könnten es auch mal umdrehen: Die Schweiz geht nach Belieben mit der "Welt" um und nimmt sie nach Strich und Faden aus. Treffender konnte das nicht bereits vor 100 Jahren ein Hotelier (Pax-Montana-Flüeli) mit seinem Portrait demonstrieren, wo er stolz seine erwirtschafteten Notenbündel vor sich auf dem Tisch stapelt. Nun mal wieder ernsthaft: Meinen Sie nicht, dass im Tourismus auch die Gesetze von Angebot und Nachfrage herrschen? Die CH geniesst eh noch einen Klischeebonus ...
  • Kommentar von Urs Dupont , Küsnacht
    Vielleicht müsste man sich auch mal fragen, ob es Sinn macht(e), eine Branche weiter auszubauen, wenn dies nur mit Hilfe von immer mehr ausländischen Arbeitskräften gemacht werden kann. Weniger Massentourismus ist ein Beitrag für mehr Lebensqualität und hilft den von Ecopopgegnern angedrohten wirtschaftliche Kollaps zu verhindern, der angeblich der Schweiz in wenigen Jahren droht, weil uns ohne massiv mehr Ausländer schon in wenigen Jahren ca. 400'000 Arbeitskräfte fehlen sollen.