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Sechs Tote bei Bergdrama Keine Hilferufe möglich wegen eines Funklochs

  • Der Ort, wo die Berggänger wegen eines Sturms feststeckten, befindet sich in einem Funkloch. Die Alpinisten konnten somit keine Hilfe anfordern.
  • Der einzige Bergführer der beiden Gruppen wollte Hilfe holen. Dabei stürzte er ab und verletzte sich tödlich.
  • Das Unglück im Gebiet des «Pigne d'Arolla» im Unterwallis hat bisher sechs Tote gefordert.
  • Drei stark unterkühlte Tourenteilnehmerinnen befinden sich nach Angaben der Kantonspolizei Wallis noch immer «in besorgniserregendem Zustand».
Legende: Video Sechstes Skitouren-Opfer abspielen. Laufzeit 02:58 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 01.05.2018.

Die Ereignisse am «Pigne d'Arolla» oberhalb von Arolla (Gemeinde Evolène VS) in der Nacht auf Montag nehmen immer dramatischere Ausmasse an: Wie die Kantonspolizei Wallis meldete, war der in den Felsen unweit der nahen SAC-Hütte «Cabane des Vignettes» abgestürzte Mann der Führer der einen, zehnköpfigen Skitourengruppe.

Keine Sicht von der Hütte aus

Zusammen mit einer anderen vierköpfigen Gruppe wurden sie nur rund 400 bis 500 Meter von der schützenden Hütte entfernt von einem Sturm überrascht und konnten diese nicht mehr erreichen. «Der Bergführer versuchte, einen Ausweg zu finden und Hilfe zu holen. Dabei stürzte er ab und verletzte sich tödlich», erklärte der Walliser Polizeikommandant Christian Varone gegenüber RTS. Die Tourenteilnehmer mussten die Nacht deshalb ohne Führer auf 3000 Metern Höhe bei Minustemperaturen von 5 bis 10 Grad in den Felsen verbringen und erlitten dabei zum Teil starke Unterkühlungen.

Trotz der Nähe konnten sie von der SAC-Hütte aus wegen des Sturms weder gehört noch gesehen werden. Sie waren auf einer Länge von etwa 30 Metern verteilt und versuchten, sich so gut wie möglich zwischen den Felsen vor dem Sturm zu schützen.

Am Montagmorgen um 6.30 Uhr alarmierte der Hüttenwart der Cabane des Vignettes Polizei und Rettungskräfte. Insgesamt sieben Helikopter standen im Einsatz, um die 13 Überlebenden in Spitäler im Wallis und ausserhalb des Kantons zu fliegen.

Von den 13 Überlebenden sind inzwischen fünf an Unterkühlung gestorben. Drei Personen befinden sich noch in kritischem Zustand.

Kartenausschnitt der Region «Pigne d'Arolla» und der  «Cabane des Vignettes»
Legende: Nach der Passage unter dem Pigne d'Arolla blieben die Berggänger unweit der SAC-Hütte «Cabane des Vignettes» auf 3270 m.ü.M. wegen des Sturms stecken. Swisstopo , Link öffnet in einem neuen Fenster

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13 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News(SRF)
    Liebe User, aus Respekt vor den Angehörigen haben wir an dieser Stelle die Kommentarfunktion deaktiviert. Danke für Ihr Verständnis. Beste Grüsse, die Redaktion
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  • Kommentar von Franco Caroselli (FrancoCaroselli)
    2) Denn auch der Bergführer fand die 400m entfernte Hütte nicht. Dann hätten die suchenden Teams es einfacher haben sollen? Ich kenne Fälle, da erfroren Tourengänger ganze mickrige 150m vor der rettenden Hütte, obwohl die Hüttenwarte Licht am Gibeldach machten und zu ruften. Die Sicht war ebenfalls null, der Sturm lauter als das Rufen. Die Verunfallten liefen im Kreis. Das sah man tags darauf, als sich der Sturm auflöste. Also bitte, weniger Mutmassungen. Danke.
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  • Kommentar von Franco Caroselli (FrancoCaroselli)
    Das Ausmass ist tragisch. Die Mutmassung vieler auch. Ob Funkloch oder nicht, eine Rettung per Heli wäre unmöglich. Eine terrestrische eher, aber nur, wenn der Sturm nachgelassen hätte. Dies war nicht der Fall. Das Rettungsteam hätte zuerst zu Fuss ab Arolla in 3h die Hütte erreichen müssen. Dann sich bei diesen Verhältnissen die Suche starten bei Spaltenlabyrint und Sichtblindheit. Die Gruppen hatten keine Wahl als zu biwakieren. Dass ein Bergführer abstürzt ist der Höhepunkt dieser Tragik.
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