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Sechs Jahre Kesb Weniger Kinder von Massnahmen betroffen

  • Für rund 41'900 Kinder und rund 90'700 Erwachsene hat Ende 2017 eine von der Kesb angeordnete Massnahme bestanden.
  • Die Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes) zieht für die Arbeit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) eine positive Bilanz.
  • Die Kokes reagiert auch auf die Kritik an den Kesb. Deren Vorgehen und Entscheide sind immer wieder öffentlich angegriffen worden.

Die Zahl der von Kesb-Massnahmen betroffenen Kinder ging im vergangenen Jahr um zwei Prozent zurück, wie die Kokes mitteilte. Das heisst, dass am 31. Dezember 2017 für knapp 28 von 1000 Kindern eine Schutzmassnahme bestand.

Bei den Erwachsenenschutzmassahmen war 2017 im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 1,24 Prozent zu verzeichnen; die Zahl der Massnahmen erhöhte sich von 89'605 auf 90'719 und sei damit praktisch stabil geblieben, schreibt die Kokes. Für rund 13 von 1000 Erwachsenen bestand demnach Ende Jahr eine Massnahme.

Für die Kokes sind die Fallzahlen ein Zeichen dafür, dass die landesweit 142 Kesb-Behörden nur Massnahmen anordnen, wenn diese nötig sind.

Reaktion auf Kritik

Die Kokes reagierte mit ihrer Bilanz auch auf die im Mai 2018 lancierte Kindes- und Erwachsenenschutz-Initiative von Kesb-Kritikern rund um den Schwyzer SVP-Nationalrat Pirmin Schwander. Das Begehren verlangt, die Macht der Kesb einzuschränken zu Gunsten von Eltern, Ehegatten und auch weiteren Verwandten.

Familienangehörige können schon heute Vertretungen übernehmen, wenn sie sich dafür eignen und die schutzbedürftige Person einverstanden ist. Die Kesb muss aber prüfen, ob diese Bedingungen erfüllt sind.

Unabhängige Beratungsstelle eingerichtet

Wie nahestehende Personen besser in Kesb-Entscheide einbezogen werden können, lässt auch der Bundesrat abklären. Angehörige sollen nicht nur bei der Abklärung des Sachverhalts berücksichtigt werden, sondern auch konsequent als mögliche Beistandpersonen und bei der Platzierung von Kindern in Betracht gezogen werden.

Auf Kritik an den Kesb reagierte Anfang 2017 auch die Guido Fluri Stiftung. Sie rief für Beratungen bei Problemen rund um Kesb-Entscheide die unabhängige Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (Kescha) ins Leben. Die Kescha leistete 2017 in knapp 1100 Fällen Beratungen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Die Hoffnung bleibt, dass die KESB Verantwortlichen im Leitungsbereich, Mitarbeitende auf effektive: Fähigkeit, persönliche, charakterliche, empathische- Qualitäten testen, bevor sie diese Leute für die anforderungsreiche, vielfältige Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen und Problematiken einsetzen!?
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      All diese Fähigkeiten und Charakterzüge benötigen Monate im Einsatz um bewertet werden zu können. Klingt ja alles so schön einfach aber dahinter stecken komplexe und vielschichtige menschliche Wesen.
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    2. Antwort von Sarah Maier (S. Maier)
      @ Michael Koller: Ich denke, eben gerade deshalb darf es nicht sein, dass "menschliche Wesen", wie Sie sie nennen, sich überheblich verhalten bis zum geht-nicht-mehr, wenn sie in Kesb-Mission unterwegs sind. Dies kommt tatsächlich vor. Und nicht etwa selten.
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    3. Antwort von Margrit Holzhammer (Margrit Holzhammer)
      Die KESB bekommt "von oben" immer Recht, egal welchen Mist sie gebaut hat!!! Mehr dazu dann an aller Öffentlichkeit.
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    4. Antwort von Michel Koller (Mica)
      @Maier: Überheblichkeit ist eben auch ein menschliches Verhalten und dieses ist grundsätzlich weit verbreitet. @Holzhammer: Die öffentliche Wahrnehmung entspricht nicht zwangsläufig den wahren Umständen. Ich hatte mit der KESB und deren Vorgängersystem zu tun und es ist eine Verbesserung. Natürlich gibt es Verbesserungsmöglichkeiten aber man sollte sich auch mal bewusst sein, dass das Betätigungsfeld hier grundsätzlich schwierig ist.
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